Welchen gesetzlichen Regeln Lehrer bei der Benotung unterliegen

Welchen gesetzlichen Regeln Lehrer bei der Benotung unterliegen

Wie ist eine Note zustande gekommen? Welche Leistungen fließen in die Zeugnisnote ein? Was sind die Dokumentationspflichten von Lehrern? Was Lehrer bei der Benotung nicht berücksichtigen dürfen.

Bald beginnt wieder die Schule und bei vielen Schülern mischt sich zur Vorfreude auch ein mulmiges Gefühl. Wie wird der neue Lehrer sein? Wird er mich mögen, wird er mich gerecht behandelt? Oder: Es sind die selben Lehrer wie im vergangenen Schuljahr und die Angst unfair behandelt zu werden, ist wieder da? Solche und andere Bedenken mögen Schülern und auch Eltern durch den Kopf gehen. Dabei wird oft vergessen, dass Lehrer strengen gesetzlichen Auflagen unterliegen, wie sie Schüler zu beurteilen haben. D.A.S. Partneranwalt Christian Függer gibt Auskunft.

Kriterien für die Benotung

Wie Lehrer ihre Schüler benoten müssen, ist gesetzlich genau geregelt. Wichtige Grundlagen dafür bilden die Leistungsbeurteilungsverordnung und das Schulunterrichtsgesetz (SchUG). Lehrer sind demnach verpflichtet, die Selbständigkeit der Arbeit, die Erfassung und die Anwendung des Lehrstoffes, die Durchführung der Aufgaben und die Eigenständigkeit des Schülers zu beurteilen.


Grundlage für die Benotung sind Leistungsfeststellungen. Der Lehrplan und der jeweilige Stand des Unterrichtes sind der Maßstab für die Beurteilung der Leistung. Zur Benotung darf der Lehrer folgende Punkte heranziehen: Die Mitarbeit des Schülers im Unterricht, mündliche Prüfungen, mündliche Übungen wie Referate oder Redeübungen, Schularbeiten, andere schriftliche Überprüfungen wie Tests und Diktate, praktische oder graphische Leistungen wie Arbeiten am Computer oder projektbezogene Arbeiten.
Da sich die Gesamtnote aus mehreren Faktoren zusammensetzt, kann es vorkommen, dass ein Schüler, zwar durch die Bank die Noten „Sehr gut“ auf Schularbeiten erhält, im Jahreszeugnis aber die Note „Gut“ oder „Befriedigend“ steht, da beispielsweise die Mitarbeit ungenügend war.

Was Lehrer bei ihrer Benotung nicht berücksichtigen dürfen

Der Lehrer darf bei Prüfungen den zulässigen Umfang oder die zulässige Arbeitszeit nicht überschreiten. Auch die äußere Form von Tests oder Schularbeiten, also das Erscheinungsbild der Arbeit, darf nur in bestimmten kreativen Fächern, wie etwa Werkerziehung, bildnerische Erziehung oder darstellende Geometrie in die Note einbezogen werden. Das Verhalten des Schülers in der Schule und in der Öffentlichkeit darf bei der Leistungsbeurteilung ebenso wenig mit einfließen.
Kann ein Schüler aufgrund einer körperlichen Behinderung eine Leistung nicht erbringen oder würde seine Gesundheit dadurch gefährdet, hat die Leistungsfeststellung zu unterbleiben.

Die Informationspflichten von Lehrern

Der Lehrer ist verpflichtet, den Schüler auf dessen Wunsch jederzeit über den Stand seiner Leistungen zu informieren. Aus diesem Grund hat der Lehrer Aufzeichnungen zu führen und darüber Auskunft zu geben, welche Beurteilungskriterien der Note zugrunde liegen.

Der Lehrer ist auch verpflichtet, Mitarbeit und Leistungen des Schülers so oft wie möglich zu überprüfen. Diese Pflicht trifft den Lehrer letztendlich auch deshalb, damit die Benotung des Schülers für einen Außenstehenden nachvollziehbar ist. Er ist verpflichtet, dem Schüler zu erklären, warum er die jeweilige Note erhalten hat, ohne ihn dabei jedoch zu entmutigen oder seine Selbstachtung zu beeinträchtigen.

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Rechtsanwalt
Dr. Christian Függer
Verteidiger in Strafsachen
3100 St. Pölten, Josefstr. 1
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