Zahlungsarten: 8 Payment-Möglichkeiten für Onlineshops im Vergleich

Verbreitete Zahlungsarten und Bezahlmethoden für Onlineshops im Vergleich: Die Vor- und Nachteile, die Kosten, Chancen und mögliche Risiken für Händler.

Thema: E-Commerce
Das Anbieten der richtigen Bezahl-Möglichkeiten und Zahlungsarten ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Onlineshop-Betreiber.

Das Anbieten der richtigen Bezahl-Möglichkeiten und Zahlungsarten ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Onlineshop-Betreiber.

ARTIKEL-INHALT


Wirtschaftsfaktor Onlinehandel

Die Coronapandemie hat dem E-Commerce einen kräftigen Schub versetzt. In Österreich wuchs er um 30 Prozent. Die Lockdowns führten nicht nur zum Homeoffice, sondern auch zum Homeshopping. Das wiederum stellte viele Händler vor große Herausforderungen, um nicht das ganze Geschäft an die großen Online-Handelsgiganten wie Amazon zu verlieren.

2021 lag der Umsatz im österreichischen Onlinehandel laut Österreichischem Handelsverband bei 9,6 Milliarden Euro. Das sind rund zwölf Prozent der gesamten Einzelhandelsausgaben der österreichischen Privathaushalte, wobei die Zuwächse im Mobile Commerce besonders auffällig waren. "Die rund 13.000 heimischen Webshops profitieren von diesem wachsenden Markt allerdings nur begrenzt, da mehr als jeder Zweite im Ausland bestellt und so den Kaufkraftabfluss verschärft", erläutert Rainer Will, Chef des Handelsverbandes.

Unter dem Strich ging Amazon mit 1,13 Milliarden Euro Umsatz erneut als klarer Marktführer hervor. Weit abgeschlagen folgte Zalando (328,7 Millionen), sowie Media Markt (144,3 Millionen) und Universal (136,5 Millionen) - siehe Grafik.

Top 10 der Onlineshops in Österreich 2020

Top 10 der Onlineshops in Österreich 2020

Nach dem nets E-Com Report DACH 2020 ist in Österreich die häufigste Online-Zahlungsmethode die Kreditkarte (49 %), gefolgt von der Online-Überweisung (38 %), sowie E-Wallets und Kauf auf Rechnung (je 35 %). Werden die österreichischen Kunden hingegen nach ihren Wünschen gefragt, fällt im Vergleich dazu lediglich die Online-Überweisung ab. Während hier fast alle der bereits Genannten bei etwa knapp unter 25 % liegen, werden Online-Überweisungen nur noch von 13 % der Befragten gewünscht.

Wichtig ist somit für Online-Anbieter, auch auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kundschaft zu achten. Die Studie „Erfolgsfaktor Payment 2020“ von Ibi Research brachte hervor, dass 72 % der Befragten ein bevorzugtes Bezahlverfahren haben und es durchaus auch zu Kaufabbrüchen kommen kann, wenn das Gewünschte nicht angeboten wird. Somit ist die Wahl der richtigen Zahlungsarten auch ein wichtiger Erfolgsfaktor im E-Commerce.


Die gängigsten Zahlungsarten im Überblick

Bei den Online-Zahlungsarten kann man prinzipiell zwischen drei Modellen unterscheiden. Das sind die PrePaid-Modelle wie etwa paysafecard, Gutscheinkarten oder Vorkasse. Zu den Pay-Now-Modellen zählen die eps Online Überweisung, die Sofortüberweisung, oder Paypal. Mit dem Pay-Later-Modell ist im Regelfall die Zahlung per Kreditkarte gemeint.

1. Zahlung per Kreditkarte

Das Zahlen per Kreditkarte ist eigentlich die Benchmark beim Onlineshopping. Beim Markt-Primus Amazon ist die Kreditkarte der Türöffner, und somit kann man die Verwendung der Kreditkarte im Onlinehandel auch als gelernt voraussetzen. Die Kreditkarte ist auch die am häufigsten genutzte Zahlungsart im heimischen Onlinehandel. Kreditkarten sollten daher auf jeden Fall als Bezahloption angeboten werden. Es sollte dabei eine Reihe verschiedener Kreditkarten zur Auswahl stehen. Auf jeden Fall die in Österreich am meisten genutzten, Mastercard und Visa.

