So klappt es mit Nachfolge und Betriebsübergabe

Die Übergabe des Betriebs an Nachfolger oder Käufer gehört zu den wichtigsten, aber zugleich schwierigsten unternehmerischen Entscheidungen. Wir geben den Überblick, worauf es dabei ankommt.

Thema: Firmenübergabe & Betriebsnachfolge
So klappt es mit Nachfolge und Betriebsübergabe

ARTIKEL-INHALT


Mit Einsatz, Mut und Können wurde das eigene Unternehmen über Jahre oder sogar Jahrzehnte aufgebaut. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Unternehmerinnen und Unternehmer dieses Lebenswerk in andere Hände übergeben wollen oder müssen.

Meistens geschieht das, weil sie in Pension gehen: Rund 60 Prozent der Betriebsübergaben in Österreich erfolgen wegen des anstehenden Pensionsantritts. Aber auch andere familiäre Gründe können dazu führen, etwa weil die nächste Generation gerne das Zepter in die Hand nehmen möchte. Zudem können wirtschaftliche Gründe zu einer Übergabe der Firma führen; die Coronakrise hat auch in dieser Hinsicht unter anderem im Tourismus zu etlichen Übernahmen geführt.

Was ist eine Firmenübergabe bzw. Firmennachfolge?

Das ist die Übernahme eines bestehenden Unternehmens an einen neuen Eigentümer. Der neue Besitzer tritt damit in alle Rechten und Pflichten ein, die für den Übergeber gegolten haben. Das bedeutet, dass man nicht bei null beginnt und nicht erst etwas aufbauen muss wie bei einer Firmengründung. Im Gegenzug heißt das aber auch, dass nicht nur die bestehenden Stärken, sondern zudem Schwächen und Probleme des jeweiligen Unternehmens übernommen werden.


Die Arten der Firmenübergabe

  • Am bekanntesten und am weitesten verbreitet ist die Nachfolge innerhalb der Familie, die üblicherweise in Form einer Schenkung durchgeführt wird. Es gibt in Österreich ja keine Erbschafts- und Schenkungssteuer, daher ist diese Variante steuerlich nicht allzu kompliziert, selbst wenn im Detail doch etliche Punkte zu beachten sind.

  • Die zweite Variante: Eine Übergabe außerhalb der Familie, diese erfolgt meistens durch einen Verkauf. Käufer können Mitarbeiter, andere Unternehmen oder Jungunternehmerinnen bzw. -unternehmer sein, die nun den Einstieg in das Unternehmertum wagen.

  • Eine eher untergeordnete Rolle in der Praxis spielt die Pacht als dritte Variante: Dabei nutzt ein Pächter die Firma des Verpächters für einen bestimmten Zeitraum und zahlt dafür einen Pachtzins.

Nachfolge innerhalb der Familie: Darauf kommt es an

Der Großteil der Unternehmensübergaben erfolgt innerhalb der Familie, laut Wirtschaftskammer betrifft das rund zwei Drittel der Fälle. Auf den ersten Blick scheint das die einfachste Möglichkeit zu sein, das eigene Unternehmen zu übergeben. Schließlich kennt man ja die neuen Besitzer. Doch es gibt in der Praxis mehr Fallstricke, als man meinen könnte.

Nicht nur rechtliche und finanzielle Faktoren sind nämlich zu beachten, sondern auch die Emotionen spielen eine entscheidende Rolle. So fühlen sich viele potenzielle Nachfolger zwar verpflichtet, die Firma zu übernehmen, sind aber gar nicht voll davon überzeugt. Das kann langfristig den unternehmerischen Erfolg gefährden.

Bei Geschwistern stellt sich zudem die Frage, wer die Firma letztlich übernehmen wird und welche Konsequenzen das hat. Zu bedenken ist schließlich, dass familiäre Konflikte nicht nur die gesamte Firma gefährden, sondern möglicherweise auch zu Problemen in der Familie führen können.

