Auf fallende Kurse setzen- so funktioniert Shortselling

Welche Vor- und Nachteile Shortselling für Hedgefonds, Unternehmen und Privatanleger haben. Wie man als Privatanleger auf fallende Kurse setzt und warum man mit solchen Leerverkäufen in kurzer Zeit viel Geld verdienen, aber auch rasch wieder verlieren kann und wie sehr solche Long-/Short-Hedgefonds in den letzten Jahren gewachsen sind.

Thema: Geldanlage in Wertpapieren
Auf fallende Kurse setzen- so funktioniert Shortselling

Shortseller, hinter denen oft große Hedgefonds stehen, wetten im großen Stil auf fallende Aktienkurse.

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An der Börse auf fallende Kurse zu setzen, gilt als ein Metier für ausgefuchste Profis. Aber auch Privatanleger können auf fallende Börsenkurse setzen und, wenn alles glattgeht, gutes Geld verdienen und den Differenzbetrag einstreifen. Und das oft in kurzer Zeit: Denn wenn die Kurse fallen, fallen sie im Schnitt schneller als sie steigen. Das Problem, das der durchschnittliche Anleger aus psychologischer Sicht mit solchen Investments hat: Es liegt nicht in der Natur des Menschen auf etwas, das fällt zu setzen. Zudem sind fallende Kurse besonders schwer vorauszuahnen, stürzen Aktien doch oft aus internen und externen Krisen heraus ab, die gerade für Außenstehende selten vorhersehbar sind.

Typisches Beispiel: Langsam gestiegen, schnell gefallen

Ein gefundenes Fressen für Shortseller: Die Shopify des Anbieters für Onlineshop-Lösung. Wenn es an der Börse bergab geht, geht es meist schnell. Wer auf fallende Kurse setzt, kann so meist in kurzer Zeit viel Geld verdienen.


Welchen Sinn haben Leerverkäufe?

  • Ein Leerverkauf ist zwar auf der einen Seite ein spekulatives Instrument, wenn es um die pure Wette auf fallende Kurse geht. Auf der anderen Seite sind Leerverkäufe aber auch eine Möglichkeit, um sich gegen fallende Kurse abzusichern. Hedgefonds machen das zum Beispiel, um ihre Wertpapierposition vor starken Kursverlusten abzusichern. Sie sichern nach Bedarf ihre Papiere im Depot mit solchen Terminkontrakten ab, indem sie zu ihren Aktien auch gegenläufige Kontrakte eingehen, die es ermöglichen, dass es zu Wertsteigerungen kommt, selbst wenn der Kurs der Aktie fällt.
    Auch Firmen und Investoren können sich damit gegen fallende Kurse absichern. Unternehmen, die beispielsweise in einigen Monaten Rohstoffe benötigen und mit steigenden Preisen rechnen, können dadurch für Ausgleich sorgen.
  • Shortseller sorgen mit ihren Geschäften für ausreichende Liquidität an den Märkten.
  • Gerade in den vergangenen Jahren in denen es Kredite fast zum Nulltarif gab, haben das börsennotierte Unternehmen - mitunter auch schwächer aufgestellte - dazu genutzt, sich mit Leerverkäufen ihre eigenen Aktien zurückzukaufen. Sie können auch Geld verdienen, indem sie für Leerverkäufer Aktien vorübergehend verkaufen, wenn ihnen damit auch die Dividende entgeht und aufgrund der niedrigen Zinsen insgesamt weniger bringt.
  • Shortseller können auch ein Korrektiv bei überteuerten Aktien sein oder auch Ungereimtheiten in der Bilanz bemerken und nutzen, wie das etwa bei Wirecard der Fall war. Etliche Shortseller hatten lange vor der Implosion des Unternehmens gewarnt, dass bei dem Bezahldienstleister Bilanzen künstlich aufgebläht sein müssen und und der Schwindel irgendwann auffliegen werde. Als die Aktie Anfang 2019 nach mehreren kritischen Artikeln der "Financial Times" abstürzte, erließ die deutsche Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ein Shortselling-Verbot für Aktien des Unternehmens. Die Geschichte hat letztlich aber den Leerverkäufern recht gegeben.

