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Getragen werde der Anstieg in Österreich von "gesunkenen Zinsen, einem höheren Bedarf an Betriebsmitteln und ersten Anzeichen einer wieder anziehenden Investitionstätigkeit", sagte OeNB-Gouverneur Martin Kocher laut Aussendung. "Das deutet darauf hin, dass die Unternehmen vorsichtig optimistisch nach vorne blicken und neue Projekte in Angriff nehmen."
Für das laufende erste Quartal 2026 wird mit einer weiter anziehenden Nachfrage nach Darlehen gerechnet. Die Banken in der Eurozone erwarten zudem für das erste Vierteljahr eine moderate Verschärfung der Vergabestandards für Firmenkredite. Im Herbst haben die Geldhäuser ihre internen Leitlinien zur Darlehensvergabe bereits etwas restriktiver gehandhabt. In den größten Euroländern berichteten Banken in Deutschland und Frankreich von strengeren Kreditstandards für Unternehmen. Dies hing teilweise, aber nicht ausschließlich, mit Firmen zusammen, die von Änderungen der Handelspolitik betroffen sind.
Nachfrage an Wohnkrediten in Österreich legt zu
In Österreich legte auch bei den an private Haushalte vergebenen Wohnkrediten die Nachfrage zu. Von Jänner bis November 2025 wurden laut OeNB-Daten pro Monat im Schnitt neue Kredite im Wert von 1,4 Mrd. Euro vergeben. Das seien um rund 50 Prozent mehr als im Jahresdurchschnitt 2024. Das deute darauf hin, dass die geldpolitischen Impulse wirkten und Finanzierungen wieder leistbarer würden. "Insgesamt sehen wir erste konkrete Anzeichen dafür, dass die wirtschaftliche Erholung in Österreich Schritt für Schritt an Breite gewinnt - auch wenn das prognostizierte Wachstum generell weiterhin moderat ausfällt", so Kocher.
Die Ergebnisse des im Fachjargon als "Bank Lending Survey" (BLS) bekannten EZB-Berichts sind für die Währungshüter eine Orientierungshilfe für ihre Geldpolitik. Die EZB dürfte nach Einschätzung vieler Experten am Donnerstag eine weitere Zinspause einlegen und den wichtigen Einlagesatz bei 2,0 Prozent belassen. Sie hatte von Juni 2024 bis Juni 2025 angesichts einer nachlassenden Inflation die Zinszügel insgesamt achtmal gelockert und seither pausiert.
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/THEMENBILD/HARALD SCHNEIDER