Der größte Vorteil liegt in der unkomplizierten Bezahlung und dass diese Zahlungsform bei den Kunden sehr gefragt ist. Als Kunde muss man seine Kreditkartendaten angeben. Neben Vor- und Nachnahme, Kreditkartennummer und Gültigkeitsdauer, kommt die meist dreistellige Prüfnummer hinzu.

Shopbetreiber haben zudem den Vorteil, dass eine ungerechtfertigte Rückbuchung von Kunden nicht so einfach als bei Lastschriftverfahren möglich ist. Kommt es hingegen zu einem Kreditkartenbetrug, haben Händler meist das Nachsehen.

Eine Haftungsumkehr ist aber im Falle von neuen Sicherheitsvorkehrungen wie dem 3D-Secure-Verfahren möglich. Dazu ist eine Registrierung bei der Bank notwendig. Bei diesem Verfahren handelt es sich um eine 2-Faktor-Authentifizierung, welche im Regelfall aus einem Passwort oder einer PIN besteht. In manchen Fällen kann diese auch über eine Freigabe des Online-Banking-Accounts erfolgen.

Zu beachten gilt: Für beide Seiten fallen im Regelfall Gebühren an. Bei den meisten Anbietern liegen diese zwischen 2 und 4 Prozent . Ungerechtfertigte Abzüge können vom Kunden bis zu 13 Monate nach der Belastung beeinsprucht werden.


2. Paypal (E-Wallet)

E-Wallets bzw. Cyberwallets können als elektronische Geldbörsen betrachtet werden, auf die man ein Guthaben mittels Kreditkarte oder Überweisung hochladen kann. Der bekannteste und beliebteste Anbieter dieses Zahlungssystems ist Paypal. Hier muss man nicht zwingend Geld einzahlen, sondern es genügt die Daten der Bank- oder Kreditkarte zu hinterlegen. In diesem Fall bucht Paypal davon den erforderlichen Zahlungsbetrag bei einer Transaktion ab.

Händler, die eine Bezahlmöglichkeit via Paypal anbieten möchten finden alle erforderlichen Informationen online unter: www.paypal.com/at/business

Diese Zahlungsart hat zwei große Vorteile: Die Transaktionen können sehr viel schneller und einfacher, als bei gewöhnlichen Online-Überweisungen durchgeführt werden. Zudem werden keine Kartendaten beim Zahlungsempfänger hinterlegt. Für Kunden kann der Paypal-Käuferschutz ein weiteres Argument zur Nutzung sein. Es besteht die Möglichkeit 180 Tage lang nach der Zahlung etwaige Probleme zu melden. Doch hier sollte beachtet werden, dass Dienstleistungen, Fahrzeuge und digitale Produkte nicht davon abgedeckt sind. Zudem besteht noch fallweise der Irrglaube, dass Paypal ein Treuhandkonto sei.

Onlinehändler haben den Vorteil, dass der Kunde die Zahlung nicht unbegründet stornieren kann, dafür werden jedoch Gebühren verrechnet. Wie hoch diese letztendlich ausfallen, hängt von verschiedensten Faktoren ab. Einen detaillierten Überblick zu den Gebühren finden Sie hier .

Es ist dringend zu empfehlen, Paypal als Zahlungsmethode im Onlineshop zu implementieren, da diese Bezahlform auch von vielen Kunden erwünscht ist.


3. Kauf auf Rechnung

Etwas Überraschend ist, dass diese Zahlungsart laut Studien noch immer sehr häufig zur Anwendung kommt. Schließlich ist diese mit dem größten Mehraufwand verbunden. Für Kunden liegt der größte Vorteil auf der Hand: Gezahlt wird erst bei Entgegennahme und Prüfung der Ware. Somit wird nicht nur betrügerischen Fakeshops vorgebeugt, sondern man muss auch nicht bei Versandproblemen den bereits gezahlten Betrag mühsam urgieren.

