Konfliktmanagement: Das Beziehungsnetzwerk aktiv gestalten

Manche Menschen inspirieren uns, andere belasten uns und sind potenzielle Konfliktherde. Wir sollten daher hin und wieder unsere Kontakte auf den Prüfstand stellen und den Kontakt zu Negativdenkern abbauen. Wie Sie eine Inventur des beruflichen und privaten Beziehungsnetzwerks durchführen und diese aktiv gestalten.

Thema: Konfliktmanagement
Managen Sie Kontakte richtig: Entfenen Sie Negativdenker aus Ihrem Beziehungsnetzwerk.

Managen Sie Kontakte richtig: Entfenen Sie Negativdenker aus Ihrem Beziehungsnetzwerk.

ARTIKEL-INHALTSVERZEICHNIS


Kontakte managen und Konflikte vorbeugen

Kennen Sie das? Ihr Kleiderschrank ist so voll, dass Sie kaum noch etwas finden. Deshalb beschließen Sie: Ich „miste“ ihn aus. Sie nehmen also Kleidungsstücke in die Hand und überlegen sich: Passt es noch? Ist es noch „in“? Will ich es noch tragen? Und danach beschließen Sie: Dieses Teil wandert in den Altkleidersack, und jenes lege ich zurück in den Schrank.

Wenn Sie diese Prozedur schon häufiger vollzogen haben, dann kennen Sie das erleichterte Gefühl, das sich einstellt, wenn man sich von „alten Klamotten“ getrennt hat; außerdem den Stolz, der einen überkommt, wenn sich in dem aufgeräumten Schrank nur noch geliebte Kleidungsstücke befinden.

Eine ähnliche Bestandsaufnahme sollten wir ab und zu auch im beruflichen und privaten Kontakt- und Beziehungsumfeld vornehmen. Denn nicht alle Menschen tun uns gut. Manche beeinflussen durch ihr Verhalten unser Wohlbefinden negativ und sind potenzielle Konfliktherde. Die Kontakte zu managen und diejenigen, die uns belasten zumindest zu reduzieren ist somit aktives Konfliktmanagement.

Vereinfacht formuliert lassen sich diese Menschen in zwei Kategorien einteilen.Erstens: die „Möglichkeitsdenker“. Sie verlieren auch in schwierigen Situationen nicht die Zuversicht. Denn sie sind überzeugt: Es gibt für fast alles eine Lösung. Und wenn nicht? Dann muss ich eben damit leben. Zu den „Möglichkeitsdenkern“ in Ihrem Freundes- und Bekanntenkreis sollten Sie den Kontakt pflegen. Denn Möglichkeitsdenker motivieren und inspirieren Sie.

Zweitens: die „Negativdenker“. Das sind Menschen, die ständig von Problemen reden und permanent Katastrophen am Horizont sehen. Den Kontakt zu ihnen sollten Sie – soweit möglich – meiden. Denn ihre pessimistische Grundhaltung wirkt ansteckend. Sie raubt Ihnen Energie und Lebensfreude.


Kontakt-Inventur durchführen

Überprüfen Sie zu welcher Kategorie Menschen Ihre Geschäftskontakte, Kollegen, Bekannten und Freunde zählen. Fragen Sie sich: Tut mir mein Kontakt x und y gut? Und achten Sie darauf, wie Sie sich nach Gesprächen mit diesen Personen – frustriert oder inspiriert?

Dabei hilft eine schriftliche „Inventur“. Notieren Sie die Menschen, mit denen Sie den meisten Kontakt haben – getrennt nach den Lebensbereichen „beruflich“ und „privat“. Dann bewerten Sie den Kontakt. Wie sehr baut Sie dieser Mensch auf oder - im Gegenteil - wie sehr frustriert er Sie? Notieren Sie zum Beispiel ein „+ +“ oder „+“ hinter den Kontakten, die Ihr Wohlbefinden steigern. Und ein „- - “ oder „-“ hinter den Namen der Personen, die Sie regelmäßig in schlechte Laune versetzen. Und eine „0″ schreiben Sie hinter die Männer und Frauen, bei denen sich die negativen und positiven Impulse weitgehend in der Balance halten.

Zu den Personen, hinter deren Name ein „-“ oder „- -“ steht, sollten Sie den Kontakt so weit möglich reduzieren. Versuchen Sie stattdessen mehr Zeit mit denjenigen zu verbringen, die ein „+“ oder „+ +“ ziert.


Kollegen und Business-Kontakte filtern

Im Privatbereich ist es recht einfach, Kontakte so zu steuern. Im Berufsleben ist das hingegen etwas schwieriger. Hier können nur wenige Menschen völlig frei entscheiden, mit wem sie ihre Zeit verbringen – zum Beispiel manche Selbstständige.