Was macht es so riskant auf fallende Kurse zu setzen?

Richtig teuer kann es für Short Seller (Leerverkäufer) werden, wenn sie sich verspekuliert haben. Denn im Gegensatz zum Investment in eine klassische Long-Position, bei dem man auf steigende Kurse setzt, kann der Wert einer Option auf null sinken. Das bedeutet nichts anderes, als dass der Anleger sein ganzes Geld, das er investiert hat, mit einem Schlag verliert. Bei einem Kauf von Aktien ist das nur der Fall, wenn die Firma pleite geht. Und auf null sinkt diese trotzdem nicht von einem Tag auf den anderen. Wenn die Wette beim Shorten nicht aufgeht, der Kurs eines Wertpapiers also nicht wie erwartet sinkt. Nun sind zwar Aktiengeschäfte immer mit Risiken behaftet. Aber es kann noch dicker kommen: Der Leerverkäufer kann bei besonders riskanten, wenn auch chancenreicheren Investments, mehr Geld verlieren, als er investiert hat. Da Kurse theoretisch bis ins Unendliche steigen können, ist das Verlustrisiko ebenso unbegrenzt. Außerdem ist es schwierig, Aktien zu finden, die nicht einfach von einem starken Markt nach oben getragen werden, sondern gerade in bullischen Phasen auch tatsächlich an Wert verlieren. Reine Short-Investoren sind daher selten und verfolgen daher meist auch Strategien, um ihre Risiken einzudämmen.

Eine solche besondere Gefahr solcher Risiko-Investments stellen ungedeckte Leerverkäufe dar. Wenn die Kurse statt stark steigen, muss die Aktie zu dem Preis auf den diese gestiegen ist, gekauft werden, um den Deal zu bedienen. Was die ohnehin schon riskante Sache noch einmal in andere lichte High-Risk-Dimension katapultiert: Es können mehr Aktien eines Unternehmens gehandelt werden, als das Unternehmen tatsächlich ausgegeben hat. Die Kursausschläge können also weitaus stärker ausfallen.

Für Anleger sind Investoren, die auf fallende Kurse setzen, auch deshalb riskant, da sie mit ihren spekulativen Geschäften Krisen und damit die Talfahrt an Aktien- und Anleihemärkten beschleunigen und ausweiten können. Doch es gibt wenig belastbare Anzeichen dafür, dass Unternehmensanteile nur durch Short Selling zu fallen beginnen. In den meisten Fällen gab es vor den Kursverlusten schlechte Unternehmensnachrichten, die der initiale Auslöser für den Rückgang des Unternehmenswerts waren.

Kritiker argumentieren, dass Leerverkäufer gezielte Maßnahmen setzen, um die Kursspirale nach unten stärker in Gang zu setzen und den eigenen Gewinn so zu maximieren. So werden mitunter gezielte Falschmeldungen verbreitet, um Ängste unter den Anlegern zu schüren und sie zu bewegen, Aktien abzustoßen und somit den Abwärtstrend zu verstärken.


Wie setzen Profis auf fallende Kurse?

Anleger können gedeckte und ungedeckte Leerverkäufe tätigen. Beim gedeckten Leerverkauf leiht sich der Anleger ein Wertpapier von einem der die entsprechende Aktie besitzt aus. Sie handeln mit Wertpapieren - Aktien, Anleihen oder Kreditausfallversicherungen (CDS) -, die sie noch gar nicht besitzen – daher auch die Bezeichnung “Leerverkauf”. Anleger leihen sich Wertpapiere von einem Broker, einer Bank oder einem anderen institutionellen Investor, die sie erst in Zukunft bezahlen müssen und verkaufen diese am Markt. Sie hoffen, wenn ihre Rechnung aufgeht, diese zu einem späteren Zeitpunkt billiger - also nachdem die Kurse gefallen sind - zurückzukaufen. Dahinter steht die Erwartung, dass der Wert der Aktien bis zu einem Stichtag, an dem die Wertpapiere bezahlt werden müssen unter den Weiterverkaufspreis fällt. Die Papiere können - so die Theorie - günstiger eingekauft als sie weiterverkauft werden können.