Derartige Fakeshops, die trotz Zahlung keine oder völlig falsche Ware liefern, Markenfälschungen verkaufen oder nur auf Daten aus sind gibt es leider im Internet zuhauf. Die Watchlist Internet führt ein Verzeichnis tausender betrügerischen Online-Shops, die entweder der Watchlist Internet oder der Internet Ombudsstelle gemeldet wurden und als eindeutig betrügerisch identifiziert wurden.

Bei Händlern schaut es hingegen anders aus: Sie übernehmen nicht nur das Risiko von Zahlungsausfällen, sondern haben im Falle eines Zahlungsverzuges auch einen Mehraufwand beim Eintreiben der Rechnungssumme. Wie hoch ist das Risiko? Nach der Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten 2019“ von Deutschlands größtem Inkasso-Anbieter EOS, werden 81 % aller Rechnungen fristgerecht bezahlt. Letztendlich muss jeder Händler für sich die Kosten-Nutzen-Abwägung ziehen. Fest steht jedenfalls, dass diese Bezahlart zu einer der meist gewünschten gehört und diese Bezahloption eine Kaufabbruchquote nachweislich verringern kann.


4. Lastschrift

Im Jahr 2014 löste die SEPA-Basislastschrift durch die Initiative der Europäischen Kommission und der Europäischen Zentralbank das nationale Einzugsverfahren in den EU-Ländern ab. Der Kunde gibt hier bei einem Kauf dem Händler das Einverständnis, unter Angabe der Kontodaten den Kaufpreis vom Bankkonto abzubuchen. Die Abbuchung per Lastschrift ist für beide Seiten unkompliziert, doch werden hier im Gegensatz zu E-Wallets die Bankdaten offen gelegt. Für Kunden besteht hier also ein erhöhtes Risiko für Datendiebstahl und Phishing.

Händler haben auch ein gewisses Risiko eines Zahlungsausfalls, da Käufer unter gewissen Umständen eine Rückbuchung bei ihrer Bank erwirken können. Im Gegensatz zum „Kauf auf Rechnung“ ist dieses Risiko jedoch nicht so hoch. Es lässt sich aber durch die Absicherung eines Payment Service Providers, wie etwa Klarna, gänzlich vermeiden. Onlineshop-Betreiber sollten zudem verschlüsselte Datenübertragung, wie etwa über das Verschlüsselungsprotokoll SSL, implementieren, um sensible Kundendaten zu schützen. Denn bezugnehmend auf die bereits erwähnte nets E-Com Report DACH Umfrage, ist das Lastschriftverfahren bei Kunden gerade durch diese Sicherheitsbedenken weitaus weniger beliebt, als E-Wallets, Kreditkarte oder Kauf auf Rechnung.

Da aber vor allem für Händler geringe Sicherheitsrisiken und Transaktionskosten damit zusammenhängen, ist dieses Bezahlsystem dennoch empfehlenswert. Der Kunde hat das Recht, ungerechtfertigte Abbuchungen innerhalb von 13 Monaten rückgängig machen zu lassen.


5. Sofortüberweisung bzw. Klarna Sofortüberweisung

Der vorherrschende Player für diese Form der Zahlung ist Klarna. Händler finden Informationen zur Integration der Klarna-Zahlung auf ihren Websites unter www.klarna.com/at/verkaeufer/.

Die Zahlungen werden im deutschsprachigen Raum oft auf auf den externen Dienstleister Sofort GmbH ausgelagert. Kunden übermittelten ihre Bankdaten dabei nicht an den Onlineshop, sondern zahlen über den üblichen Login der Online-Banking-Zugangsdaten bei dem externen Anbieter.

Dieser (Klarna) informiert den Händler automatisiert und unmittelbar nach der erfolgten Bezahlung, damit auch der vom Kunden gewünschte Warenversand schnellstmöglich erfolgen kann. Das ist vor allem bei digitalen Gütern wie Musikdateien oder E-Books von Vorteil. Indem also der Händler nicht sofort das Geld, sondern nur die Mitteilung über die Zahlungsdurchführung bekommt, spricht man hier auch von einem Pseudo-Vorkassesystem.

