Der China-Import rollt: Billig-Elektrotransporter am Start

Chinesische Autos sind über den Ramsch-Status längst hinaus. Nun folgt nach dem jüngsten Start des chinesischen Herstellers MG in Österreich bereits die zweite Marke aus dem Reich der Mitte: Ab sofort sind Nutzfahrzeuge der Marke Maxus erhältlich. Warum die beiden Marken nun gute Chancen auf Erfolg haben und was die Modelle leisten und kosten.

Der China-Import rollt: Billig-Elektrotransporter am Start

Denzel importiert vorerst zwei Modelle des chinesischen Nutzfahrzeug-E-Autoherstellers Maxus nach Österreich.

Nun kommen sie also doch: die chinesischen Autohersteller. Es geht gleich Schlag auf Schlag. Denn mit dem Nutzfahrzeughersteller Maxus geht in Österreich nach MG ab sofort die zweite Marke Made in China innerhalb eines Jahres in Österreich an den Start. Befürchtet wurde schon vor zehn Jahren, dass chinesische Billigautos den Markt in Europa überschwemmen würden. Nun wird es jedenfalls ernst.

Sicherheitsstandards lange als Manko
Seither sind sämtliche Versuche kläglich gescheitert - bis eben Herbst 2020. Landwind waren die ersten, die mit einer unübersehbaren Ramsch-Kopie eines Land Rovers bei der Kundschaft mit Dumpingpreisen landen wollten. Sie scheiterten jedoch nicht nur am dargebotenen Plastik und anderen Unansehnlichkeiten, sondern weil sie beim Crashtest nicht annähend an westliche Standards herankamen. Die Marke Suda ereilte mangels Airbags und anderen nicht vorhandenen westlichen Sicherheitsmerkmalen ein ähnliches Schicksal.

Letzte Hürde genommen
Seither ist viel Zeit vergangenen. Die chinesischen Hersteller haben sich in Riesensprüngen weiterentwickelt. Viele davon sind über den Status von Plastikbombern, mit denen man schnell Leib und Leben riskiert, längst hinaus. Optisch gleichen sie nicht mehr seltsamen Ungetümen wie von einem andern Stern oder entpuppen sich als dreiste Raubkopien, sondern haben sich zu ansehnlichen Fortbewegungsmitteln gemausert. Zuletzt sind die Hersteller vielmehr an den hohen europäischen Emissionsvorschriften gescheitert.

China-Autos bestehen strenge EU-Prüfungen
Seit die EU aber all jenen, die sich in Zukunft auf vier Rädern fortbewegen wollen, de facto den Kauf von Elektroautos verordnet, ist auch der Weg für Fahrzeuge made in China Sold in Europe frei. Denn das Spezialgebiet der China-Autohersteller sind Elektroautos. Da fallen mangels Emissionen auch strenge europäische Prüfungen flach. Jetzt können sich die etablierten Autohersteller, die lange die Bemühungen der Chinesen entspannt beobachten konnten, festhalten.

China dominiert Batteriemarkt
Beim Bau von Elektroautos macht den Chinesen so leicht keiner was vor. Das Land ist nicht nur der größte Absatzmarkt für Elektroautos, chinesische Automobil- und Zulieferindustrie sind auch führend bei wichtigen Technologien wie der Batteriezellfertigung. Bis 2023 dürfte es mehr als 70 Prozent der global nachgefragten Batterien liefern.

Denzel mit eigener China-Import-Division
Denzel, Autoimporteur und Händler zahlreicher Marken hat schon länger das Business bei China-Autos gewittert und nach dem Kurzzeit-Intermezzo der Frey-Gruppe beim Import von MG und Maxus im Vorjahr zunächst das Geschäft mit MG kurzerhand übernommen und in die Asia Car Import Austria, eine 100 Prozent-Tochter von Denzel, gegründet. Die einst prestigeträchtige britische Automarke MG hat die Markenrechte an den chinesischen SAIC-Konzern abgetreten, aktuell die Nummer sieben weltweit. „Wir haben in wenigen Monaten schon 450 MGs verkauft“, resümiert Michael Ellis, Sprecher von Asia Car.

