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Baugruppe Holzhaider: Expansion trotz Bauflaute

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Wolfgang Hozhaider expandiert trotz Flaute

Wolfgang Hozhaider expandiert trotz Flaute

©Holzhaider Bau
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Die Mühlviertler Baugruppe Holzhaider kämpft wie alle anderen in der Branche mit stornierten und rückläufigen Bauprojekten und gestiegenen Zinsen. Und dennoch expandiert sie. Wie geht das?

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Zwei Millionen Euro höhere Finanzierungskosten durch die gestiegenen Zinsen allein in diesem Jahr. Eine Stornoquote bei Bauprojekten, die von langjährigen zwei, drei Prozent auf 20 Prozent hochgeschnellt ist. Um fast 50 Prozent rückläufige Bauverhandlungen, und damit getrübte Aussichten fürs nächste Jahr. Was Wolfgang Holzhaider, Eigentümer und Chef der Baugruppe Holzhaider mit Sitz in Sankt Oswald bei Freistadt, derzeit erlebt, ist der buchstäbliche Tsunami, der fast die gesamte Branche erfasst hat.

Dennoch lässt sich der Mühlviertler Unternehmer nicht klein kriegen, auch wenn er manchmal "ins Schwitzen kommt", wie er zugibt. Sein Leasingpersonal - vor einem Jahren waren es noch 40 - hat er abgebaut, seine 600 regulär Beschäftigten hofft er aber halten zu können. Das hängt damit zusammen, dass der private Hausbau in der Region nicht so stark zusammengebrochen ist wie befürchtet. Mit ein Grund: Im Mühlviertel haben Eigenleistung und die berühmte Nachbarschaftshilfe noch immer ein sehr starkes Gewicht.

Bei größeren Wohnbauprojekten werde hingegen einiges verschoben, und "der Preiskampf ist wieder da", berichtet Holzhaider. Doch noch immer gebe es private Investoren, die Luft hätten, zu investieren.

Das beste Rezept für Mittelständler: eine ausgeklügelte Führung!

Wolfgang HolzhaiderEigentümer und GF, Baugruppe Holzhaider

Und von seiner Strategie, sich aus einer starken lokalen Position heraus sukzessive breiter aufzustellen, lässt sich Holzhaider selbst in der stärksten Krise nicht aufhalten. Nachdem er schon in den letzten Jahren stark gewachsen ist, hat er für sein 150-Millionen-Euro-Umsatz-Unternehmen nun ein weiteres Standbein dazugekauft. Anfang September meldete der Metall-und Glasbaubetrieb mglass mit Passiva in Höhe von 32 Millionen Euro Insolvenz an, es war der zweitgrößte Insolvenzfall des Jahres. Holzhaider hat sich die Mehrheit gesichert und hält nun 51 Prozent. Er kennt das Unternehmen, das seinen Sitz im Mühlviertel hat, und hält es "für im Prinzip gesund". Nur sei mglass in den Jahren davor "zu schnell gewachsen" und durch die stark gestiegenen Preise vor allem bei Aluminium und Glas komplett an die Wand gedrückt worden. "Bei Großaufträgen kann es einen da sehr schnell erwischen."

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Metall- und Glasbau als zweites Standbein für Holzhaider

© mglass gmbh

Für die Holzhaider-Gruppe, die sich eben in der Geschäftsführung erweitert und deshalb Kapazitäten hatte, war die Gelegenheit ideal. In ausgeklügelter Führung ("früher gab es nur Patriarchen") sieht der Unternehmer ohnehin das beste Rezept für Mittelständler seiner Größe. Sein Motto: "Bei uns fängt der Kopf zu duften an, bei anderen zu stinken."

Artikel aus trend. PREMIUM vom 29.09.2023

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