Händler profitieren bei dieser Zahlungsart vor allem durch eine Auslagerung der Zahlungsabwicklung, denn sollte es zu einem Zahlungsverzug kommen, übernimmt der jeweilige externe Dienstleister das Forderungsmanagement. Gerade diese Abwicklung über einen dritten Anbieter, löst aber bei manchen Kunden auch Misstrauen aus. Hier wird oftmals befürchtet, dass auf diesem Wege auch Daten gesammelt und das Kaufverhalten analysiert wird. Der Deutsche Bundesgerichtshof kam 2017 in einem Urteil zum Schluss, dass diese Zahlungsmethode als alleinige Möglichkeit im Onlineshop nicht zulässig ist.

In Österreich hat sich bei den Sofortüberweisungen die eps Online-Überweisung etabliert. Es handelt sich dabei um einen elektronischen Zahlungsstandard, welcher von den größten österreichischen Banken gemeinsam im Jahr 2002 entwickelt wurde. Dazu zählen die BAWAG P.S.K., Erste Bank und Sparkassen, Hypo Banken, Raiffeisen Bankengruppe, UniCredit Bank Austria, Volksbankengruppe, sowie weitere kleinere Banken. Somit können zusammen etwa 2,5 Millionen Bankkunden diese Schnittstelle nutzen. Der Kunde muss zuvor, wie bei einer Kreditkartennutzung, eine Teilnahmevereinbarung bei einer dieser Banken unterzeichnen, um die eps Online-Überweisung nutzen zu können. Für Händler besteht hier offensichtlich der Vorteil, dass durch das Mitwirken der eigenen Bank mehr Vertrauen von Seiten des Kunden entgegengebracht wird, als wenn dieser einem Drittanbieter wie der Sofort GmbH, sensible Daten, wie etwa die Online-PIN, anvertrauen müsste.

In Deutschland gibt es Giropay (vormals Paydirekt), ein ähnliches Online-Bezahlsystem der Banken und Sparkassen, welches sich aber noch nicht in genügend Onlineshops etabliert hat, und nicht von allen größeren Banken angeboten wird.


6. Bezahlung per Vorkasse

Die Zahlungsart über Vorauskasse ist im Grunde genommen das Gegenteil von „Kauf auf Rechnung“, da hier sämtliches Risiko der Transaktion vom Händler auf den Kunden übergeht. Somit scheint es für den Händler zunächst nur Vorteile zu haben: Die Ware wird erst versendet, wenn der entsprechende Rechnungsbetrag auf dem Konto eingegangen ist. Es fallen für beide Seiten keine Transaktionskosten an, da die Bezahlung über eine herkömmliche Banküberweisung erfolgt.

Zu beachten gilt, dass sich immer weniger Kunden auf diese Vorleistung einlassen wollen. Laut der Umfrage des bereits erwähnten nets E-Com Report, ist diese Zahlungsart nur von einem sehr geringen Anteil aller Befragten erwünscht. Denn einerseits verzögert die Vorauskasse den Versand der Ware. Zudem wird auch von Sicherheitsexperten zunehmend davon abgeraten. Vor allem dann, wenn dieser Onlineshop keine anderen alternativen Zahlungsmethoden anbietet. Da Sicherheit ein wichtiges Kriterium beim Kauf in Onlineshops darstellt, ist es sehr empfehlenswert, die Vorauskasse höchstens als Alternative zu anderen Bezahlsystemen anzubieten. Ansonsten wird das viele potentielle Käufer abschrecken.


7. Bezahlung per Nachnahme

Einst vor der digitalen Ära recht oft genutzt, hat diese Zahlungsart mittlerweile stark an Popularität eingebüßt. Meist wird diese noch von älteren Generationen gewünscht, oder wenn besonders sensible Ware direkt dem Empfänger übergeben werden soll. Zwar gibt es hier für den Händler eine Zahlungssicherheit und der Versand der Ware kann auch sofort erfolgen, doch bei den meisten Kunden ist diese Bezahlung ähnlich unbeliebt wie die Vorauskasse. Das liegt vor allem an den zusätzlichen Nachnahmegebühren, als auch einer fehlenden Prüfmöglichkeit bei Erhalt der Ware. Diese ist schließlich erst nach Bezahlung in bar möglich.

