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Mit allzu großem Optimismus halten sich die Ökonomen aber zurück, denn "die hohen geopolitischen Unsicherheiten, die aggressive US-Wirtschaftspolitik und hausgemachte Herausforderungen durch die hohe Kostendynamik sowie der enge budgetäre Handlungsspielraum begrenzen die Aussichten für die österreichische Wirtschaft", so Bruckbauer weiter.
Für 2025 prognostizieren die Volkswirte in Anbetracht besserer Stimmungsdaten einen Anstieg beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,5 Prozent. Das sei mehr als ursprünglich erwartet, allerdings liege der Wert nach wie vor um ein Prozent unter dem von 2022. Wegen des starken Bevölkerungsanstiegs sei das reale BIP pro Kopf dagegen in den vergangenen drei Jahren um zwei Prozent oder fast 1.000 Euro zurückgegangen. "Die vergangenen Jahre haben somit einen spürbaren Rückgang des Wohlstands in Österreich gebracht", sagte UniCredit-Bank-Austria-Ökonom Walter Pudschedl. Das Niveau von 2022 dürfte erst wieder 2027 erreicht werden.
Dennoch dürfte es heuer wieder konjunkturell weiter bergauf gehen. Für 2026 wird ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent gesehen, 2027 sollten es dann 1,5 Prozent sein. Dazu werde vor allem die Inlandsnachfrage beitragen, aber auch der Außenhandel werde sich laut den Ökonomen etwas stabiler entwickeln. Auch am Arbeitsmarkt wird mit einer Erholung gerechnet. "Nach dem Anstieg der Arbeitslosenquote auf 7,4 Prozent im Jahr 2025 gehen wir für 2026 von einem Rückgang auf 7,3 Prozent und 2027 weiter auf zumindest 7,2 Prozent aus", so Pudschedl.
Die Inflation blieb bis zum Ende des Jahres 2025 erhöht, dürfte heuer jedoch zurückgehen - vor allem, weil der Effekt der ausgelaufenen Strompreisbremse nun wegfällt. Die Ökonomen rechnen für 2026 mit einer Teuerung von durchschnittlich 2,4 Prozent. 2027 sollte die Inflation dann den Zielwert der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2,0 Prozent erreichen.