Fronius-Chefin: „Immer saftigere Strafen"

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 © trend/Lukas Ilgner

Vor 15 Jahren übernahm die Teamplayerin die Leitung des Familienunternehmens von Onkel Klaus Fronius.

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Elisabeth Engelbrechtsmüller-Strauss, die Chefin des Wechselrichterspezialisten Fronius erwartet nach den Einbruch des Solarmarkts 2024 nun wieder die Rückkehr in die Gewinnzone. Und sie weiß, woran der Industriestandort Österreich noch krankt.

trend: Nach tiefroten Zahlen in 2024 haben Sie nun für 2025 den Turnaround angekündigt, der Umsatz soll wieder auf über eine Milliarde Euro steigen. Was jetzt noch fehlt ist nur noch eine geeignete Industriestrategie der Regierung, sehe ich das richtig?

Engelbrechtsmüller-Strauss: Die Ideen sind ja ganz gut, immerhin gibt es eine Industriestrategie. Aber am Schluss kommt dann die Einschränkung: nach Maßgabe der budgetären Möglichkeiten. Das macht alles wieder relativ. Die Pläne sind nur umsetzbar, wenn die Bundesregierung sie prioritär verfolgt. Dazu muss man die Budgetkonsolidierung schaffen, und das wiederum geht nicht einnahmenseitig. Österreich ist bereits ein Höchststeuerland, wir müssen also den Staatsapparat effizienter machen.

trend: Die neue Förderung für europäische Wertschöpfung kommt Ihnen schon zugute.

Was den „Made in Europa“-Bonus betrifft, haben Sie recht: Das ist eine tolle Geschichte aus Österreich, erstmals PV-Förderung mit Wertschöpfung zu koppeln. Könnten andere Länder übernehmen.

trend: Kann das Standortnachteile ausgleichen?

Die Basis hier stimmt schon, auch wenn der Standort Österreich so seine Wettbewerbsnachteile hat, etwa die hohen Steigerungen bei den Lohnkosten. Da müssen wir uns mehr überlegen, den Preiswettbewerb werden wir jedenfalls nicht gewinnen.

trend: Bei einzelnen Gesetzen gibt es Fortschritte, etwa beim neuen Stromwirtschaftsgesetz.

Auch das ELWG ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber wie überall geht es um die Umsetzung. Siehe etwa das Versprechen, die Amtsbürokratie zurückzuschrauben, da gäbe es noch genug zu tun, das ist eher schwieriger geworden, immer mehr Berichtspflichten, immer saftigere Strafen. Auch das ist alles ein Wettbewerbsnachteil für Unternehmen, die weltweit tätig sind. Groß Berichte schreiben bringt nicht immer die besten Lösungen hervor.

Das Interview ist im trend.PREMIUM vom 6. Februar 2026 erschienen.

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