Trend Logo

KV-Streit eskaliert - AUA streicht vor Ostern 400 Flüge

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Fliegen oder parken - Bange Stunden für Oster-Reisende
©APA/APA/dpa/Marcus Brandt
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed

Der KV-Streit bei der AUA führt zu Flugausfällen - diesmal in der Osterreisezeit. Wegen eines für Gründonnerstag und Karfreitag von der Gewerkschaft angedrohten Streiks streicht die Airline an diesen beiden Tagen rund 400 Flüge. Die etwa 50.000 betroffenen Fluggäste werden proaktiv informiert.

von

Die Austrian Airlines wappnet sich für den Streik ihres Bodenpersonals in der Zeit von 28. März, 00:00 Uhr bis 29. März, 12 Uhr und streicht 400 Flüge, die planmäßig in diesen Zeitraum fallen.

Die Fluglinie bietet den rund 50.000 betroffenen Passagieren kostenlose Stornos und Umbuchungen an. "Alle Fluggäste werden zum nächstmöglichen Flug umgebucht. Der Gast kann sich gegen eine Flugumbuchung entscheiden, den Flug stornieren und refundieren lassen", heißt es laut Fluggesellschaft. Passagiere werden gebeten, ihren Flugstatus auf der Webseite austrian.com zu überprüfen.

Austrian beziffert den bisher im Zuge der aktuellen KV-Verhandlungsrunden entstandenen Schaden infolge von Hunderten Flugausfällen mit 24 Mio. Euro. Bei den Kollektivvertragsverhandlungen selbst hat es seit Sonntag keine Bewegung mehr gegeben. Die Fronten zwischen AUA-Management und Gewerkschaft bzw. Bord-Betriebsrat sind verhärtet. Beide Seiten pochen darauf, dass sich die jeweils andere Partei bewegt.

Die Gewerkschaft will einen Gehaltsabschluss über der Inflation, das Angebot der AUA von bis zu 18 Prozent Gehaltsplus für Flugbegleiter und Piloten sowie bis zu 28 Prozent für Co-Piloten beziehe sich auf zwei Jahre und bestehe aus nicht nachhaltigen Einmalzahlungen, hatte vida-Gewerkschafter Daniel Liebhart am Dienstag kritisiert. vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit spricht von einem Gehaltsunterschied von 40 Prozent zwischen der AUA-Belegschaft und den Beschäftigten der deutschen Konzernmutter Lufthansa. "Es ist extrem unverständlich, dass ein Teil des Konzerns wie der letzte Putzfetzen behandelt wird", sagte Hebenstreit zur APA.

Blurred image background

Mitarbeiterentwicklung bei den Austrian Airlines

© APA

Die AUA verwies darauf, dass sie für zwei Jahre den vollen Lohnausgleich plus etwas drauf anbiete, wobei der angebotene Erfolgsbonus, wie schon der Name sagt, von guten Bilanzzahlen in den nächsten Jahren abhängig ist. "Mit dem Angebot hat sich das Unternehmen bereits über die wirtschaftlich darstellbare Schmerzgrenze bewegt", so die AUA. Und weiteres: "Wir hoffen, dass die Gewerkschaft und der Betriebsrat nach dem Streik zur Vernunft kommen und behalten uns vor, unser Angebot bis dahin zu revidieren."

Aus Sicht der Gewerkschaft ist eine KV-Einigung weiterhin bis Mittwoch kurz vor Mitternacht möglich, um einen Streik für Gründonnerstag und Karfreitag abzuwenden. "Wir sind immer bereit. Es hängt ganz vom AUA-Management ab", sagte Hebenstreit. Dass dennoch Hunderte Flüge ausfallen, selbst wenn der Streik abgewendet würde, sei bedauerlich. "Zum Streiten gehören immer zwei. Wir können nur an die Gäste appellieren und um Verständnis ersuchen. Man hat uns in diese Situation getrieben", so Hebenstreit.

Der KV-Streit zieht sich nun schon seit Wochen hin. Bei einer Betriebsversammlung am 1. März fielen 112 Flüge aus und rund 12.000 Passagiere waren betroffen. Aufgrund einer für 8. März angekündigten und dann verschobenen Betriebsversammlung wurden 150 Flüge gestrichen. Knapp eine Woche darauf, am 14. März, fand schließlich die Betriebsversammlung statt, wegen der erneut 120 Flüge ausgefallen sind.

"Verhandeln bedeutet, dass die Sozialpartner aufeinander zugehen, um einen tragfähigen Kompromiss zu finden. Diesmal haben der AUA-Bordbetriebsrat und die Gewerkschaft vida aber nur unerfüllbare Maximalforderungen gestellt, auf denen sie um jeden Preis beharrten, egal wie hoch der Schaden ist", kritisierte der Obmann der Berufsgruppe Luftfahrt in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Flughafen-Chef Günther Ofner die KV-Gespräche.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Die Bundesregierung will Verbraucherrechte im Energiesektor stärken
Nachrichtenfeed
Sondergesetz soll mehr Wettbewerb am Energiemarkt bringen
Wintersaison: Bereinigt um Inflation und Kalendertage durchwachsen
Nachrichtenfeed
Tourismus - Nächtigungsrekord mit sparsameren Urlaubern
Inflation sinkt in Österreich auf niedrigsten Wert seit September 2021
Nachrichtenfeed
Inflation im April bei 3,5 % - Fünfthöchster Wert in EU
Weitere Proteste in mehreren Bundesländern geplant
Nachrichtenfeed
Fahrradboten setzen Warnstreiks nach Pfingsten fort
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Nachrichtenfeed
Fahrradboten ritten zum Warnstreik für mehr Lohn aus
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Nachrichtenfeed
Arbeitsmarkt 2023: Teilzeitquote stabil, viele Überstunden
Ausbau der Ladestellen kommt rasch voran
Nachrichtenfeed
Elektroautos im Vormarsch, aber hohe Preise schrecken ab
Die Addiko Bank könnte an die slowenische Bank gehen
Nachrichtenfeed
Addiko Bank rückt ins Visier von Investoren
Der Vertrag von ÖBAG-Chefin Hlawati wurde bis Februar 2027 verlängert
Nachrichtenfeed
ÖBAG-Chefin will Dividende für Infrastruktur zweckwidmen
Viele Unternehmen sind nach dem Angriff Russlands geblieben
Nachrichtenfeed
Nur wenige ausländische Firmen kehrten Russland den Rücken
Selbstbediener-Kassen haben sich in Österreich noch nicht durchgesetzt
Nachrichtenfeed
Hofer will in bis zu 200 Filialen Selbstbedienungskassen
Diesel-Preise gehören zu den Preistreibern in der Landwirtschaft
Nachrichtenfeed
Entlastungspaket soll Bauern 20 Cent/Liter Diesel bringen