Maxus bald in jedem Bundesland erhältlich
Nun landet Asia Car Import Austria mit dem Vertrieb von Modellen des Nutzfahrzeugherstellers Maxus nur wenige Monate später den nächsten Coup. Erfahrung hat Denzel mit diesem Business, das Unternehmen ist auch Generalimporteur von Mitsubishi und Hyundai seit vielen Jahren. „Wir haben ein eigenes Vertriebs- und Serviceteam, das sich nur um die chinesischen Marken kümmert und wollen den Verkauf und das Service breit aufstellen und in jedem Bundesland vertreten sein. Eine gute Händlerabdeckung ist essenziell“, erläutert Ellis die Strategie für Maxus. Derzeit ist das Händlernetz noch im Aufbau, mehrere Partner gebe es aber bereits, so der Asia-Car-Sprecher.


Wollen KMUs so Umstieg ermöglichen

Elektro-Transporter ab knapp 24.000 Euro
Sowohl MG als auch Maxus verfolgen dasselbe Konzept: „Wir wollen mit diesen Modellen durch ein besonders gutes Preis-Leistungs-Verhältnis Elektroautos einem breiten Kundenkreis zugänglich machen“, so Asia-Car-Import-Austria-Sprecher Ellis. So ist der neue kleine vollelektrische Transporter Maxus eDeliver 3 inklusive 2.000 Euro Mobilitätsbonus und 5.500 Euro staatliche Förderung, Plus Flottenbonus bis fünf Fahrzeuge (1,5 %) und zehn Prozent Förderungen ab 23.990 Euro netto zu haben. „Mit diesem Angebot wollen wir KMUs den Umstieg in die Elektromobilität ermöglichen“, argumentiert Ellis.

Binnen weniger Wochen lieferbar
Der Maxus-Importeur verspricht kurze Lieferzeiten. „Aufgrund der geringen Individualisierungsmöglichkeiten sind die Fahrzeuge vielfach bereits produziert und entsprechend schnell lieferbar“, verrät Ellis. Die Modelle seien jedoch von vorneherein gut mit Assistenzsystemen bestückt, betont der Manager.

Maxus eDeliver3: Bis zu 340 Kilometer Reichweite, 90 kW Leistung
Der kompakte Transporter Maxus eDeliver3 von SAIC schafft im Stadtverkehr eine Reichweite bis zu 342 Kilometer, kombiniert, also auch auf längeren Strecken gemessen, sind es um rund 100 Kilometer weniger. Optisch ähnelt dieser beim Design dem Nissan eNV 200. Im Gegensatz zu diesem ist der eDeliver 3 allerdings mit kurzem und langem Radstand in den Karosserielängen 4,56 Meter und. 5,15 Meter erhältlich. Das Modell verfügt über einen 90 kW (122 PS) Motor und verbraucht laut Hersteller 22,5 kW/100 km. Die beiden unterschiedlichen Lithium-Ionen-Akkus lassen sich an der DC-Säule in 45 Minuten zu 80 Prozent aufladen. Zur Serien-Ausstattung gehören unter anderem ein Audiosystem, eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, ein Tempomat, eine Sitzheizung und eine Rückfahrkamera.

Bis zu acht Jahre Garantie
Maxus gewährt bis zu acht Jahre Garantie auf die Batterie, fünf Jahre gibt es auf das Fahrzeug. „Da zählen wir zu den besten“, so Ellis.

Konkurrent Nissan e-NV200: Weniger Leistung, höherer Verbrauch
Der elektrische Kastenwagen von Nissan, der e-NV200, der dem Maxus ähnelt, ist mit 80 kW (109 PS) ausgestattet und wird zum Listenpreis von netto 31.000 Euro angeboten. Mit dem Kauf der Batterie sind es 37.200 Euro. Staatliche Förderungen nicht eingerechnet. Nissan bietet fünf Jahre Garantie auf den Neuwagen und die elektrischen Komponenten. Die Reichweite wird mit 275 Kilometer angegeben, der elektrische Verbrauch mit 26 kWh/100 km.

Mit dem eDeliver9 hat Maxus auch noch ein größeres Modell ab 36.100 Euro netto im Portfolio.

Die bisher sichere Bastion westlicher Autohersteller beginnt mit jedem neuen Elektroautohersteller aus China zu wackeln. Gut für China-Autoimporteure, deren Kunden immer mehr Vertrauen in chinesische Fahrzeuge entwickeln dürften.

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