Hyundai ist ein Vorreiter als Mobilitäts-Provider

Roland Punzengruber, Geschäftsführer von Hyundai Österreich, über Transformationsprozesse in der Autowirtschaft und neue Wertschöpfungsketten. #letfuturetalk

Thema: Game-Changer: Die Mobilität der Zukunft
Hyundai ist ein Vorreiter als Mobilitäts-Provider

In Kooperation mit Hyundai

Die Statistik der Neuzulassungen ist in Österreich wie in Europa zuletzt rückläufig. Was sind die Ursachen dafür?
Punzengruber: Das ist auch eine Folge des generellen Paradigmenwechsels in der Gesellschaft. Flexibilität ist für viele junge Menschen immer wichtiger, das bemerkt man beim Recruiting ebenso wie beim allgemein veränderten Konsumverhalten. Mit 18 den Führerschein zu machen und ein Auto zu kaufen hat für viele nicht mehr die höchste Priorität.

Wie reagiert der Autohandel darauf?
Punzengruber: Der Autohandel muss sich als Mobilitäts-Provider positionieren. Angebote dafür sind zum Beispiel Carsharing oder Auto-Abos, wenn etwa für sechs Monate ein SUV, für den Rest des Jahres ein Cabrio gemietet wird. Beim Auto-Abo ist die Markenbindung geringer, das führt zu einem Paradigmenwechsel auch im Vertrieb: Verkauf von Mobilität, nicht mehr von Status und Marke.

Was sind für Sie die Megatrends bei der individuellen Mobilität?
Punzengruber: Die Branche ist in einem umfassenden Transformationsprozess, vor allem durch die vier Faktoren Digitalisierung, Konnektivität, Elektrifizierung und durch die rasanten Fortschritte beim autonomen Fahren. Letzteres ist schon umfänglich marktreif, jedoch fehlt unter anderem noch die Legistik. Bei Urban Air Mobility dauert es noch rund fünf Jahre bis zur Einführung. Die Brennstoffzellentechnik wird spätestens 2030 auf dem Markt erfolgreich sein, bei allen Fahrzeugen, von den Klein-Lkws aufwärts. Carsharing wird in spätestens zehn Jahren weit verbreitet sein.

Stichwort Digitalisierung: Vor zwei Jahren startete Hyundai Österreich als erste Marke im Land den Onlineverkauf. Mit welchem Erfolg?
Punzengruber: Wir starteten mitten in der Pandemie. Unsere Erfahrung ist, dass Kunden vornehmlich zu späterer Stunde bei uns online kaufen. Die Customer Journey wird immer mehr eine Omnichannel-Reise, früher kamen die Kunden vier-, fünfmal in den Schauraum, jetzt oft nur mehr einmal vor dem Vertragsabschluss. Alle Informationen werden vorher meist online eingeholt. Am Point of Sale finden dann nur mehr Verkaufs- und Beratungsgespräche statt, in denen es nur mehr um Details geht.

Bestätigt der Erfolg des Onlineverkaufs bei Hyundai auch das Vertrauen in die Marke?
Punzengruber: Ganz sicher. Die 5-Jahres-Garantie ohne Kilometerbeschränkung stellt die Basis für das Kundenvertrauen dar. Weiters stand Hyundai von Beginn an für hohe Qualität, dies belegen auch zahlreiche Siege bei diversen Qualitätsreports. Dieses Versprechen konnte auch mit der neuen Ausrichtung „Modern Premium“ weiterhin gehalten werden. Die Qualität und damit das Vertrauen stehen außer Frage. Eine solide Basis, wird doch in Europa rund ein Viertel der Fahrzeuge in den nächsten Jahren schon online verkauft werden.

Wie ändert sich damit und mit den genannten Faktoren das Geschäftsmodell der Mobilitäts-Provider?
Punzengruber: Heute lautet die Wertschöpfungskette Produzent, Importeur, Händler, Kunde, Rückgabe oder Weiterverkauf plus Aftersales. Rentabilität wurde bisher vor allem im Kundendienst erzielt. Bei E-Autos gibt es zum Beispiel keinen Ölwechsel mehr, daher fällt das weg. Höheres Potenzial gibt es künftig auch mit anderen Zusatzleistungen im Verkauf, etwa mit On-Board-Services, wie heute im Flugzeug. Oder beim Carsharing mit einem dynamischen Preis, je nach Alter des Autos. Wir müssen die Autowirtschaft völlig neu denken.

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