Geschlechtskrankheiten sind in Österreich auf dem Vormarsch

Geschlechtskrankheiten sind in Österreich auf dem Vormarsch

Die Abneigung gegen "Safer Sex" hat im letzten Jahrzehnt zugenommen und beschert infektiösen Viren und Bakterien neuen Aufschwung.

Besorgniserregend ist die Tendenz zum ungeschützten Geschlechtsverkehr, wodurch die Neuinfektionen der STI Krankheiten in Österreich wieder auf dem Stand von vor 20 Jahren zurückgefallen sind. So viel wurde im Kampf gegen Gonorrhoe (Tripper), Lues (Syphilis) und Co. erreicht, doch 2011 stiegen die Infektionen auf ein Rekordhoch.

Besorgniserregend ist die Tendenz zum ungeschützten Geschlechtsverkehr, wodurch die Neuinfektionen der STI Krankheiten in Österreich wieder auf dem Stand von vor 20 Jahren zurückgefallen sind. So viel wurde im Kampf gegen Gonorrhoe (Tripper), Lues (Syphilis) und Co. erreicht, doch 2011 stiegen die Infektionen auf ein Rekordhoch.

Insbesondere die Weltmetropole Wien wird von einer wahren Flut heimtückischer Geschlechtskrankheiten befallen. Ein neues Erwachen des gesellschaftlichen Bewusstseins ist unumgänglich. Das Problem ist nicht einfach mit ein paar Antibiotika aus der Welt zu schaffen. Unerkannte Infektionen, Folgeerkrankungen und tückische, unheilbare Virusinfektionen, die zu chronischen Ausbrüchen führen, werden nur allzu oft vernachlässigt.

Meldepflichtige und andere Geschlechtskrankheiten

Nicht für alle Geschlechtskrankheiten besteht in Österreich eine Meldepflicht. Daher bestehen verlässliche Zahlen nur für die Entwicklung der meldepflichtigen Gonorrhoe, Lues, Aids, Lymphogranuloma venereum und den in Österreich sehr selten und unbekannten Ulcus molle. Die Angst vieler Betroffenen vor einer Meldepflicht ist hoch, jedoch unbegründet. Solange die ärztliche Behandlung befolgt und auch die verpflichtenden Nachuntersuchungen eingehalten werden, ist die Meldung anonym und dient rein statistischen Zwecken.

Es ist zu befürchten, dass ähnliche Entwicklungen bei den nichtmeldepflichtigen Chlamydien, Herpes genitalis, Humanen Papillomviren (HPV), Hepatitis B und HIV zu beklagen sind. Besonders prekär ist die Lage bei Lymphogranuloma venereum, einem ursprünglich tropischem Vertreter der Chlamydien, die seit 2003 im gesamten europäischen Großstadtraum rasant zunehmen. Da selbst viele Ärzte die Symptome nicht erkennen, ist die Dunkelziffer der Infektionen vermutlich auch in Österreich hoch.

Zahlen, Symptome und Behandlungen

Alle sexuell übertragbaren Krankheiten werden durch ungeschützten Sexualverkehr übertragen. Ihnen ist gemein, dass es keinerlei Impfungen gibt und das einzig wirkungsvolle Mittel das Präservativ, Kondom, ist. Die Abneigung gegen "Safer Sex" hat im letzten Jahrzehnt zugenommen und beschert Viren und Bakterien neuen Aufschwung.

Wechselnde Sexualpartner, Scham vor dem Arzt und ein sinkendes gesellschaftliches Bewusstsein unterstützen ihren Vormarsch. Dabei dürfen Geschlechtskrankheiten keinesfalls verharmlost werden, nur weil für einige wirkungsvolle Antibiotika zur Verfügung stehen. Virale Erkrankungen können nicht geheilt werden.

Besonders tückisch ist der "Ping-Pong-Effekt". Werden nicht beide Sexualpartner gleichzeitig behandelt, springt die Krankheit zwischen ihnen hin und her, sodass es ständig zu Neuinfektionen kommt. Nur ein offener und respektvoller Umgang mit sich selbst und anderen kann eine schleichende Verbreitung verhindern.

Gonorrhoe

Ausgelöst durch das Bakterium Neisseria gonorrhoeae wird die weltbekannte Krankheit Gonorrhoe/Tripper ausgelöst. Sie macht sich durch schmerzhaftes Urinieren und einem eitrigen, übel riechenden Ausfluss aus Gebärmutter oder Harnröhre bemerkbar. Problematisch ist, dass rund 50% der Frauen und 10% der Männer von keinerlei typischen Symptomen geplagt sind und so die Erkrankung nicht wahrnehmen.

Symptome sind schmerzhafte Entzündungen von Prostata, Gebärmutterhals und Eierstöcken, welche sogar in Sterilität münden können. Infizierte mit unerkannter Gonorrhoe sind dennoch ansteckend und so verbreitete sie sich in Österreich zuletzt drastisch.

Während zu Beginn des neuen Jahrtausends lediglich 400 Fälle jährlich gemeldet wurden, stieg die Zahl kontinuierlich an. 2002 waren bereits 1000 und 2011 insgesamt 1.454 Neuinfektionen zu beklagen. Lediglich 2008 gab es mit 820 Gonorrhoebehandlungen eine kurze Entspannung.

Lues

Lues wird durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöst und ist eine chronische, in mehreren Phasen verlaufende Krankheit. In der ersten Phase bildet sich an der Eintrittsstelle im Intimbereich ein schmerzloses, häufig unbemerktes Geschwür.

In der Folge treten Fieber, Müdigkeit, fleckiger Ausschlag und Plaques sowohl im Mund als auch im Intimbereich auf. Unbehandelt treten als Langzeitfolgen Herz-, Gefäß- und Hautprobleme auf sowie die gefürchteten Nervenschäden.

Für Lues sind ähnliche Schreckensdaten wie für die Gonorrhoe vorhanden. Während es 2000 lediglich 200 Neuinfektionen gab, verdreifachte sich die Zahl bis 2009 fast. 575 neue Fälle, wovon besorgniserregende 439 allein in Wien gemeldet wurden.

Chlamydien

Die nicht meldepflichtige Krankheit wird auf 100 000 Infektionen in Österreich geschätzt. Jeder 30. Erwachsene und sogar jeder 16. Teenager ist betroffen. Besonders heimtückisch: 50% aller Männer und sogar 75% aller Frauen bemerken keine Beschwerden.

Symptome sind Entzündungen, die der Gonorrhoe ähneln. Auch die Gefahr von Eileiterschwangerschaften oder Unfruchtbarkeit ist gegeben.

Eines gemein ist Lues, Gonorrhoe und Chlamydien: Werden sie erkannt, sind sie vergleichsweise gut mit Antibiotika zu therapieren.

Entwicklungszyklus: Eine der am häufigsten auftretenden Geschlechtskrankheiten – Chlamydien

HIV und Herpes genitalis

Auch die Zahl der HIV- Patienten stieg zuletzt deutlich an. Insgesamt 500 neue Fälle pro Jahr sind statistisch erhoben.

Ähnlich wie HIV ist auch der Herpes genitalis eine vireninduzierte Erkrankung, die lebenslang im Körper verbleibt. Der Herpes genitalis ist bei der Erstinfektion über alle Maßen schmerzhaft und durch viele kleine Bläschen im Genitalbereich gekennzeichnet. Mit virushemmenden Mitteln, Stärkung des Immunsystems und einer stressreduzierten Lebensweise können die Symptome unterdrückt werden

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