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Im abgelaufenen Geschäftsjahr fiel der Umsatz um 5 Prozent auf 7,9 Mrd. Euro, das Konzernergebnis sank um knapp 8 Prozent auf 457,1 Mio. Euro. Ein wesentlicher Faktor für den Umsatzrückgang war der starke Euro, der den Konzern rund 222 Mio. Euro kostete. Schönbeck rechnet allerdings nicht mit anhaltendem Gegenwind in dieser Dimension: "Wenn wir uns eine globale Perspektive zur Wirtschaft aufsetzen, dann ist ja Europa derzeit nicht der natürliche Gewinner der geopolitischen Verschiebungen", so der CEO. "Deswegen glaube ich, dass sich der starke Anstieg des Euro vermutlich nicht unbedingt über so viele Jahre weiter fortsetzen wird."
Ein großes Sorgenkind bleibt die Sparte Metals, die stark unter der europäischen Krise in der Automobil- und Stahlindustrie leidet. Auf die Frage, ob bei der deutschen Pressen-Tochter Schuler und anderen Teilbereichen weitere Restrukturierungen anstehen, bestätigte Schönbeck: "Ja, ist in Vorbereitung und werden wir auch in diesem Jahr umsetzen." Der Markt werde "nicht dahin zurückkommen, wo er mal war". Dennoch lobte der Konzernchef die Disziplin der Organisation: Trotz Standortschließungen und Arbeitsplatzabbau habe die Sparte ihre operative Marge im fünften Jahr in Folge gesteigert.
Mit Blick auf die Handelspolitik der USA und die US-Zölle sieht sich das Unternehmen durch die jüngsten Akquisitionen in den Vereinigten Staaten gerüstet. Diese Zukäufe würden helfen, "der aktuellen Handelspolitik ein bisschen auszuweichen, indem wir unseren Local Content erhöhen." Dennoch betonte Schönbeck: "Ich würde uns definitiv nicht als Profiteur der amerikanischen Handelspolitik bezeichnen." Um das volatile Neuanlagengeschäft generell besser abzufedern, soll der Anteil des Servicegeschäfts, der aktuell bei 44 Prozent liegt, auf über 50 Prozent ausgebaut werden.
Ein wichtiges Thema in Österreich ist der Ausfall des neuen Pumpspeicherkraftwerks Limberg III des Verbunds in Kaprun wegen defekter Andritz-Generatoren. Erste Ersatzteile aus dem steirischen Weiz seien bereits in Montage, sagte Schönbeck. "Wir sind im Zeitplan, die Reparaturarbeiten laufen planmäßig und mit hoher Priorität, es gibt aktuell keine neuen Entwicklungen." Der Verbund hatte im vergangenen Dezember angekündigt, "dass die unterbrochene Inbetriebnahme von Maschine 2 im Sommer 2026 und von Maschine 1 im Winter 2026 fortgesetzt werden kann". Zur Höhe der Kosten des Ausfalls hält sich der Andritz-Chef bedeckt, die Kostenteilung sei jedoch vertraglich mit dem Verbund geregelt.
Für das Jahr 2026 erwartet das Management wieder ein moderates Umsatzwachstum auf 8,0 bis 8,3 Mrd. Euro. Die vergleichbare operative Marge soll weiterhin auf einem hohen Niveau zwischen 8,7 und 9,1 Prozent liegen.