Im Falle eines beabsichtigten Betrugs, könnte also jemand einen wertvolleren Inhalt bei Kauf vortäuschen, als sich dann tatsächlich beim Öffnen des Pakets herausstellt. Außerdem muss die betreffende Person bei Zustellung zu Hause anwesend sein. Ist das nicht der Fall, kann es zu einem Mehraufwand kommen, indem das Paket an einem anderen Ort abgeholt werden muss. Somit ist diese Zahlungsoption nur bei bestimmten Zielgruppen, oder bei sensibler, hochpreisiger Ware empfehlenswert. Auch hier ist es ratsam zumindest Zahlungsalternativen anzubieten, denn laut Widerrufsrecht muss der Händler zusätzlich zum Kaufpreis nur dann die Nachnahmegebühr zurückerstatten, wenn keine weitere Zahlungsoption angeboten wurde.


8. Amazon Pay

Amazon Pay bietet den Kunden die Möglichkeit, Zahlungen über ihr Amazon-Konto abzuwickeln Laut Amazon kann damit eine 87%ige Kaufabschlussrate erzielt werden. Aufgrund der anfallenden Gebühren, muss im Einzelfall entschieden werden, ob sich die Implementierung dieser Zahlungsart lohnt.

Händler finden Informationen zur Integration der Zahlung über Amazon Pay unter pay.amazon.de/.


Überblick: Die Vor- und Nachteile der Zahlungsarten

Bezahlsystem Vorteile Nachteile
Kreditkarte Bei Kunden sehr gefragt; unkomplizierte Bezahlung; schnelle Abwicklung Gebühren; Risiko eines Betruges (kann durch 3D-Secure Verfahren verringert werden)
Paypal Bei Kunden sehr gefragt; sicherer Datentransfer; schnelle Abwicklung; keine unbegründete Stornierung seitens des Käufers möglich Gebühren
Kauf auf Rechnung Bei Kunden sehr gefragt Risiko von Zahlungsausfällen; Mehraufwand bei Zahlungsverzug; Zahlung erfolgt frühestens nach Erhalt der Ware beim Kunden
Lastschrift Einfaches Verfahren; geringe Transaktionskosten Käufer können u.U. eine Rückbuchung veranlassen
Sofortüberweisung Einfaches Verfahren; Forderungsmanagement übernimmt externer Dienstleister Pseudo-Vorkassensystem; teils Skepsis bei Kunden wegen Übermittlung von Bankdaten an Dritte; Gebühren
eps Online-Überweisung Einfaches Verfahren; Vertrauen von Kunden durch Einbeziehung eigener Bank Wird nicht von allen Banken unterstützt
Vorkasse Kein Risiko von Zahlungsausfällen; Entfall jeglicher Transaktionskosten und Gebühren Bei Kunden sehr unbeliebt; hinterlässt möglicherweise unseriösen Eindruck wenn ausschließlich Vorkasse angeboten wird
Nachnahme Vermindertes Risiko von Zahlungsausfällen (nur wenn Paket nicht übernommen wird hat der Händler Verlust von Versand- und Nachnahmegebühren); Nachnahmegebühr zahlt der Käufer Nur noch bei bestimmten Zielgruppen und in bestimmten Fällen erwünscht
Amazon Pay Möglicherweise Anreiz für Amazon-Kunden Zielgruppe beschränkt sich hier auf bereits bestehende Amazon-Kunden; Gebühren

Die Kosten der gängigsten Zahlungsarten

Je nach Zahlungsart für Händler pro Transaktion folgende Kosten (Stand 2020):