Eine Sonderform sind ungedeckten Leerverkäufe, bei der Investor beim Verkauf das Wertpapier nicht einmal geliehen hat. Das ist möglich, weil er die betreffende Aktie erst zu nach ein mehreren Tagen liefern muss. In der Zwischenzeit kann der Anleger die Aktie kaufen. Geht sein Kalkül auf, erfolgt das zu einem niedrigerem Kurs als er diese fiktiv geliehen hat. Sonst wird es teuer. Denn geliefert - und damit gekauft - müssen die Papiere werden. Ungedeckte Leerverkäufe sind EU-weit aufgrund des hohen Risikos aber seit dem Jahr 2021 verboten.


Wie kann man als Privatanleger Aktien shorten?

In der Regel steigen Leerverkäufer bei Wertpapieren ein, die zuvor zu stark gestiegen sind und von denen sie annehmen, dass die hohe Bewertung auf Dauer nicht haltbar ist. Das ist allerdings nur für Profis möglich. Kleinanleger können sich auf diesem Weg keine Aktien leihen und müssen dafür auf sogenannte Put-Zertifikate oder Optionsscheine zurückgreifen, für die jedoch oft hohe Gebühren anfallen.

Mit Put-Optionsscheinen von fallenden Kursen profitieren

Privatanleger können„short“ gehen, indem sie Put-Optionsscheine erwerben. Dieses von einer Bank emittierte Wertpapier stellt eine Verkaufsoption dar. Dessen Kurs steigt, wenn der Basiswert – die Aktie, für die die Option gilt, – fällt. Der Emittent verpflichtet sich, dem Anleger den Basiswert zu einem bestimmten Preis abzukaufen. Bei Optionsscheinen ist die Gegenpartei immer eine Bank oder ein Emittent, eine tatsächliche Ausübung der Option ist selten, meist wird der Differenzbetrag ausbezahlt. Der Optionsschein kann auch vor seiner Fälligkeit wiederverkauft werden. Im Gegensatz zum echten Leerverkauf ist das Verlustrisiko auf den Preis des Scheins damit begrenzt.

Beispiel: Für die Option, eine Aktie um 100 Euro zu verkaufen, werden 3 Euro bezahlt. Fällt der Kurs der Aktie auf 96 Euro, kann der Anleger die Aktie dennoch um 100 Euro verkaufen. Der Gewinn pro Optionsschein beträgt 1 Euro. Fällt der Kurs weiter, etwa auf 80 Euro, so beträgt der Gewinn pro Optionsschein 17 Euro.
Das Risiko: Steigt der Kurs über 100 Euro, verfällt der Put-Optionsschein und ist wertlos, das eingesetzte Geld ist verloren.


Shortselling: Prominente Fehlspekulationen

Shortselling kann nicht nur für Anleger gefährlich werden, es kann die Existenz ganzer Unternehmen ruinieren oder an den Rande des Ruins treiben, wenn falsche oder zu große Wetten eingegangen wurden oder beides. So sorgen Leerverkäufe an der Wall Street immer wieder für das ganz große Drama. So etwa auch im Jänner 2021. Mit einem prominenten Verlierer unter den Hedgefonds Melvin Capital. Der Großinvestor hat damals mit Aktien-Leerverkäufen auf die Videospielkette-HerstellerGameStop im großen Stil verloren. Der Kurs der Aktie ist nicht wie von Melvin erwartet gefallen, sondern binnen eines Monats um bis zu 2.000 Prozent nach oben geschossen. Und das, obwohl GameStop mit seinem veralteten Geschäftsmodell als Pleitekandidat galt.

Im Mai 2022 musste die Hedgefondsgesellschaft schließlich als Folge von Fehlspekulationen schließen. Mit der Wette auf fallende Kurse auf GameStop hatte die Gesellschaft einen Milliardenverlust eingefahren. Binnen weniger Tage hat Melvin Capital die Hälfte seines Vermögens von zwölf Milliarden Dollar in den Sand gesetzt. Um die Firma zu retten, mussten Partner 2,7 Milliarden Dollar zuschießen. Es war die größte Hegdefonds-Rettungsaktion seit der Rettung von Long-Term-Capital-Management ("LTCM") im Jahr 1998. Das Hedgefonds-Wunderkind Gabe Plotikin sah sich letztlich gezwungen den Fonds zu schließen und den Anlegern das restliche Geld auszubezahlen.

