Videos auf YouTube stellen: Wann Urheberrechtsprobleme drohen

Videos auf YouTube stellen: Wann Urheberrechtsprobleme drohen

So mancher YouTuber setzt sich locker über Urheberrechte hinweg. Das kann teuer werden.

Die Österreicher lieben es Videos auf YouTube zu stellen. Urheberrechtsfragen nehmen sie jedoch eher locker. Doch das kann ins Auge gehen.

Lisa-Marie Schiffner zählt zu den Österreichern, die es auf YouTube zu einer beachtlichen Anhängerschar gebracht hat. Der 16-jährige Teeny-Star aus der Steiermark kommt bereits auf knapp 120.000 Abonnenten. Sie gibt Shopping- und Styling-Tipps und erzählt Alltägliches und Ungewöhnliches über sich. Die Fotos, die sie dazu verwendet, sind von ihr selbst. Die Videos sind selbst gedreht und bilden meist auch nur sie ab. Angst mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten, braucht sie daher nicht zu haben. Aber nicht alle YouTuber bewegen sich auf juristisch einwandfreiem Terrain.

"Viele Privatpersonen aber auch semi-professionelle Anbieter unterschätzen die rechtlichen Probleme, vor allem was das Urheberrecht betrifft", so Ingo Kaufmann, Vorstand D.A.S. Rechtsschutz AG. Oft würde bei Youtubern das Wissen über die regulativen Rahmenbedingungen fehlen, aber auch die Bereitschaft, die gesetzlichen Anforderungen zu erfüllen.

Kommentare über Spiele und Unterhaltung dominieren

Zumal die Zahl jener, die Videos ins Internet stellen, auch in Österreich stark wächst. Laut einer aktuellen Studie der Regulierungsbehörde und der FH St. Pölten verzeichnen Video-Plattformen, bei denen audiovisuelle Angebote kostenlos zur Verfügung gestellt werden, in Österreich hohe Zuwachsraten. Am häufigsten werden Videos (27 Prozent) von Spielen (Gamer) nehmen sich beim Spielen auf und kommentieren ihr eigenes Spiel), Unterhaltung (22 Prozent) und Musik (17 Prozent) von Österreichern auf YouTube gestellt.

Copy & Paste versucht Urheberrechtsverletzungen

Die einfache Möglichkeit Inhalte aus dem Internet zu vervielfältigen, verleitet manchen Anwender dazu, Videos oder Musik von anderen Webseiten zu kopieren und auf den eigenen Seiten einzufügen. „Bei der Copy & Paste-Methode läuft man aber Gefahr, mit dem Urheberrecht in Konflikt zu geraten“, warnt Kaufmann.

Musikstücke darf man nur mit Zustimmung des Urhebers verwenden

So sind etwa Musikstücke im urheberrechtlichen Sinn eigentümliche, individuelle Schöpfungen, die rechtlich geschützt sind. Das Urheberrechtsgesetz regelt die Entstehung, den Schutz und die Verwertung des geschützten Werkes. Jede kommerzielle Nutzung ist rechtlich nur mit Zustimmung des Urhebers erlaubt. „Der Schutz erlischt erst 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers“, erklärt Kaufmann.

Tipp: Werke nutzen, die bereits kostenlos sind

Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt D.A.S. Jurist Kaufmann neben eigenen Werken nur jene zu verwenden, bei denen eine kostenlose Nutzung geregelt ist. „Etwa räumen Autoren kostenfrei Nutzungsrechte an ihren Werken durch sogenannte Creative Commons Lizenzen ein.“

Heikel: Veröffentlichung von Videos mit fremden Personen

“Es ist nicht erlaubt andere Personen zu filmen und diese Videos anschließend einfach zu veröffentlichen”, erklärt Kaufmann. Das sogenannte Recht am eigenen Bild wird auch im Urheberrechtsgesetz geregelt. Verboten ist darin die Veröffentlichung von Personenaufnahmen, wenn berechtigte Interessen des Abgebildeten verletzt werden. Dies ist meist dann der Fall, wenn ein Video entwürdigend, herabsetzend, ent- oder bloßstellend wirkt, oder wenn dadurch das Privatleben der Öffentlichkeit preisgegeben wird. „Wir orten einen Trend zu sogenannten Prank-Videos, wo Personen mit versteckter Kamera in nicht immer lustigen Momenten gefilmt und teils auch bloßgestellt werden. Alleine auf Youtube findet man aktuell über 30 Millionen solcher Videos“, so der D.A.S. Rechtsschutz-Experte.

Wann der Tatbestand der gefährlichen Drohung und Nötigung besteht

Eine Häufung gab es etwa im Herbst, wo verkleidete Horror-Clowns anderen Menschen mit Waffen, Attrappen, Drohgebärden oder dem Vortäuschen von tatsächlichen Gewalthandlungen bewusst Angst machten und diese Aufnahmen dann im Internet veröffentlichten. "In solchen Fällen kann der Tatbestand der gefährlichen Drohung und Nötigung erfüllt sein“, warnt Kaufmann.

Menschenmenge filmen ist unproblematisch

YouTube-Channel-Betreiber können sich strafbar machen, wenn sie keine Zustimmung zur Veröffentlichung von der betreffenden Person einholen. Es ist jedoch zulässig, wenn jemand mehr oder weniger zufällig gefilmt wird, „etwa, wenn man sich an einem öffentlichen Ort befindet. Es kommt es auf die Erkennbarkeit der Personen an, wie zum Beispiel eine größere Menschenmenge auf einer belebten Einkaufsstraße“, so Kaufmann.


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