Bankomatkarte adé: Was die neue Debitkarte bringt

Bankomatkarte adé: Was die neue Debitkarte bringt

Die neuen Debitkarten: Sobald eine Bank eine Debitkarte einführt, ist das immer mit Zusatzfunktion.

Der Name Bankomatkarte wird aufgrund eines neuen EU-Gesetzes durch das Wort Debitkarte ersetzt. Die Erste Bank und Sparkasse bietet die neue Karte mit Zusatzfunktion an. Was es damit auf sich hat, welche neuen Risiken dadurch entstehen und was Kunden anderer Institute erwartet.

So mancher Bankkunde bleibt derzeit verwirrt zurück. Denn die Erste Bank und die Sparkasse schicken derzeit massenweise sogenannte Debit Mastercard an ihre Kunden aus. Diese ersetzt die Standard-Bankomatkarte Maestro-Bankomatkarte. Zusätzlich ist die Karte mit einer wichtigen neuen Funktion ausgestattet: Man kann damit auch online bezahlen.

Kunden anderer Banken, fragen sich nun mitunter, ob ihre Bankomatkarte nun auch in nächster Zeit ersetzt wird, am Ende automatisch zu einer Kreditkarte umfunktioniert wird und was sonst noch auf sie zukommen könnte. Auch so manchem Erste-Bank- und Sparkassenkunden ist die genaue Funktion ihrer neuen Karte nicht immer ganz klar. Trend.at sagt Ihnen was sich ändert und was nicht.

Banken dürfen nur das Wort Bankomatkarte nicht mehr verwenden
Eigentlich ist die neue EU-Richtlinie, die nun von den Banken mit dem Kartentausch umgesetzt wird, ein alter Hut. Denn die neue EU-Richtlinie zum Zahlungsdienstgesetz gilt schon seit Herbst vergangenen Jahres. Seither darf die gute alte Bankomatkarte von den Banken nur noch als Debitkarte bezeichnet werden.


Doch die derzeitige Großaktion der Erste Bank und der Sparkasse lässt auch andere Bankkunden hellhörig werden. Verschicken die beiden Schwesterninstitute doch derzeit an 1,4 Millionen Kunden die neue sogenannte Debit Mastercard, ausgestattet mit einer Zusatzfunktion, die teils auch für Verwirrung sorgt. Die Karte enthält zwar auch die Bezeichnung eines Kreditkarteninstitutes, eine typische Kreditkartenfunktion weist die neue Debitkarte aber nicht auf. Gesammelt mit einer Rechnung am Monatsende abgebucht, wird es wie bei einer Kreditkarte auch nicht. Der Betrag wird jeweils sofort abgebucht.

Andere Banken planen ähnlichen Zusatzfunktion
Kunden anderer Banken können mit ähnlichen Aktionen rechnen. Zwei Institute haben ähnliche Produkte in der Pipeline, etwa auch solche die mit Visacard kooperieren. Früher oder später sollen alle Debitkarten E-Commerce tauglich gemacht werden.

Die "Schuldenkarte" für jedermann
Das vor allem im englischsprachigen Raum verwendete Wort "Debit" bedeutet übrigens "Lastschrift" und ist international die Bezeichnung für das was in Österreich die Bankomatkarte ist. Ursprünglich kommt das Wort Debit aber vom lateinischen "debere" und bedeutet "schulden". Daher bekommen wir, zumindest der Bezeichnung nach, eine Schuldenkarte. Da in den meisten EU-Ländern aber das Wort Debitcard gebräuchlich ist, hat man sich in Brüssel auf diese einheitliche Bezeichnung geeinigt.

