Österreichs größte Unternehmen: Stellantis &You

Stellantis &You ist in Österreich für die Vermarktung und den Vertrieb der Autos der 14 Marken der Stellantis-Gruppe zuständig. Zur Gruppe gehört auch das Opel-Werk in Wien-Aspern. Das Tochterunternehmen des viertgrößten Automobilherstellers der Welt liegt im trend TOP 500 Ranking auf Platz 101.

Thema: Österreichs größte Unternehmen
Das Opel-Werk in Wien-Aspern ist Teil der Stellantis Gruppe. Seit 1982 werden hier Motoren und Getriebe gebaut.

Das Opel-Werk in Wien-Aspern ist Teil der Stellantis Gruppe. Seit 1982 werden hier Motoren und Getriebe gebaut.

ARTIKEL-INHALT


FACTS: Stellantis &You Österreich GmbH

trend TOP 500 Ranking: 101

  • Gegründet: 1992/2018/2022
  • Unternehmenssitz: 100 Wien, Triester Straße 50A
  • Mitarbeiter: 170 + 2.100 (Opel Wien-Aspern)
  • Tätigkeiten: Vermarktung, Verkauf und Vertrieb von Kfz
  • Umsatz (2021): 1,050 Mrd. €
  • Eigentümer: PSA Retail France SAS (F) 94,9%, Citroen-Österreich GmbH 5,1%
  • Management:Anne Abboud (CEO), Peter Feldscher (CEO), Georg Herdin (Prokurist), Markus Oitzinger (Prokurist)
  • Börse-Kennzahl: NL00150001Q9 (Mutterunternehmen)
  • Website: stellantisandyou.com/at/

Firmengeschichte

Das Mutterunternehmen der Stellantis &You Österreich GmbH ist die europäisch-amerikanische Stellantis N.V. Letztere entstand wiederum im Jänner 2021 durch eine Fusion von Fiat Chrysler Automobiles und der Groupe PSA, einem französischen Automobilkonzern, zu dem unter anderem Marken wie Citroën, Opel, oder Peugeot gehörten.

Nachdem die beiden Unternehmen 2019 ihren Zusammenschluss erklärt hatten, wurde der Name in Stellantis geändert. Die EU-Wettbewerbskomission erteilte nach einer Untersuchungsfrist 2020 die Genehmigung der Fusion unter Auflagen, welche einen Monat später am 04.01.2021 auch von den Aktionären beider Unternehmen mit 99,8% Zustimmung bestätigt wurde. Mit 16.01.2021 waren sämtliche notwendigen juristischen Schritte offiziell abgeschlossen und die Fusion wurde vollzogen.

Zur Stellantis-Gruppe gehören 14 Automobilmarken. Darunter befinden sich, neben den bereits erwähnten Opel, Peugeot und Citroën auch Fiat, Chrysler und Alfa Romeo sowie die Luxusmarke Maserati und die Offroad-Marke Jeep. Die weiteren Stellantis-Marken sind Arbath, DS, Lancia sowie Fiat Professional (Nutzfahrzeuge). Zu Stellantis gehören weiters die Marken Dodge, Ram Trucks und Vauxhall.

Gemessen nach verkauften Fahrzeugen ist der österreichische Ableger Stellantis &You damit Teil des viertgrößten Automobilherstellers der Welt.

Peter Feldscher, Co-Geschäftsführer Stellantis &You Österreich

Peter Feldscher, Co-Geschäftsführer Stellantis &You Österreich

Zur Stellantis-Gruppe gehören zudem noch die dem Zuliefer-, Zuliefer- und Reparatur-Bereich zuzurechnenden Unternehmen Eurorepar, Mopar, PCMA, Teksid und VM Motori sowie der Automatisierungs-Spezialist Comau.

Geschäftsführer der Stellantis &You Österreich GmbH sind seit 01.04.2019 Anne Abboud, sowie seit 29.01.2021 Peter Feldscher (beide geb. 1964). Das Unternehmen ist als Tochterfirma von Stellantis N.V. zu 94,9% im Besitz der PSA Retail France SAS. 5,1% der Anteile werden darüber hinaus von der Citroen-Österreich GmbH gehalten.


Stellantis im Wandel

Wie viele andere große Automobilhersteller auch, versucht Stellantis mit seinen neuesten Projekten vor allem den Wachstumsmarkt der Elektrofahrzeuge zu bedienen. Dafür will das Unternehmen bis 2025 insgesamt 30 Milliarden Euro in die Elektrifizierung und in die Entwicklung neuer Software investieren.

Durch Synergien zwischen den beiden fusionierten Konzernen Fiat-Chrysler und PSA soll die Technik von E-Autos billiger werden und damit die Rentabilität gesteigert werden. Im Bereich der Softwareinnovationen plant Stellantis die Etablierung von neuen, KI-basierenden Technologieplattformen.