Zockerbude GameStop

Im Jänner 2021 stieg die Aktie von GameStop auf über 2.00 Prozent, um gleich danach wieder ins Bodenlose zu stürzen. Nach einem kurzen zweiten Aufflackern geht im heftigen Auf und Ab seitwärts.

Warum die Macht der Kleinanleger beim Short Selling steigt

Kleinanleger, vor allem in den USA machen es professionellen Leerverkäufern, immer schwerer. Sie tun sich auf Sozialen Plattformen wie Reddit in einer "Crowd" zusammen, und agieren gezielt gegen die Strategie von Hedgefonds. So wurde der Kurs von GameStop und AMC Entertainment, angetrieben von Hobby-Investoren auf der Onlineplattform Reddit, die sich im Forum "WallStreetBets" organisierten, in schier unendliche Höhen getrieben. Dort gibt es eigene Communitys wie etwa für Short Selling.


Short Squeeze: Wenn Trader bei steigenden Kursen versuchen Aktien zurückzukaufen

Steigen die Kurse markant, kommen Shortseller unter Zugzwang. Sie müssen die Aktien rasch zurückkaufen, um nicht noch mehr Geld zu verlieren. Wenn aber nicht genügend Aktien im Umlauf sind, setzt das eine verhängnisvolle Kettenreaktion in Gang: Die Kurse steigen und steigen.

Berühmte Beispiele für einen Short Squeeze: VW-Aktie und GameStop

Im Fachjargon wird das „Short Squeeze“ genannt. Binnen Tagen können Aktienkurse um mehrere hundert Prozent steigen. Und Shortseller können wie das bei GameStop der Fall war - Milliarden verlieren. Ein weiterer typischer Fall für einen "Short Squeeze" war der exorbitante Kursanstieg der Volkswagen-Aktie im Jahr 2008. Anlass dafür war die gescheiterten Übernahme durch Porsche. Weil nur wenige Anteilsscheine frei handelbar waren, schoss der Kurs binnen weniger Tage von 200 auf rund 1.000 Euro. Shortseller gerieten dadurch massiv unter Druck.


Rekord bei Long-/Short-Hedgefonds

Kombinationen beider Strategien, also der klassische Kauf von Wertpapieren und investieren auf fallende Kurse, im Fachjargon „Long/Short“ genannt, bilden die größte Produktklasse im Anlageuniversum der Hedgefonds. Rund 40 Prozent aller Hedgefonds-Manager investieren mit dieser Strategie. Es gibt derzeit so viele Long-Short-Hedgefonds wie noch nie. Nach Angaben des Markt-Research-Institutes Preqin setzen von den rund 8.000 Hedgefonds rund ein Drittel auf steigende Aktien und positionieren sich gleichzeitig dagegen, also auf fallende Kurse. In den vergangenen zehn Jahren wurden durchschnittlich mehr als 550 Long-/Short-Hedgefonds pro Jahr aufgelegt. Sie all jagen damit derselben Idee nach, was die Gewinnchancen letztlich natürlich schmälert. Die Branche für solche alternative Investments ist in den USA bereits 18 Billionen Dollar schwer. Insgesamt, also mit niedrigen Zinsen und der geballten Macht von Kleinanlegern, die sich in Form von Crowding zusammentun, ein schwieriges Umfeld für Long-/Short-Hedefonds. Weshalb Preqin auch eine Konsolidierung in der Branche erwartet. Es gibt mit dem Credit Suisse AllHedge Long/Short Equity Index auch einen eigenen Index.

Entwicklung des verwalteten Vermögens der Hedgefonds weltweit

von 2000 bis zum 3. Quartal 2021

Im Jahr 2000 wurden erst 260 Milliarden Dollar in Hedgefonds investiert, 2021 waren es schon über 4.500 Milliarden Dollar. Seit 2018 ist der Anstieg besonders rasant erfolgt.


