
"Psychopharmaka oder Alkohol" war gestern. Der Kanzler setzt nun auf neue Geldspritzen, sinkende Inflation und mehr Netto vom Brutto als Stimmungsaufheller für das Superwahljahr 2024. Welche Lebenszeichen Türkis-Grün nach dem Wohnbau-Paket zudem vorhat und wo es noch haken könnte.
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Der Auftritt erinnerte an die Anfänge des türkis-grünen Kabinetts, kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie. Mittwoch kurz vor halb neun Uhr früh strebten Kanzler, Vizekanzler und zwei Minister im Gleichschritt auf ihre Rednerpulten zu, um in sorgsam choreographieren Rollen die jüngsten gemeinsamen Beschlüsse der Regierung zu verkünden. Nur der Ort der Inszenierung,
das “Demokratikum” im Eingangsbereich des Parlaments, strahlte nicht das gewohnte imperiale Gepräge, sondern die nüchterne Atmosphäre eines neu geschaffenen Konferenzraums im frisch renovierten Hohen Haus aus.
Ungewohnt war das Echo auf das rund 2,2 Milliarden Euro schwere Hilfspaket, das die massiv gestiegenen Bau- und Wohnkosten abfedern soll. Nicht vom Gros der Wirtschaftsforscher, sondern auch von vielen Leitartiklern gab es ungewöhnlich freigiebiges Lob ohne viele Wenn und Aber.
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