Die zehn reichsten Terrororganisationen der Welt

Wer die größten Terrororganisationen nach Umsatz sind, für was sie sich einsetzen, wo sie operieren und mit welchen Methoden sie sich finanzieren. Das Magazin "Forbes Israel" hat nun eine genaue Aufstellung der finanziellen Netzwerke des Grauens erstellt.

Die zehn reichsten Terrororganisationen der Welt
Die zehn reichsten Terrororganisationen der Welt

Die Terroristen in Paris waren bestens ausgerüstet: Mit Schnellfeuerwaffen, Panzerfäusten und schusssicheren Westen. Laut Augenzeugen haben sie im Namen Al-Qaidas Rache geübt. Die gute Ausrüstung spricht dafür, dass die Attentäter von einer der großen Terrororganisationen ausgebildet wurden und finanziert werden. Die Al-Qaida zählt mit einem Jahresumsatz von 150 Millionen Dollar zu den Top-Terrororganisationen der Welt, wenn sie auch nicht mehr zu den fünf größten terroristischen Vereinigungen zählt. Das geht aus einer nun von Forbes Israel erstellten Aufstellung hervor. Diese basiert auf Informationen und Interviews mit Sicherheitsexperten, Anti-Terrorspezialisten, Analysen von NGOs, Universitäten und Regierungsorganisationen.

1. ISIS

Die mit Abstand weltweit größte Terrororganisation.

Jahresumsatz: Zwei Milliarden Dollar. Einzelne Experten gehen sogar von drei Milliarden Dollar aus.
Haupteinnahmequelle: Der Ölhandel. Dem einst kleinen Ableger der Al-Qaida ist es gelungen rund 60 Prozent der Ölreserven in Syrien zu beherrschen und die Kontrolle über sieben wichtige Öl- und Gasreserven im Irak zu erlangen, inklusive der größten Raffinerie des Landes. Das Ergebnis dieses Raubzugs kann sich sehen lassen: Die ISIS verkauft täglich zigtausende Barrel Öl auf dem Schwarzmarkt. Zwar muss das Öl deshalb um 40 bis 75 Prozent billiger verkauft werden, aber laut Forbes-Recherchen spült das noch immer täglich rund drei Millionen Dollar in die ISIS-Kassen. Macht fast eine Milliarde Dollar im Jahr, nur aus dem Ölgeschäft.
Geschäftsmodell Plünderungen: Ein weiterer wichtiger Geschäftszweig sind Plünderungen. Während ihres Vordringens plündern die ISIS-Aktivisten alles, was ihnen in die Quere kommt. Von Nahrungsmittel bis hin zu Banken, Museen und Antiquitäten. So soll die ISIS in der syrischen Stadt Al-Fought etwa Antiquitäten, die bis ins 8. Jahrhundert zurückgehen, im Wert von 63 Millionen Dollar, gestohlen haben. Ein weiterer gigantischer Raubzug, der auf die ISIS zurückgehen soll: Die Zentralbank von Mosul, die zweitgrößte Stadt des Iraks, wurde um eine halbe Milliarde Dollar in Bargeld und Gold erleichtert.
Kidnappen bringt Millionen: Gutes Geld bringt es auch Ausländer zu kidnappen und für sie Lösegeld zu erpressen. Insgesamt soll die ISIS in den vergangenen Jahren so 125 Millionen Dollar herausgeholt haben.
Versorgung durch Staudämme und riesige Agrarflächen gesichert: Die Organisation der Islamische Staat kontrolliert heute ein Drittel des Irak und über ein Drittel Syriens und damit mehr als die Hälfte des Territoriums, das etwa der Hälfte Deutschlands entspricht. Durch den Gewinn dieser großen Fläche hat die Terrororganisation auch Zugriff auf riesige Agar-Gebiete, Elektrizitätswerke, Staudämme und andere strategische Einrichtungen. Der Assad-See etwa, das größte Wasserreservoir Syrien, ist in der Hand der Terroreinheit. Einzig ein Steuersystem hat ISIS noch nicht eingeführt, wodurch die Finanzkraft nachhaltiger und noch schlagkräftiger werden würde, als bisher.

2. Hamas

Jahresumsatz: Eine Milliarde Dollar.
Region: West Bank und Gazastreifen
Einnahmequellen: Steuern und Gebühren, Finanzhilfe und Spenden, speziell aus Katar.
Ziel: Die Bekämpfung Israels und die Errichtung eines Palästinenserstaates

Militärische Coups und die Übernahme des Gazastreifens im Jahr 2007 katapultierten die Hamas in die Liga der großen Terrororganisationen. Innerhalb nur einer Dekade gelang es der Hamas laut Forbes-Recherchen zu einem großen kriminellen Wirtschaftskonglomerat zu formen. So schneidet die Hamas praktischen bei jeder Transaktion im Gazastreifen 15 Prozent mit. Das betrifft vor allem Importware, von Lebensmitteln, Konsumgüter, die in den Gazastreifen importiert werden, bis hin zu Zigaretten, Benzin oder Autos.

Damit verdient die Hamas auch gut an der internationalen Hilfe für die Palästinenser, die in den Gazastreifen fließen. Zu den Steuern kommen Gebühren für das Geldwechseln. Damit ist die Hamas der Hauptprofiteure der internationalen Unterstützung. Alleine durch diesen Spesenaufschlag erzielt die Hamas jährlich Umsätze in Millionenhöhe.

