Österreichs beste Start-ups 2020: Die Jury

Die Jury des trend-Rankings kann sich sehen lassen. Die 21 Mitglieder zählen zu den erfahrensten Start-up-Experten des Landes mit in Summe über 500 Beteiligungen im In- und Ausland.

Österreichs beste Start-ups 2020: Die Jury

Die Jury

[Zum Vergrößern - KLICKEN Sie auf das Bild]


Das Jahr 2020 war für alle besonders herausfordernd. Dennoch nahm sich die Jury wieder gerne Zeit, in Summe an die 200 junge Unternehmen, die ganz unterschiedlich von der Corona-Krise betroffen sind, für das Ranking zu bewerten - ein ganz besonders herzliches Dankeschön für die Mühe!

Das Ergebnis fiel im Gegensatz zu den vergangenen Jahren recht deutlich aus: Vorjahressieger Bitpanda konnte sich diesmal mit klarem Abstand durchsetzen - nach der im Herbst erfolgten größten Finanzierungsrunde des heurigen Jahres durchaus nachvollziehbar.

Auf Platz zwei landet die von zwei Wienern gegründete mobile Bank N26, auf Platz drei findet sich Aufsteiger Refurbed erstmals am Stockerl. Das Ranking der 100 besten Start-ups Österreichs samt Kategoriesiegern finden Sie auf den nachfolgenden Seiten.

Agilität & Kreativität in der Krise

Das trend-RANKING der innovativsten Gründer des Landes zeigt, dass Agilität und Kreativität gerade in Krisenzeiten zum Handwerkszeug von Start-ups gehören. Dennoch haben nicht wenige der jungen Unternehmen mit den Folgen von Corona zu kämpfen.

WC-Papier sucht man vergeblich. Noch. Aber schon in den nächsten Wochen will Theresa Imre auf ihrem boomenden Onlinemarktplatz für regionale Lebensmittel auch Haushaltswaren anbieten, um dann die Hamsterkäufer von Toilettenpapier bedienen zu können. "Unsere Kunden sollen künftig ihren gesamten Bedarf über unser Portal decken können", kündigt die Gründerin von Markta an.

Dass Imre diesen Satz heute sagen kann, hätte die 30-jährige Geschäftsführerin vor Ausbruch der Pandemie wohl selbst nicht für möglich gehalten. Denn da fristete Markta noch eher ein Nischendasein. "Die Corona-Krise hat uns zum Durchbruch verholfen", bestätigt sie. Mit Markta bedient sie sowohl die Veränderung des Einkaufsverhaltens hin zu mehr Regionalität als auch die unfreiwillig entdeckte Liebe der Kunden zu Onlineshops. Und jeder weitere Lockdown sorgt für einen kräftigen Schub bei den Bestellungen, die aktuell bei 2.000 pro Woche liegen. "Wir können unseren Businessplan nun zwei Jahre früher erreichen als ursprünglich geplant", freut sich die junge Gründerin.

Szenenwechsel. Das Headquarter von TourRadar in Wien wirkt wie ausgestorben. Etliche der 275 Mitarbeiter mussten gekündigt werden, andere sind in Kurzarbeit sowie im Homeoffice. Das bis vor Kurzem noch als künftiges Unicorn, also mit einer Bewertung von über einer Milliarde Dollar, gefeierte Start-up, das Gruppenreisen vermittelt, stand nach dem Ende des Reisemarktes, wie wir ihn kannten, schlagartig am Abgrund. "Am härtesten war es im März, weil die Unsicherheit am größten war", berichtet Co-Gründer und CEO Travis Pittman, "wir hatten täglich Leadership-Meetings, um Wege aus dieser Krise zu finden." Im Mai mussten die Bestandsinvestoren mit erneutem Kapitalzuschuss einspringen, um den Fortbestand zu sichern.

Die extreme Herausforderung

Eines zeigen die Beispiele deutlich: Die Corona-Pandemie trifft die heimische Start-up-Szene mit in Summe geschätzt rund 1.500 Jungunternehmen mit voller Wucht - auf die eine oder andere Weise. Während die einen neue Chancen wittern, brechen anderen ihre Absatzmärkte weg. In beiden Fällen müssen Businesspläne neu geschrieben werden, muss in Alternativszenarien gedacht werden.

Nach Jahren des steten Wachstums und halbwegs berechenbarer Entwicklungen, nach millionenschweren Finanzierungsrunden und irren Wachstumsraten gilt es, innezuhalten und sich neu zu orientieren - nicht nur für die jungen Gründer, die oft das erste Mal in ihrem Leben mit einer Krise konfrontiert werden, sondern auch für erfahrene Investoren, wie der Business Angel des Jahres, Niki Futter, analysiert: "Je nach Zusammensetzung des Portfolios hatten wir es im ersten Lockdown mit Start-ups etwa aus dem Bereich Leisure, Mobility und Travel zu tun, die nahe an einer Katastrophe vorbeigeschrammt sind und denen wir helfen mussten, und andererseits mit welchen, die sogar davon profitiert haben, zum Beispiel im Bereich Education."

Genau in diesem Spannungsfeld findet sich die Start-up-Szene im Corona-Jahr wieder. Weniger denn je lässt sie sich heuer über einen Kamm scheren. Nicht nur die verschiedenen Branchen, in denen die Gründer tätig sind, führen dazu, dass sie von der Krise höchst unterschiedlich gebeutelt werden. Auch ihr Kontostand zum Zeitpunkt des Ausbruchs der Pandemie, der Stand der Verhandlungen mit etwaigen Geldgebern sowie der jeweilige Reifegrad - von Entwicklungsphase über Markteintritt bis zur Skalierung in andere Länder - zählen zu jenen Faktoren, die es unmöglich machen, ein Universalrezept für die Gesundung der vor allem zu Beginn der Krise ziemlich angeschlagenen Branche auszustellen.

Über 40 Prozent der Startups bezeichneten ihre Situation einer Umfrage des Austrian Startup Monitors zufolge im Frühjahr noch als schlecht bis kritisch, nur weniger als ein Drittel als gut oder sehr gut (siehe Grafik unten) . Viele stellten auf Kurzarbeit um, Mitarbeiter wurden gekündigt, Budgets gekürzt. Es fehlte allerorts an Liquidität, Rechnungen blieben vorerst unbezahlt, Gehälter wurden vorübergehend ausgesetzt. "In diesen schwierigen Zeiten, noch dazu vom Homeoffice aus, ein guter Chef zu sein, war extrem herausfordernd", denkt TourRadar-Chef Pittman an die ersten Wochen zurück.

[Zum Vergrößern - KLICKEN Sie auf die Grafik]




So funktionieren Startups: Ideen, die zu Unternehmen werden [Ratgeber]

Neue Technologien, kreative und innovative Ideen und revolutionäre …

Diese Förderungen gibt es für Start-ups in Österreich

Förderungen gehören zu den wichtigsten Finanzierungsmitteln für Start-ups …

Als Unternehmer durchstarten: So erstellen Sie einen Businessplan

Um an Kapital zu kommen, ist für Start-ups und viele andere …

Die GoStudent Gründer Felix Ohswald und Gregor Müller

GoStudent: Das Erfolgsgeheimnis der jungen Gründer

Nach einem 300-Millionen-Euro Investment ist die von Felix Ohswald und …