Doch zumindest auch bei Business-Anlässen haben Sie die Wahl, mit wem Sie sich länger unterhalten und wen sie vielleicht nur kurz begrüßen. Unter Kollegen kann man ebenfalls mit beeinflussen, wie viel Zeit man mit „Negativdenkern“ verbringt. Niemand zwingt sie etwa dazu, mit einem „Miesepeter“ Mittag zu essen.


4 Tipps zum Konfliktmanagement im Berufs-Alltag

In der alltäglichen Zusammenarbeit helfen folgende Tipps weiter:

1. Distanzieren Sie sich geistig von den „Negativdenkern“

Denken Sie einmal darüber nach: Was genau stört mich am Kollegen x? Überlegen Sie dann: Unter welchen Voraussetzungen könnte ich damit „leben“?. Vielleicht genügt es, den Kollegen etwas mehr auf Distanz zu halten und Gespräche rein auf die Arbeit zu beschränken.

2. Klären Sie Konfliktpunkte

Wenn Distanz nicht möglich ist, sollten Sie ein klärendes Gespräch mit dem Kollegen führen. Schildern Sie, was Sie stört. Tun Sie dies jedoch in der Ich-Form: „Mich belastet, dass...“ „Ich wünsche mir, dass...“. Vermeiden Sie Aussagen in der Du-Form. Also zum Beispiel „Immer machst Du ....“ Oder: „Du bist so negativ ...“. Denn diese erlebt Ihr Gegenüber als Angriff. Also startet er einen Gegenangriff. Und denken Sie daran: Sie müssen keine Freunde werden. Sie müssen nur soweit miteinander kooperieren, wie dies für die Arbeit nötig ist.

3. Lassen Sie Dampf ab

Wenn Sie die erwähnten Tipps erfolglos ausprobiert haben, dann versuchen Sie Folgendes: Schimpfen Sie innerlich, wenn Sie Ihr Kollege mal wieder ärgert: „Du ....“ Oder begeben Sie sich an einen ungestörten Ort und verschaffen Sie dort Ihrem Ärger laut Luft. Das entlastet und entspannt.

4. Tun Sie sich etwas Gutes

Wie man auf nervige Kollegen reagiert, sagt auch etwas über das eigene Befinden aus. Wer gut drauf ist, steckt nervige Situationen leichter weg. Tun Sie sich also, wenn Sie schlecht drauf sind, etwas Gutes. Gehen Sie zum Beispiel zum Fenster und gönnen Sie sich einen anderen Anblick. Oder holen Sie sich eine frische Tasse Kaffee. Oder gönnen Sie sich ein Stück Schokolade oder ein nettes Telefonat. Auch das hilft, alles relaxter und mit einer gewissen Distanz und Gelassenheit zu sehen.


Das digitale Beziehungsnetzwerk ausmisten

Übrigens, auch viele unserer digitale Kontakten zum Beispiel in den Social Media sind reine „Energiefresser“ – also Personen, die uns primär Zeit und Nerven kosten. Als sollten wir auch unser digitalen Netzwerk regelmäßig ausmisten. Das ist meist einfach, denn zu den Online-Kontakten haben wir in der Regel weniger enge persönliche Beziehungen als zu den Kontakten im realen Leben haben. Also sollten wir es schlicht tun.


DIE AUTORIN

Sabine Prohaska

Sabine Prohaska

Sabine Prohaska ist Inhaberin des Wiener Beratungsunternehmens seminar consult prohaska, das u.a. Online- und Blended-Learning-Trainer ausbildet und eine hybride Ausbildung zum Konfliktberater mit dem Titel „Lösungsorientiert in einer hybriden Arbeitswelt“ anbietet. Sie ist Mitglied des Verstands der Vereinigung der Businesstrainer Österreich (VBT).

2021 erschien ihr neustes Buch „Training und Seminare im digitalen Wandel: Der E-Learning-Kompass für erfolgreiche Schulungskonzepte“. Darin beschreibt sie die Notwendigkeit digitaler Konzepte im Bildungs- und Weiterbildungssektor und bietet eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die professionelle Umsetzung von Lernprojekten.

Executive Education - Schwung für Ihre Karriere

In Kooperation mit der WU Executive Academy liefert Ihnen der trend im …

trend TOP 500: Österreichs größte Unternehmen [RANKING]

Das trend Ranking der 500 größten Unternehmen Österreichs reiht die …

Günther Ofner, der neue Aufsichtsratschef der Staatsholding ÖBAG

Günther Ofner, der neue ÖBAG-Aufsichtsratschef [Porträt]

Mit Flughafen-Chef Günther Ofner übernimmt ein äußerst erfahrener, …

Die Zentrale der A1 Telekom Austria Group in der Wiener Lassallestraße

A1 Telekom Austria – Österreichs größter Kommunikations-Anbieter

Die an der Wiener Börse notierte A1 Telekom Austria Group ist ein …