Doch die Hamas betreibt auch selbst Geschäfte. So besitzt sie zahlreiche Immobilienfirmen, Versicherungen, Banken, Hotels, sogar Fischfarmen und Bankettsäle, die dort gerne für festliche Anlässe gemietet werden. Wer im Gaza erfolgreich Geschäfte betreiben will, tut zudem gut daran, mit der „richtigen“ Bank oder Versicherung zusammenzuarbeiten. Mit diesem breit aufgestellten Businessmodell kommt die Hamas auf jährlich schätzungsweise eine halbe Million Dollar. Weiteres Geld kommt durch Spenden von Privaten und Staaten zusammen, allen voran Katar, die jährlich hunderte Millionen Dollar der Organisation überweisen.

3. FARC

Jahresumsatz: 600 Millionen Dollar.
Region: Kolumbien
Einnahmequellen: Produktion und Verkauf von Drogen, Kidnapping und Lösegeld-Erpressung, Goldminen, Steuern und Gebühren.
Ziel: Das kapitalistische Regime soll eliminiert und durch einen marxistischen Wohlfahrtsstaat ersetzt werden.

Die FARC hat 50 Jahre nach ihrer Gründung zwar an Ansehen und Glanz verloren, ist aber noch immer die größte Terrororganisation Lateinamerikas und die drittgrößte der Welt und gleichzeitig ein wichtiger politischer Player. Die Organisation kontrolliert ungefähr 30 Prozent des Territoriums von Kolumbien, speziell im Südosten, wo sie eines der größten Netzwerke des Drogenhandels beherrscht. Laut einem Bericht des US-Justizministeriums stammen 50 Prozent des weltweiten Kokain-Handels aus FARC-Produktion. Insgesamt nehmen die kolumbianischen Terroristen jährlich durch den Drogenhandel 500 Millionen Dollar ein.

Zu den lukrativen Geschäftszweigen zählt für die kolumbianischen Guerillas auch der Menschenhandel. Laut Amnesty International sollen 2008 rund 700 Menschen in der Gewalt der FARC gewesen sein. Seit 1997 sollen insgesamt 6.800 Menschen von ihnen geknidnappt worden sein und gegen hohes Lösegeld vielfach wieder freigelassen worden sein.

4. Hisbollah

Jahresumsatz: 500 Millionen Dollar.
Region: Libanon
Einnahmequellen: Finanzielle Unterstützung, speziell durch den Iran, Produktion und Vertrieb von Drogen.
Ziel: Militärischer Kampf gegen Israel und die Etablierung eines islamischen Libanons.

5. Taliban

Jahresumsatz: 400 Millionen Dollar.
Region: Afghanistan und Pakistan
Einnahmequellen: Opium- und Heroinproduktion, Steuern und Gebühren, Finanzhilfe.
Ziel: Eine islamische Theokratie in Afghanistan

Obwohl die Terrorregime nach 9/11 nach der US-Invasion vertrieben wurden, sorgte Taliban-Chef Mohammed Omar für ein eindrucksvolles militärisches und finanzielles Comeback. Den Taliban ist es seither gelungen die US-Streitkräfte und die Nato zurückzudrängen und sich im ganzen Land wieder rapide auszubreiten. Das wäre nach Einschätzung von Forbes Israel ohne eine ausgeklügeltes Finanzsystem, das die Taliban entwickelt haben, nie gelungen.

Seit ihrem Machtverlust im Jahr 2001 hat die sunnitische Terrororganisation eine riesige Drogenproduktion aufgebaut und ein großes Drogenhandelsnetzwerk entwickelt. Durch dieses Netzwerk werden jährlich hunderte Millionen von Dollar lukriert und macht Afghanistan zum weltweit größten Opiumexporteur. Die Taliban lassen jedoch Bauern, Drogenhersteller und Schmuggler für sich arbeiten und kassieren für deren „Schutz“ nur Gebühren. Nach Berechnungen des Pentagon und der US erzielen die Taliban so zwischen 100 und 300 Millionen Dollar Umsatz pro Jahr.

6. Al-Qaida

Jahresumsatz: 150 Millionen Dollar.
Einnahmequellen: Finanzielle Unterstützung, Kidnapping und Drogenhandel
Ziel: Ein globaler Jihad gegen Christen und Juden und die Formierung einer einheitlichen Front gegen den Westen.

Al-Qaida, die sich mit dem Angriff auf das World Trade Center das Ziel eines globalen Jihad erfunden hat, operiert von seinem Hauptquartier in Pakistan aus und arbeitet von dort aus mit Ablegern in Algerien, Marokko, Libyen, Mali, Mauretanien, Niger, Nigeria und dem Tschad zusammen. Einheiten existieren auch im Jemen, im Irak und in Saudi Arabien und arbeiten mit Dutzenden radikalen islamischen Gruppen in der ganzen Welt zusammen.

7. Lashkar-eTaiba

Islamistische Kashmir-Kämpfer Lashkar-eTaiba (Pakistan und Indien)
Jahresumsatz: 100 Millionen Dollar

8. Al Shabab

Al Shabab Kämpfer für ein islamistisches Somalia
Jahresumsatz: 70 Millionen Dollar

9. Boko Haram

Jahresumsatz: 52 Millionen Dollar

10. REAL IRA

Irische Freiheitskämpfer REAL IRA, der radikale Arm der Irischen Republikanischen Armee
Jahresumsatz: 50 Millionen Dollar
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