Trend Logo

Munich Re erwartet überdurchschnittlich viele Hurrikane

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
4 min
Düstere Prognosen aus der Versicherungsbranche für den heurigen Sommer
©APA/APA/dpa/Martin Gerten
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Dem Südosten der USA und der Karibik droht in diesem Sommer eine ungewöhnlich starke Hurrikansaison. Sehr hohe Wassertemperaturen im östlichen Atlantik in Kombination mit einer erwarteten La-Niña-Phase im westlichen Pazifik begünstigen nach Einschätzung des Rückversicherers Munich Re die Entstehung tropischer Wirbelstürme.

von

"Im Nordatlantik erwarten wir in diesem Sommer eine deutlich überdurchschnittliche Sturmaktivität", sagte Anja Rädler, Sturm- und Klimaexpertin des Unternehmens. "In den vergangenen 30 Jahren hatten wir im Schnitt 15 benannte Stürme, dieses Jahr ist nach den Wettermodellen mit 23 plus/minus 4 zu rechnen." In Nordamerika besteht damit nach Worten der Wissenschafterin auch ein erhöhtes Tornado- und Hagelrisiko. Von diesen 23 plus/minus 4 erwarteten Wirbelstürmen könnten sich laut Munich Re 11 plus/minus 3 zu Hurrikanen entwickeln, was Böen von der Windstärke zwölf oder mehr bedeutet.

Hurrikane können am Golf von Mexiko, der Südostküste der USA und in der Karibik immense Zerstörungen anrichten. So verursachte allein der Hurrikan "Ian" im September 2022 Schäden von etwa 100 Milliarden Dollar, davon waren etwa 60 Milliarden versichert. Der Münchner Dax-Konzern dokumentiert mit seiner geowissenschaftlichen Abteilung seit Jahrzehnten Naturkatastrophen rund um den Globus, da dies für die Berechnung der Versicherungsprämien von Bedeutung ist. Generell richten Stürme in Nordamerika höhere versicherte Schäden an als in vielen asiatischen Staaten, weil in den westlichen Industrieländern die Versicherungsdichte hoch ist.

Tropische Wirbelstürme - im Atlantik "Hurrikan" und im Pazifik "Taifun" genannt - benötigen für ihre Entstehung eine Oberflächentemperatur des Meerwassers von 26 bis 27 Grad Celsius. "Im Nordatlantik haben wir seit fast eineinhalb Jahren Temperaturen auf Rekordhöhe ein bis zwei Grad über dem Durchschnitt von 1982 bis 2011", sagte Rädler. Wie die Meteorologin erläutert, sind darüber hinaus vergleichsweise kühle Wassertemperaturen im westlichen Pazifik ebenfalls ein Faktor, der die Entstehung von Hurrikanen begünstigen kann. Im westlichen Pazifik gibt es wechselnde Phasen wärmerer und kühlerer Wassertemperaturen, erstere als "El Niño" bekannt, letztere als "La Niña".

"Dieses Jahr scheinen auch die Prognosen etwas sicherer als üblich, weil die Wassertemperaturen im Atlantik extrem hoch sind und sich im Pazifik bereits abzukühlen beginnen", sagte Rädler. "Die verschiedenen Wettermodelle sind sich fast einig, dass wir im Pazifik in diesem Sommer in eine La Niña-Situation rutschen." Diese könnte demnach im Juli beginnen.

Eine hohe Zahl von Stürmen bedeutet zwar ein erhöhtes Risiko, ist allerdings nicht automatisch gleichbedeutend mit katastrophalen Verwüstungen. "Ein schwerer Sturm kann auch in einer eher ruhigen Phase schwere Schäden anrichten. Umgekehrt bedeuten viele Stürme nicht unbedingt hohe Schäden, sofern diese Stürme nicht die Küste treffen", sagte Rädler. Vergleichsweise ruhig mit eher weniger Taifunen als üblich könnte es dagegen nach Rädlers Worten in diesem Sommer im Pazifik zugehen.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Nachrichtenfeed
Weltwirtschaft laut G7 widerstandsfähiger als erwartet
Blick vom G7-Treffen in Stresa über den Lago Maggiore in Oberitalien
Nachrichtenfeed
G7 diskutieren Megakredit für Ukraine
Toblerone gehört zum Mondelez-Regime
Nachrichtenfeed
EU-Kommission verhängt Strafe wegen zu teurer Schokolade
Etwa ein Jahr altes Bild aus der GAZ-Fabrik in Nischni Nowgorod
Nachrichtenfeed
Russlands neue Wolga-Limousinen sind fast reine China-Kopien
Microsoft-Chef Satya Nadella will Computer bauen, "die uns verstehen"
Technologie
Microsoft mit neuer PC-Architektur für KI-Ära
Rechnungshof kritisiert auch fehlenden Zeitplan
Nachrichtenfeed
Britische Brexit-Kontrollen kosten 5,5 Milliarden Euro
In Italien werden mehr als 60 Sorten Honig produziert
Nachrichtenfeed
Italien beklagt dramatischen Rückgang in der Honigproduktion
Abfallausfuhren seit 2004 um 72 Prozent gestiegen
Nachrichtenfeed
Ab Montag strengere Regeln für Müllexporte aus EU
Deutsche Bank im Visier Russlands
Nachrichtenfeed
Russland blockiert Vermögen von Deutscher Bank
Inflation im Euroraum unverändert
Nachrichtenfeed
Inflation in EU und Eurozone bleibt stabil
Börsenhändler an der Wall Street in New York
Nachrichtenfeed
Aktienindex Dow Jones knackte erstmals 40.000-er-Marke
Personalmangel kann Flugverspätung rechtfertigen
Nachrichtenfeed
Keine Entschädigung bei Flugverspätung wegen Personalmangel