Österreichs Unternehmen ohne Panik in die Digitalisierung

Österreichs Unternehmen ohne Panik in die Digitalisierung

Einer Umfrage des KSV1870 zufolge, dürften Österreichs Unternehmen beim Thema Digitalisierung auf Linie sein. Für jedes zweite Unternehmen sind Investitionen in Digitalisierung mit moderaten Anpassungen zu bewerkstelligen.

Unzählige Studien zum Thema Digitalisierung oder Industrie 4.0 schießen wie das buchstäbliche Kraut aus dem Boden. Üblicherweise werden Versäumnisse der Unternehmen bis hin zu Schreckens- oder Horrorszenarien in der Form aufgezeigt. Heimische Unternehmen sollen nicht, schlecht oder unzureichende vorbereitet seine, lautet der Duktus unzähliger Studien. Und: die Digitalisierung wird gar auf die leichte Schulter genommen.

In seiner jüngsten Studie hat nun der KSV1870 im März 2017 rund 1000 Mitglieder und Kunden zu den Erwartungen der fortschreitenden Digitalisierung befragt. Und die große Mehrheit der Unternehmen dürfte sich über die Folgen der Digitalisierung im Klaren sein.

Denn 73 Prozent der befragten Unternehmen sind der Meinung, dass die fortschreitende Digitalisierung direkte Auswirkungen auf sie haben wird. Etwas mehr als die Hälfte der Umfrageteilnehmer (56 Prozent) rechnet damit, dass moderate Anpassungen notwendig sein werden.

Den höchsten Bedarf für Digitalisierungsmaßnahmen orten 73 Prozent der befragten Unternehmen in der Administration bzw. in Markt und Vertrieb (54 Prozent). In diesen Bereichen haben die Unternehmen demnach auch die meisten Maßnahmen geplant. Rund zwei Drittel (65 Prozent) der Unternehmen will in den kommenden Monaten in Digitalisierung investieren. Jeder Dritte (35 Prozent) sieht dazu keine oder noch keine Notwendigkeit.

Von Entwarnung will man beim Kreditschutzverband jedoch nicht sprechen. „Wir raten allen Unternehmen, sich intensiv mit den Anforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung auseinanderzusetzen“, sagt Ricardo-José Vybiral, Vorstand der KSV1870 Holding AG.

Das Gefahrenbewusstsein infolge der Digitalisierung ist bei den Unternehmen stark ausgeprägt. Hackerangriffe und Cyberkriminalität werden als die größten Bedrohungen gesehen. Aber auch der Verlust von Arbeitsplätzen sowie die Datensicherheit zählen zu den größten Sorgend der befragten Unternehmen.

„Vorsicht ist natürlich gerechtfertigt, doch die meisten werden Vorteile erkennen“, betont KSV1870-Chef Vybiral. „Die Generation Y tickt anders, in ihrem Datenverständnis, aber auch im Konsumverhalten. Lieferanten müssen auf Knopfdruck liefern können und es wird erwartet, dass die Servicierung damit nicht beendet ist.“ Der KSV-Chef empfiehlt Unternehmen Datenanalysen, die vor allem auch „nach dem Kauf essentielle Informationen“ liefern. Hierdurch könne der Nutzen für die Kunden entscheidend verbessert werden.

Das West-Ost-Gefälle

In der Rangliste der Regionen zeichnet sich ein West-Ost-Gefälle ab: Unternehmen in Tirol (83 Prozent) und in Vorarlberger (92 Prozent) haben das Thema bereits aktuell ganz oben auf der Agenda. In Kärntner (40 Prozent), Wien und Niederösterreicher (je 30 Prozent) sind die Firmenlenker noch relativ entspannt. Für sie ist Digitalisierung eher ein Thema der Zukunft oder „generell überbewertet“.

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