Zahlungsart Kosten
Kreditkarte ca. 2,95 % Servicegebühr + 0,25 € Transaktionskosten
Paypal ca. 1,9 % der Summe + 0,35 € als Servicegebühr
Kauf auf Rechnung 2,99 % + 0,35 € pro Transaktion
Lastschrift Service-Gebühr ca. 0,28 € pro Transaktionsanfrage
Sofortüberweisung/Klarna ca. 1,45 % + 0,15 € pro Transaktionsanfrage
Amazon Pay 1,8-3,4 % + 0,35 € Servicegebühr für Transaktionen
Quelle: mstage. e-commerce solutions

Sicherheit und Risiken

Die zunehmende Cyberkriminalität trifft auch den Onlinehandel. Eine Statista-Umfrage vom November 2020 brachte hervor, dass insgesamt schon 45,5 % der österreichischen Online-Käufer, Opfer eines Internetbetruges wurden. Laut der Sicherheitsstudie „Betrug im Onlinehandel 2020“ des österreichischen Bundeskriminalamtes, war das bei ebenso vielen Händlern (46 %) der Fall. Diesbezüglich kam die selbe Studie im Folgejahr auf eine Zunahme von 16 %.

Nach dieser Erhebung hat sich das Sicherheitsbewusstsein aller befragten Händler zwar verbessert, dennoch gaben 2021 immerhin noch fast ein Fünftel der Befragten an, sich nicht mit Betrugsprävention auseinanderzusetzen. Im Falle eines Betruges kann der finanzielle Schaden beträchtlich sein. So gabenbei einer im Jahr 2020 unter Unternehmen durchgeführten Befragung 29,5 % an, dass die dadurch erfolgte Schadenssumme im Vorjahr zwischen 10.000 Euro und einer Million Euro lag.

Die Betrugsarten sind dabei sehr verschieden und können von Identitätsbetrug, über Zahlungsunfähigkeit, bis hin zu Betrug mit Retouren reichen. Hinsichtlich der Schutzmaßnahmen, wird die Beschränkung von Zahlungsoptionen mehr von KMU Handelsbetriebe bevorzugt, während größere Handelsbetriebe weitaus öfter auf Identitäts-, Bonitätsprüfung, sowie Betrugsvermeidungssoftware setzen. Vor allem die Betrugsvermeidungssoftware wird von lediglich 2 % der kleineren Betriebe eingesetzt.

Bei der Bonitätsprüfung sind es noch immer überschaubare 4 %. Auch bei dieser Umfrage zeigt sich hinsichtlich der angebotenen Zahlungsmethoden zunächst ein ähnliches Bild, wie bei schon genannten Studien: Die Kreditkarte (88 %), sowie Paypal (85 %) sind bei Händlern am Beliebtesten. Dahinter folgt jedoch schon die bei Kunden weitaus weniger beliebte Vorkasse (64 %). Relativ häufig werden noch die Sofort-Überweisung (57 %), Kauf auf Rechnung (50 %), Lastschrift (49 %), sowie EPS (41 %) angeboten. Alle anderen Zahlungsarten werden nach dieser Umfrage von weniger als ein Viertel aller befragten Händler angegeben.

Für Händler ist es prinzipiell auch wichtig ist, dass sie einen vertrauenserweckenden Eindruck bei Kunden hinterlassen. Schließlich wird es immer eine Abwägung zwischen Sicherheitsrisiken und Kundenwünschen geben müssen. Deswegen ist dringend davon abzuraten einen Kauf lediglich „per Vorkasse“ anzubieten. Das bietet zwar für seriöse Händler die größtmögliche Sicherheit, doch gerade auch Fakeshops bedienen sich gerne dieser Zahlungsmethode, weswegen es seitens der Kunden meist zu berechtigtem Misstrauen kommt, wenn diese ohne weitere Alternativen angeboten wird. Es wird in diesem Fall auch zu den meisten Kaufabbrüchen kommen.

Wenig verkehrt kann man hingegen mit den sehr gefragten Zahlungsmethoden Kreditkarte und Paypal machen, insofern man auch andere Vorsorgemaßnahmen wie etwa das 3-D-Secure-Verfahren bei der Kreditkarte, oder ein Verschlüsselungsprotokoll beim Lastschriftverfahren hinzuzieht.

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