Experten raten daher, für eine Familiennachfolge einige wichtige Kriterien zu beachten:

  1. Offene, ehrliche Kommunikation ist die Grundlage für eine reibungslose Übergabe in der Familie. Wollen alle wirklich dasselbe? Bleiben die Senioren noch im Betrieb, mischen sie sich ein oder nicht? Werden die Übernehmer das Unternehmen selbst führen oder das Management in externe Hände legen (siehe weiter unten zu Executive Search)?

  2. Neutrale Berater können helfen, mögliche Konflikte anzusprechen und auszuräumen. Die Außensicht kann hier nämlich ausgesprochen wertvoll sein, um unangenehme Tatsachen und versteckte Emotionen zu finden. Berater können darüber hinaus helfen, die Rollen für die nächste Zeit zu definieren – etwa die konkrete Aufteilung der Aufgabengebiete im Unternehmen.

  3. Fakten und Zahlen müssen schonungslos offengelegt werden: Die finanzielle Situation sowie der aktuelle Firmenwert sind wichtig, auch bei einer Übernahme innerhalb der Familie. Schließlich hat die nächste Generation ein Recht darauf, die ganze Wahrheit zu kennen.

  4. Es sollte ein verbindlicher Zeitraum bzw. Übergabetag fixiert werden: Gute Planung ist die eine Sache, doch der Übergabeprozess erfordert auch einen schlüssigen Zeitplan. Bis wann soll die Übergabe abgeschlossen werden? Ab wann wird die Nachfolgerin bzw. der Nachfolger tatsächlich an der Spitze der Firma stehen?

Wie finde ich einen Nachfolger für mein Unternehmen?

Erfolgt die Übernahme innerhalb der Familie, ist die Sache weitestgehend klar. Wie findet eine Unternehmerin bzw. ein Unternehmer aber sonst einen geeigneten Übernehmer bzw. Nachfolger? Dazu bieten sich zunächst Mitarbeiterinnen bzw. Mitarbeiter des bestehenden Unternehmens an. Auch im direkten Umfeld könnte es Kandidaten geben, etwa Partnerfirmen oder Lieferanten.

Bewährt hat sich in den vergangenen Jahren zudem die Nachfolgebörse der Wirtschaftskammer. Diese bietet unter anderem auch Kontakt zu Übergabeberatern der Kammer. Darüber hinaus können dezidierte Nachfolgeveranstaltungen oder Inserate in Zeitung bzw. auf Online-Plattformen für die Suche nach Übernehmern des Betriebs genutzt werden.


Executive Search: CEO für das Unternehmen finden

Die Suche nach geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist in vielen Branchen inzwischen ein Kernthema geworden; der Fachkräftemangel macht den meisten Unternehmen zu schaffen. Nicht ganz einfach ist auch die Suche nach einem CEO für das Unternehmen. Das kann nötig sein, wenn beispielsweise die nächste Generation nicht selbst an der Spitze der Firma stehen möchte oder sich bisherige Eigentümer aus dem aktiven Geschäft zurückziehen möchten.

Für Führungsaufgaben kommt Executive Search ins Spiel, ein Spezialgebiet im Personalwesen. Dafür gibt es spezialisierte Anbieter, die allerdings entsprechend teuer sind. Dafür haben sie Kontakte und können bei Bedarf qualifizierte Manager in Top-Positionen anderer Firmen aktiv ansprechen. Hauptkriterien bei der Auswahl solcher Executive-Search-Spezialisten ist neben Erfahrung und Kosten (Stichwort Erfolgshonorar) vor allem die Diskretion.


Welche Kosten kommen bei einer Übernahme auf mich zu?

Neben den rechtlichen Bedingungen stellen sich für die neuen Besitzer eines Unternehmens vor allem Fragen nach den Kosten der Übernahme und dem zukünftigen Kapitalbedarf. Die Grundlage für eine professionelle Einschätzung ist zunächst eine genaue Analyse der Ist-Situation. Die Unternehmensbewertung ist dafür unerlässlich – zukünftige Ertragsmöglichkeiten sind dabei im Regelfall wichtiger als die derzeitige Substanz.