Neue EU-Vorschriften bringen strengere Kontrolle für Hedgefonds

Hedgefonds sind international kaum reguliert und dürfen im Gegensatz zu klassischen auch Fremdkapital aufnehmen. Das Europäische Parlament hat dazu im November 2010 den Entwurf für die so genannten Alternativer Investment Fund Managers (AIFM) -Richtlinie beschlossen und damit einen einheitlichen europäischen Rechtsrahmen für die Regulierung von Alternativer Investments geschaffen. Diese Richtlinie gilt unter anderem für Private Equity-Fonds, Immobilienfonds, Hedgefonds, Rohstofffonds und Infrastrukturfonds. Die Regulierung soll auch für Gesellschaften mit Sitz außerhalb der Europäischen Union gelten, die in der EU vertrieben werden. Was jedoch dazu geführt hat, dass einzelne US-Hedgefonds aus Europa fernbleiben.

Neue strengere Regeln für alternative Investments soll eine Abzocke von Anlegern, wie es US-Fondsmanager Madoff gelungen ist, verhindern.

Die AIFMD will unter anderem auf verschiedene Arten sicherstellen, dass den EU-Anlegern keine inexistenten Fonds verkauft werden. Die AIFMD in Europa ist unter anderem ein Kind des 2008 aufgeflogenen Madoff-Skandals. Bekanntlich existierte der riesige Hedge-Fund von Bernie Madoff gar nicht. Doch die EU hat für Hedgefonds weitreichende Richtlinien formuliert. Die Umsetzung der AIFM-Richtlinie hat die Alternative-Investment Management-Landschaft in Österreich und in der EU nachhaltig verändern. So wird erwartet, dass dadurch die Finanzmärkte stabiler und transparenter werden und es damit auch bei Investments keinen Freifahrtschein für Hedgefonds und Private Equity mehr gibt. Davon betroffen sind aber nicht nur Alternative-Investment-Fund-Manager, sondern auch deren Service-Provider wie Depotbanken, Broker und Versicherungen, professionelle Investoren und Aufsichtsbehörden.


Alternativer Investment Funds (AIFM-Richtlinie)

Die AIFM-Richtlinie reguliert das Managen von Hedgefonds und Private Equity Fonds, und auch das Managen von Immobilien- und Spezialfonds.

Die wesentlichen Bausteine der Richtlinie umfassen:

  • Manager Alternativer-Investment-Funds müssen eine Konzession haben
  • Die Höhe des Anfangskapitals und der Eigenmittel der Manager ist genau geregelt
  • Die Höhe der Kredite, die ein Hedgefonds als Hebel zur Steigerung des Gewinns bei Kurswetten einsetzen kann, wird begrenzt. Die Fondsmanager sollen sich selbst Limits setzen, die nationalen Aufseher können geringere Summen fordern.
  • Interessenkonflikte müssen vermieden werden, indem organisatorische und administrative Maßnahmen gesetzt werden
  • Es muss eine Vergütungspolitik implementiert werden, die nicht zu unangemessenen Risiken verleiten und langfristige Investmentstrategien honorieren.
  • Hohe Anforderungen an den Aufbau- und Ablauf der Organisation
  • Strenge Kriterien für das Risikomanagement-System. So müssen unter anderem vor Investitionen ein Due-Dilligence-Prozess erfolgen und es muss ein adäquates Management von Einzelrisiken und deren Auswirkungen auf das Portfolio inklusive Stress Test entwickelt und eingesetzt werden.
  • Liquiditätsmanagements für jeden dieser Fondsmanager inklusive Stresstest
  • Strenge Regeln für das Outsouring der Portfolioverwaltung und des Risikomanagements
  • Weitreichende Haftungsbestimmungen für die Verwahrstelle
  • Detaillierte Offenlegungspflichten gegenüber Behörden und Anlegern in Form von Jahresberichten, Informationen zu Bewertungsverfahren und Risikomanagement und ausgelagerten Funktionen.


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