Trend Logo

Keine Entschädigung bei Flugverspätung wegen Personalmangel

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
2 min
Personalmangel kann Flugverspätung rechtfertigen
©APA/APA/AFP/CHARLY TRIBALLEAU
  1. home
  2. Aktuell
  3. Nachrichtenfeed
Ein Mangel an Personal für die Gepäckverladung kann als außergewöhnlicher Umstand gelten, der eine Flugverspätung rechtfertigt. Das entschied der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg am Donnerstag in einem Fall aus Deutschland. In einem solchen Fall müsste die Airline den betroffenen Passagieren keine Entschädigung zahlen - ob im konkreten Fall allerdings wirklich ein außergewöhnlicher Umstand vorliegt, muss das deutsche Gericht beurteilen. (Az. C-405/23)

von

Im zugrunde liegenden Fall ging es um einen Flug der maltesischen Airline TAS von Köln-Bonn auf die griechische Insel Kos im Jahr 2021. Der Flug verspätete sich um fast vier Stunden - hauptsächlich weil am Flughafen nur wenig Personal vorhanden war, um die Gepäckstücke ins Flugzeug zu laden.

Bei einer Verspätung von mehr als drei Stunden steht den Passagieren eine Entschädigung zu, so ist es in der europäischen Fluggastrechteverordnung geregelt. Wenn die Airline aber nachweisen kann, dass die Verspätung auf außergewöhnliche Umstände zurückgeht, die sich nicht vermeiden ließen, muss sie nicht zahlen.

Nach dem verspäteten Flug Richtung Kos traten mehrere Passagiere ihre möglichen Ausgleichsansprüche an den Rechtsdienstleister Flightright ab. Flightright klagte vor dem Kölner Landgericht. Dieses setzte das Verfahren aus und fragte den EuGH, ob Personalmangel bei der Gepäckabfertigung als außergewöhnlicher Umstand gelten könne.

Das bejahte der Gerichtshof nun. Er definierte zwei Voraussetzungen für einen solchen außergewöhnlichen Umstand. Dieser darf demnach erstens nicht zur normalen Tätigkeit der Airline gehören und sie darf zweitens nicht in der Lage sein, den Mangel zu beherrschen - hier also etwa den Flughafenbetreiber zu kontrollieren.

Das Landgericht muss nun beurteilen, ob diese Voraussetzungen erfüllt sind. Selbst wenn es die Personalprobleme als außergewöhnlichen Umstand betrachten sollte, sei TAS dadurch aber nicht automatisch von der Zahlung befreit, betonte der EuGH. Die Fluggesellschaft müsse erst nachweisen, dass sich dieser Umstand nicht vermeiden ließ und alle angemessenen vorbeugenden Maßnahmen ergriffen worden seien.

Über die Autoren

Logo
Abo ab €16,81 pro Monat
Ähnliche Artikel
Lindner will freien und fairen Welthandel schützen
Nachrichtenfeed
Deutschlands Finanzminister warnt vor Handelskrieg mit China
Toblerone gehört zum Mondelez-Regime
Nachrichtenfeed
EU-Kommission verhängt Strafe wegen zu teurer Schokolade
Etwa ein Jahr altes Bild aus der GAZ-Fabrik in Nischni Nowgorod
Nachrichtenfeed
Russlands neue Wolga-Limousinen sind fast reine China-Kopien
Microsoft-Chef Satya Nadella will Computer bauen, "die uns verstehen"
Technologie
Microsoft mit neuer PC-Architektur für KI-Ära
Rechnungshof kritisiert auch fehlenden Zeitplan
Nachrichtenfeed
Britische Brexit-Kontrollen kosten 5,5 Milliarden Euro
In Italien werden mehr als 60 Sorten Honig produziert
Nachrichtenfeed
Italien beklagt dramatischen Rückgang in der Honigproduktion
Abfallausfuhren seit 2004 um 72 Prozent gestiegen
Nachrichtenfeed
Ab Montag strengere Regeln für Müllexporte aus EU
Deutsche Bank im Visier Russlands
Nachrichtenfeed
Russland blockiert Vermögen von Deutscher Bank
Inflation im Euroraum unverändert
Nachrichtenfeed
Inflation in EU und Eurozone bleibt stabil
Börsenhändler an der Wall Street in New York
Nachrichtenfeed
Aktienindex Dow Jones knackte erstmals 40.000-er-Marke
Ilya Sutskever will sich neuem Projekt widmen
Nachrichtenfeed
Chefforscher verlässt ChatGPT-Firma OpenAI
Für chinesische E-Autos galten in den USA bereits Zölle von 25 Prozent
Nachrichtenfeed
USA erhöhen Zölle für Elektroautos aus China deutlich