Für Käufer bzw. Übernehmer ist in weiterer Folge vor allem der Kapitalbedarf entscheidend, wobei dieser zur Gänze fremdfinanziert werden kann oder es wird zumindest teilweise Eigenkapital verwendet. Eine Rolle spielen Förderungen, die in Anspruch genommen werden können. Und nicht vergessen: Durch das Fördergesetz für Neugründungen sind Übernahmen zum Teil von Abgaben und Gebühren befreit.


Betriebsübergabe: Die Verhandlungen

Die entscheidende Phase einer Betriebsübergabe ist gekommen, wenn es konkrete Verhandlungen über die Details gibt. Diese bilden die Grundlage, dass beide Seiten genau das bekommen, das sie möchten. Verhandlungen und auch Verträge sind aber keineswegs nur dann von Relevanz, wenn das Unternehmen außerhalb der Familie veräußert wird. So könnte bei einer familieninternen Übernahme fixiert werden, ob die bisherigen Eigentümer weiterhin gewisse Rechte haben, etwa betriebliche Mitbestimmung oder ein Fruchtgenussrecht.


Wann soll die Übergabe bzw. die Nachfolge erfolgen?

Das Wichtigste vorab: Rechtzeitige Planung erleichtert die Wahl eines Stichtags, an dem die Übergabe an Nachfolger bzw. Käufer erfolgt. So hat man ausreichend Zeit, alle Aspekte eingehend und ohne Stress behandeln zu können. Dazu zählen neben rechtlichen und steuerlichen Details die Berücksichtigung von Bilanzstichtagen oder saisonaler Schwankungen, wie sie etwa in der Baubranche oder in der Landwirtschaft von Bedeutung sind.

Rechtliche, steuerliche und finanzielle Details für eine Nachfolge sollten auch deshalb früh bedacht und entsprechend geregelt werden, weil im Todesfall oder bei sonstigen Ereignissen wichtige Details nicht geklärt werden konnten. In solchen Fällen könnte die Weiterführung des Unternehmens gefährdet sein, etwa wegen erbrechtlicher Probleme.


Take Aways
  • Die meisten Betriebe werden innerhalb einer Familie weitergegeben.
  • Die Übergabe innerhalb der Familie in Form einer Schenkung ist steuerlich unkompliziert.
  • Über die Nachfolgebörse der Wirtschaftskammer kann ein externer Nachfolger gefunden werden.
  • Eine gründliche Analyse und Bewertung des Unternehmens ist unerlässlich - auch bei einer Familiennachfolge.
  • Rechtliche, steuerliche und finanzielle Details für eine Nachfolge sollten rechtzeitig geregelt werden.
Webex, Pionier im Bereich der Videoconferencing und Collaboration Lösungen, kann mit herausragenden Funktionen für den Business-Einsatz punkten.

Webex by Cisco – Goldstandard der Collaboration Software

Webex ist eine Collaboration Software für Unternehmen und gehört zum IT- …

Augmented Reality Lösungen von TeramViewer ermöglichen neuartige Lösungen wie den Remote-Support bei Reparaturen, Wartungen oder Störungen von Produktionsanlagen.

TeamViewer: Fernwartung und Support mit Augmented Reality

TeamViewer, ursprünglich als Fernwartung-Software für IT-Support …

Fit for 55: Der EU-Klimaschutz-Fahrplan bis 2030

Die EU-Kommission hat mit "Fit for 55" weitreichende Vorschläge …

Dropbox ist 2007 als File-Hosting-Anbieter für private Zwecke gestartet, bietet mittlerweile aber ausgeklügelte Collaboration-Lösungen für Unternehmen an.

Dropbox – Sichere Zusammenarbeit für Ihr Team

Dropbox bietet Teams die Möglichkeit, Daten und Dokumemte organsiert und …