
Im Windschatten des KI-Booms wachsen Mittelständler der Halbleiterbranche zu Milliardenunternehmen heran. Was die Politik tun muss, damit ÖSTERREICHS STILLE HIGHTECH-STARS in der Zukunftsindustrie performen können.
Konjunktursorgen sind in Sankt Florian am Inn abgeschafft. Baukräne gehören zum Stammsitz der EV Group (EVG) inzwischen wie die Kirchtürme zu den umliegenden Innviertler Dörfern. „Die nächsten Erweiterungsschritte sind schon auf Schiene“, verrät Werner Thallner, Sohn des Firmengründers Erich Thallner und Mitglied der Geschäftsführung. Über 1.000 Mitarbeiter beschäftigt die Gruppe allein in Oberösterreich, weitere 350 im Ausland.
Thallner senior erfand Ende der 1980er das sogenannte „Wafer-Bonden“, eine Technologie, bei der Halbleiterbausteine quasi übereinandergestapelt werden. Das erweist sich in Zeiten, in denen die Miniaturisierung immer schwieriger wird, als Gold wert. Das zu hundert Prozent im Familienbesitz befindliche Unternehmen hat in diesem Segment weltweit aktuell rund 80 Prozent Marktanteil. Mehr als 300 Millionen Euro setzt EVG um, eine Verdopplung in den nächsten fünf Jahren ist realistisch, bis 2030 könnte es laut internen Projektionen eine Milliarde sein. Mit einer zweistelligen Gewinnmarge sind die Innviertler, die fast alle namhaften Chip-Größen der Welt zu ihren Kunden zählen, obendrein hochprofitabel.
Insidern sind die „stillen Monopolisten“ Österreichs, wie der Branchendienst SemiAnalysis formuliert, bestens bekannt. „Wir finden es unterhaltsam“, so der Autor einer rezenten Analyse süffisant, „dass Österreich im Alleingang, wenn es denn nur wollte, die Lieferketten in bestimmten Chip-Bereichen in die Knie zwingen könnte.“
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