Dienstzeugnis ist kein Muss - wichtige Regeln im Arbeitsrecht

Dienstzeugnis ist kein Muss - wichtige Regeln im Arbeitsrecht

In Österreich gibt es mehr als 1500 Kollektivverträge die das Verhältnis von Arbeitgebern und Arbeitnehmern regeln. Die Experten der D.A.S-Rechtsschutzversicherung geben einen kompakten Überlick darüber, was im Kollektivvertrag festgelegt wird und warum ein Dienstzeugnis nicht automatisch ausgestellt werden muss.

Kollektivvertrag

Mittlerweile unterliegt fast jedes Arbeitsverhältnis in Österreich einem Kollektivvertrag.

In diesem werden bestimmte “Mindeststandards“ festgelegt, die für den Arbeitnehmer oft günstiger sind als die gesetzliche Regelung. Zum Beispiel Mindestlohn und Lohn-Einstufungen, Zulagen, Aufwandsersatz, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Kündigungsfristen und Termine, Freizeitregelungen, Gleitzeit und Ähnliches.

Der Kollektivvertrag muss in jedem Betrieb gut sichtbar für die Mitarbeiter ausgehängt sein!

Nähere Informationen zum Inhalt eines bestimmten Kollektivvertrages bieten die jeweiligen Interessensvertretungen:
- Arbeiterkammer im jeweiligen Bundesland (für Arbeitnehmer)
- Wirtschaftskammer im jeweiligen Bundesland (für Unternehmer)

Abfertigung neu

Die „Abfertigung neu“ gilt für alle Arbeitsverhältnisse, die ab 1.1.2003 begründet worden sind.

Sie gilt auch für geringfügig Beschäftigte und mittlerweile auch für freie Dienstnehmer.

Der Arbeitgeber muss ab dem 2. Monat für den Arbeitnehmer 1,53 % des monatlichen Bruttoentgeltes (inkl. Sonderzahlungen) an die Krankenkasse abführen, die diese Beträge an die vom Arbeitgeber genannte Mitarbeitervorsorgekasse weiterleitet.

Einen Auszahlungsanspruch dieser Abfertigung gibt es nur in ganz bestimmten Fällen:
Wenn mindestens 3 Einzahlungsjahre vorliegen und das Arbeitsverhältnis durch Arbeitgeber-Kündigung, Fristablauf, einvernehmliche Auflösung oder berechtigten Austritt endet.

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Bei Arbeitnehmer-Kündigung, berechtigter Entlassung oder unberechtigtem Austritt verbleibt die Abfertigung auf dem Konto der Mitarbeitervorsorgekasse und wird dort weiterhin veranlagt. Der Anspruch geht daher nicht verloren! Das ist auch der wichtigste Unterschied zum Anspruch aus der „Abfertigung alt“, der in solchen Fällen verfallen wäre.

Dienstzeugnis

Der Arbeitgeber hat nur auf ausdrücklichen Wunsch des Arbeitnehmers ein Dienstzeugnis auszustellen. Es ist ausreichend, wenn der Arbeitgeber den Zeitraum des Dienstverhältnisses und die konkret ausgeübte Funktion angibt.
Es gibt keinen Rechtsanspruch auf ein sogenanntes qualifiziertes Dienstzeugnis, also detaillierte Beschreibung der Tätigkeit oder darüber hinaus gehendes Lob und Anerkennung.

Umgekehrt gilt: Das Zeugnis muss der Wahrheit entsprechen und es dürfen nur wohlwollende Formulierungen verwendet werden. Eine negative Formulierung ist nicht zulässig und vom Arbeitgeber zu unterlassen!

Rechtstipp 12, der nächste Woche erscheint, beschäftigt sich ebenfalls mit dem Themenbereich Arbeitsrecht. Im Speziellen geht es um die Themenbereiche Pflegefreistellung, Urlaubsanspruch, 13. und 14. Gehalt sowie den Probemonat.

Andere aktuelle Informationen rund um Ihr Recht finden Sie auf der Homepage der D.A.S. Rechtsschutz AG

Über die D.A.S. Rechtsschutz AG:

Die D.A.S. Rechtsschutz AG ist seit 1956 in Österreich tätig und hat sich auf die Beratung von Privatpersonen und Unternehmen im Bereich Rechtsschutz spezialisiert. Als unabhängiger Rechtsdienstleister bietet sie umfassenden Versicherungsschutz, fachliche Betreuung durch hauseigene D.A.S. Juristen sowie ein breites Dienstleistungsangebot inklusive eines 24h-Rechtsberatungsservice an. Der Firmensitz des Unternehmens befindet sich in Wien. Die rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in neun regionalen D.A.S. Niederlassungen in Wien, St. Pölten, Wiener Neustadt, Graz, Klagenfurt, Linz, Salzburg, Innsbruck und Dornbirn stehen ihren Kunden mit juristischer Kompetenz zur Verfügung. In den vergangenen Jahren hat die D.A.S. Österreich ihre Marktposition stark ausgebaut. 2012 erwirtschaftete sie ein Prämienbestandsvolumen in der Höhe von 62,3 Mio. Euro.

Die D.A.S. Österreich gehört zur D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. Gegründet 1928, agiert die D.A.S. heute in 16 europäischen Ländern sowie in Südkorea und Kanada. Die Marke D.A.S. steht für die erfolgreiche Einführung der Rechtsschutzversicherung in verschiedenen Märkten. Die D.A.S. ist der Spezialist für Rechtsschutz der ERGO Versicherungsgruppe, eine der großen Versicherungsgruppen in Deutschland und Europa.

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