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Insolvente Signa Holding gibt Eigenverwaltung auf

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Signa drückt Quote auf 20 Prozent
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Die Signa Holding hat im laufenden Insolvenzverfahren einen Wechsel in ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Die Gläubiger-Mindestquote sinkt damit von 30 auf 20 Prozent der offenen Forderungen. Bei der Signa Development Insolvenz droht ein Totalausfall.

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Beim Insolvenzverfahren der Signa Holding kommt es zu einer wesentlichen Änderung: Am 29. November 2023 hatte die Holding noch ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Zwei Monate später erfolgt nun der Wechsel in ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung.

Sanierungsverwalter Christof Stapf hat den entsprechenden Wechsel am 25. Jänner 2024 beantragt. Insolvenz-Experte Karl-Heinz Götze vom Kreditschutzverband KSV1870 sieht darin zwar keine wesentliche Änderung und betont: "Auf die weitere Entwicklung im Insolvenzverfahren hat der Entzug der Eigenverwaltung faktisch keine wesentlichen Auswirkungen, da bereits seit Eröffnung des Sanierungsverfahrens sämtliche Handlungen der Schuldnerin in engster Abstimmung mit dem Sanierungsverwalter erfolgten." Ebenso wenig seien die bisher vom Sanierungsverwalter eingeleiteten Restrukturierungs- und Stabilisierungsmaßnahmen betroffen.

Konsequenzen dürfte der Wechsel allerdings für die Gläubiger haben. Während nämlich die Gläubiger im Zuge eines Sanierungsverfahrens mit Eigenverwaltung mit einer Mindestquote von 30 Prozent ihrer Forderungen bedient werden müssen, liegt diese Mindestquote im Rahmen eines Insolvenzverfahrens ohne Eigenverwaltung bei nur 20 Prozent. Offiziell wurde jedoch noch keine Änderung der bei der Gläubigerquote kommuniziert.

Insolvenzverwalter übernimmt die Geschäftsführung

Laut Insolvenzantrag belaufen sich die Passiva der Holding auf 5,26 Mrd. Euro, wovon allerdings nur rund 252 Mio. Euro besichert sind. Die Quote für die Gläubiger hängt letztlich von den Verhandlungen über den Sanierungsplan ab.

Begründet wird der Verfahrenswechsel mit den Sanierungsverfahren über die Signa Prime Selection und die Signa Development Selection, an denen die Signa Holding maßgeblich beteiligt ist. Die Sanierungsplantagsatzungen sind für den 18. März angesetzt - für einen Sanierungsplan der Signa Holding zu spät. Durch den Verfahrenswechsel entfällt der Zeitdruck. Der bisherige Sanierungsverwalter Stapf übernimmt daher als Insolvenzverwalter die Geschäftsführung der Holding.

Die Sanierungsplantagsitzung der Signa Holding ist für Ende April geplant. Das Unternehmen wird bis dahin deutlich verschlankt, alles nicht betriebsnotwendige veräußert sowie die Beteiligungsstruktur der Holding stabilisiert, geht aus der Mitteilung weiter hervor.

Signa Development Insolvenz vermutlich Totalausfall

Auch bei einer weiteren Insolvenz aus der Signa-Gruppegibt es für Gläubiger schlechte Nachrichten. Laut der Insolvenzerklärung von Signa Development rechnet der Verwalter nicht damit, dass er etwas zurückbekommt, also mit einem Totalausfall der Forderungen.

Zudem berichtet die "Financial Times" berichtet, dass Signa Development mehr als 300 Mio. Euro an zwei Unternehmen im Nahebereich des Signa-Gründers Rene Benko überwiesen habe. Demnach lieh Signa Development 125 Mio. Euro an die Laura Finance Holding GmbH sowie weitere 190 Mio. Euro an die Laura Holding GmbH.

Gesellschafter der Laura Holding ist die nach der Tochter von Rene Benko benannte Laura Privatstiftung mit 42,1 Prozent. Stifter sind hier Rene Benko und seine Mutter Ingeborg. Und 34,9 Prozent an der Laura Holding entfallen auf die Ameria Invest, an der unter anderem wiederum die Laura Holding mit 34,9 Prozent beteiligt ist. Und die Laura Finance Holding wiederum ist im Besitz der Laura Holding.

Zusätzlich zu den Zahlungen an die Laura-Gesellschaften überwies Signa Development Hunderte von Millionen Euro an andere Unternehmen der Signa-Gruppe.

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