Im Fokus der KI-Anwendungen steht die Software-Architektur STLA Brain, welche die elektronischen Steuergeräte im Fahrzeug mit dem integrierten zentralen Hochleistungscomputer verbindet. So soll es Softwareentwicklern möglich gemacht werden, Funktionen und Dienste schneller zu erstellen und updates durchzuführen, ohne dabei an die Einführung neuer Hardware-Modelle gebunden zu sein.

Auf STLA Brain baut beispielsweise das Smart Cockpit auf, welches KI-basierte Anwendungen wie Navigation, Sprachunterstützung, E-Commerce-Marktplätze und Zahlungsdienste anbietet. Solche Services basieren auf Abo-Modellen, die das Unternehmen als großes Wachstumspotenzial erkannt hat. Bis 2030 will Stellantis die Zahl der monetarisierbaren vernetzten Autos auf 34 Millionen steigern, um damit etwa 20 Milliarden Euro Jahresumsatz zu generieren.

Um die Entwicklung der E-Mobilität und des autonomen Fahrens voranzutreiben hat Stellantis verschiedene Technologie-Kooperationen, auch mit Unternehmen außerhalb der klassischen Automobilindustrie geschlossen. Gemeinsam mit dem südkoreanischen Elektronikriesen Samsung will Stellantis etwa Batteriemodule für die hauseigenen E-Autos herstellen. Dafür wurde ein Joint Venture mit Produktionsstandort im US-amerikanischen Kokomo geschlossen.

Auch bei der Kooperation mit Foxconn dreht sich alles um Elektrofahrzeuge. Stellantis möchte speziell angefertigte Halbleiter und Mikrochips entwickeln, um damit ca. 80% des Bedarfs der eigenen Automarken abzudecken.

2022 wurde bekanntgegeben, dass Stellantis den Carsharing-Anbieter Share Now übernehmen wird. Mit der Übernahme des in den letzten Jahren verlustreichen Carsharing Dienstes von Mercedes und BMW will sich Stellantis als Marktführer im Carsharing positionieren und Share Now nach Vorbild des hauseigenen Carsharing-Programms Free2Move in ein profitables Unternehmen umwandeln.


Stellantis und Opel in Österreich

Der österreichische Ableger Stellantis &You ist für den Vertrieb, An- und Verkauf, das Marketing, sowie den Service der verschiedenen Automarken zuständig, die zur Stellantis Gruppe gehören. Das Unternehmen ist hierzulande mit neun Standorten vertreten und bietet eine Auswahl an 129 lagernden Modellen. Als Vertriebsgesellschaft arbeitet die Gruppe dabei, mit einem Netzwerk von Partner-Händlern. Dabei werden sowohl Neuwägen als auch von Stellantis &You aufbereitete und geprüfte Gebrauchtwägen vertrieben.

Der Stellantis-Gruppe zuzurechnen ist auch das Opel-Werk in Wien-Aspern, in dem Getriebe für Fahrzeuge der Marke Opel hergestellt werden. Jeder zweite Opel fährt mit einem Getriebe und jeder dritte mit einem Motor aus dem Wiener Werk. Die Motorenproduktion wurde jedoch Ende 2020 aufgegeben.

Die Marke Opel hat in Österreich eine lange Geschichte. bereits 1938 gibt es eine erste Niederlassung der Adam Opel AG in Österreich. Im August 1979 unterzeichneten Bundeskanzler Bruno Kreisky und der damalige GM Austria-Generaldirektor Helmuth Schimpf den Vertrag über die Errichtung eines Motorenwerks in Wien-Aspern. Opel war damals Teil der General Motors (GM) Gruppe.

Das Werk mit dem rund 600.000 Quadratmeter großen Betriebsareal ist seit 1982 in Betrieb. Im August 2017, zwei Monate vor der 35-Jahre-Feier von Opel Wien, wurde Opel Teil der französischen PSA-Gruppe. Zuletzt waren bei Opel Wien rund 2.100 Mitarbeiter beschäftigt. Das Werk soll allerdings verkleinert werden.


Stellantis im Internet

Executive Education - Schwung für Ihre Karriere

In Kooperation mit der WU Executive Academy liefert Ihnen der trend im …

trend TOP 500: Österreichs größte Unternehmen [RANKING]

Das trend Ranking der 500 größten Unternehmen Österreichs reiht die …

Der Feuerwehrausstatter Rosenbauer mit Zentrale in Leonding bei Linz ist mit seinen Feuerwehrautos und anderen Produkten international erfolgreich.
Rosenbauer, international führender Feuerwehr-Ausstatter

Rosenbauer ist der weltweit führende Hersteller von Brand- und …

Amazon-Gründer Jeff Bezos, der König des Online-Handels
Amazon, der Online-Handelsgigant [Die größten Unternehmen der Welt]

In knapp 30 Jahren hat sich Amazon zur größten Online-Handelsplattform …