Keine Kreditkarte mehr für das Online-Shopping nötig
Mit der neuen Spezial-Debitkarte der Erste Bank und Sparkasse können Kunden also auch online Zahlungen tätigen. Bisher war das de facto fast nur mit einer Kreditkarte möglich. Die Neuerung ist daher vor allem für all jene praktisch, die keine Kreditkarte haben oder sie nicht immer bei sich tragen möchten. Bisher war online einzukaufen jenen ohne Kreditkarte entweder gar nicht möglich oder das Geschäft musste kompliziert per Erlagschein abgewickelt werden, vereinzelt ist auch eine Abbuchung vom Onlinekonto möglich.

16-stellige Kartennummer und 3-stellige Prüfziffer wie bei Kreditkarte
Möglich wird der Kauf im Netz mit der Debitkarte durch die 16-stellige Kartennummer, die gleich wie bei der Kreditkarte, auf der Vorderseite steht. Zum Vergleich: Die bisherige Bankomatkarte verfügt über eine 19-stellige Kartennummer und ist schon alleine deshalb ungeeignet für Einkäufe im Netz. Schließlich ist die Nummer zu lang für die Eingabefelder bei Kreditkartenzahlungen bei Onlinehändlern.

Debitkarte mit Online-Kauf-Funktion: Gleiches Risiko wie bei Kreditkarte
Steigt damit das Risiko für die Debitkarten-Besitzer mit Zusatzfunktion bei Missbrauch oder Diebstahl?
Wer über die 16-stellige Kartennummer und die dreistellige Prüfziffer der Debitkarten der beiden Institute verfügt - beides steht auch auf der Kreditkarte - kann damit bei vielen Online-Händlern oder Buchungsplattformen online bestellen bis der Kreditrahmen ausgeschöpft ist. „Diese Debitkarte weist damit das gleiche Risiko wie eine Kreditkarte auf“, so Benedikta Rupprecht, bei der AK in der Konsumentenabteilung für Finanzdienstleistungen zuständig. Die Online-Bezahlungfunktion kann auch jederzeit online oder bei seinem Betreuer deaktiviert werden, um solche Risiken auszuschalten.

Zusätzliche Geheimcodes für Zahlung noch selten
Manche Online-Händler verlangen zwar schon die von der EU geforderten verschärfte Regeln für den Zahlungsvorgang, aber viele, auch große Unternehmen, wollen, wie man hört, ihre Kunden nicht mit Kauf-Hürden wie zusätzliche Geheimcodes, die per App verschickt werden oder andere zusätzliche Authentifizierung, vergraulen. So verlangen viele den dafür nötigen Mastercard Securecode noch nicht. Rupprecht: „Mir sind keine Fälle bekannt, in denen sich Banken weigern im Schadensfall zu zahlen.“


Bank oder Händler zahlt bei Missbrauch
Müssen Kunden bei Verlust oder Diebstahl der Debitkarte mit oder ohne Zusatzfunktion für einen entstanden finanziellen Schaden aufkommen? „Das Risiko trägt nicht der Konsument. Das war schon bisher nicht der Fall“, beruhigt AK-Expertin Rupprecht. Die Haftung übernimmt die Bank. „Hier handelt es sich um ein Risiko, das der Kunde nicht beherrschen kann“, erläutert Rupprecht. Wenn der Händler keine nun von der EU geforderte zusätzliche Authentifizierung der Kunden beim Zahlen verlangt kann unter Umständen auch der Händler haftbar gemacht werden.

Sorgfaltspflicht des Konsumenten
Eine Ausnahme ist jedoch, wenn der Konsument seiner Sorgfaltspflicht nicht nachkommt und beispielsweise den Geheimcode im Geldbörsel aufbewahrt.

Keine Versicherung wie bei Kreditkarte
Kann die Karte auch in Geschäften als Kreditkarte verwendet werden?
Nein, es bleibt wie bei der bisher nur eine Möglichkeit bargeldlos zu zahlen. Abgebucht wird sofort. Eine Versicherung wie bei der Kreditkarte ist mit der Mastercard Debitkarte der Erste Bank und der Sparkassen nicht verbunden.

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