Gefährliche Hochzeitsbräuche: Diese Konsequenzen drohen

Wer Tauben nicht artgerecht hält, riskiert am bekanntlich schönsten Tag im Leben, eine Strafe.

Wer Tauben nicht artgerecht hält, riskiert am bekanntlich schönsten Tag im Leben, eine Strafe.

Was man bei Hochzeitsbräuchen wie dem Steigenlassen von Tauben, Luftballons und Himmelslaternen beachten sollte, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Die Tipps dazu liefert die D.A.S. Rechtsschutz AG.

Frühling ist die Zeit zum Heiraten. Mittlerweile gehört für die meisten Brautpaare mehr zu einer Hochzeit, als ein schlichtes „Ja – ich will“. Showeinlagen, Spiele und Hochzeitbräuche gehören zum Standardrepertoire.
Immer beliebter werden Hochzeitsbräuche, die sich in luftigen Höhen abspielen. Wunschlaternen, Luftballons, Tauben oder Riesenseifenblasen sind inzwischen gang und gäbe. Trotz des romantischen Grundgedankens ist nicht alles vorbehaltlos erlaubt.
Um an einem der schönsten Tag des Lebens keine böse Überraschung zu erleben, klärt die D.A.S. Rechtsschutz AG auf, welche Gesten der Romantik erlaubt sind und wovon man lieber Abstand nehmen sollte.

Tauben müssen artgerecht versorgt und untergebracht werden

Ein beliebter Brauch ist es am Hochzeitstag weiße Tauben steigen zu lassen. Sie gelten als ein Symbol für Liebe und Treue. Wer sich aber überlegt Tauben steigen zu lassen, sollte sich bewusst sein, dass auch hier Tierschutzvorschriften zu beachten sind. Laut Tierschutzgesetz ist es verboten „…einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen.“
Um den Grundsätze der Tierhaltung, § 13 des Tierschutzgesetz, gerecht zu werden, muss dafür gesorgt werden, „…dass das Platzangebot, die Bewegungsfreiheit, die Bodenbeschaffenheit, die bauliche Ausstattung der Unterkünfte und Haltungsvorrichtungen, das Klima, insbesondere Licht und Temperatur, die Betreuung und Ernährung und die Möglichkeit zu Sozialkontakt unter Berücksichtigung der Art, des Alters und des Grades der Entwicklung, Anpassung und Domestikation der Tiere ihren physiologischen und ethologischen Bedürfnissen angemessen sind“.

Wann für das Steigenlassen von Luftballons die Bewilligung des Landeshauptmanns notwendig ist

Beliebt ist es auch Luftballons steigen zu lassen und diese mit Wünschen für das Brautpaar zu versehen. Luftballons steigen zu lassen, ist gesetzlich zwar nicht verboten, trotzdem gibt es Einschränkungen.
Im Interesse der Sicherheit der Luftfahrt ist für das Steigenlassen von mehr als 30 Luftballonen im Umkreis von 15 Kilometer um den Flugplatzbezugspunkt außerhalb von Sicherheitszonen verboten. Wer mehr als 100 Kleinluftballons steigenlassen will, braucht in jedem Fall eine Bewilligung des Landeshauptmannes. Innerhalb der Sicherheitszonen, etwa bei einer Hochzeit am Flugplatz, sind Luftballone generell verboten. Wer gegen diese Regelung verstößt, begeht eine Verwaltungsübertretung und riskiert eine Geldstrafe bis zu 22.000 Euro.

Riesen-Seifenblasen von empfindlichen Elektroleitungen fernhalten

Alternativ kann man auch (Riesen)Seifenblasen steigen lassen. Da von ihnen kein großes Gefährdungspotential ausgeht und auch keine Spuren zurückbleiben, sind sie weitgehend unproblematisch. Lässt man die Seifenblasen in der Nähe von öffentlichen Straßen steigen, sollte man darauf achten, dass durch die Seifenblasen Verkehrsteilnehmer nicht irritiert werden. Möchte man das Spektakel in geschlossenen Räumen veranstalten, sollte man jedoch mit dem Eigentümer der Räumlichkeiten Rücksprache halten, etwa um zu klären, ob feuchtigkeitsempfindliche Materialien vorhanden sind. Um die Sicherheit nicht zu gefährden, sollte man darauf achten, dass keine Rutschgefahr besteht und dass wasserempfindliche Elektrik gegebenenfalls nicht beeinträchtigt wird. Sonst drohen Verletzungen und Kurzschluss.

Himmelslaternen können hohe Strafen, Kosten für einen Feuerwehreinsatz und Schadenersatz nach sich ziehen

Obwohl es ein schöner Brauch ist, sind Himmelslaternen in Österreich streng verboten. Das Verbot gilt sowohl für den Verkauf, das Verschenken, das Anbieten als auch die Verwendung der Lampions.
Der Grund: Obwohl die Lampions harmlos aussehen und eine romantische Stimmung verbreiten, wenn sie hell erleuchtet in den dunklen Nachthimmel steigen, geht von ihnen eine große Gefahr aus.
Aufgrund des leicht entzündlichen Materials der Lampions und der offenen Flamme besteht enorme Brand- und Verletzungsgefahr. Sobald die Lampions aus der Hand gelassen werden, verliert man jegliche Kontrolle über sie. Man kann weder beeinflussen wohin sie fliegen, noch wo sie landen.
Wer das Verbot in den Wind schlägt, muss damit rechnen, dass die Bezirksverwaltungsbehörde mit Strafen bis zu 25.000 Euro verhängt. Wer die Strafe nicht bezahlen kann, dem droht eine Ersatzfreiheitsstrafe von bis zu sechs Wochen.
Kommt es durch die Lampions zu einem Feuerwehreinsatz, müssen zusätzlich die Kosten für den Einsatz übernommen werden. Entstehen durch die Lampions Schäden, kann man schadenersatzpflichtig werden.

Andere aktuelle Informationen rund um Ihr Recht finden Sie auf der Homepage der D.A.S. Rechtsschutz AG

Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:

Seit 1956 ist die D.A.S. Rechtsschutz AG mit Spezialisierung auf Rechtsschutzlösungen für Privatpersonen und Unternehmen in Österreich tätig. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hochqualifizierte juristische Mitarbeiter und ein breites Dienstleistungsangebot inklusive 24h-Notruf-Hotline an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen Kunden in regionalen D.A.S. Niederlassungen verteilt in ganz Österreich mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre solide Marktposition gefestigt. 2014 erwirtschaftete sie im inländischen Direktgeschäft ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 65,4 Mio. Euro.

Die D.A.S. Österreich gehört zur D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, agiert die D.A.S. heute in 16 europäischen Ländern sowie in Südkorea und Kanada. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe.

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