SVS: Was die neue Sozialversicherung für Selbstständige ab 2020 bringt

SVS: Was die neue Sozialversicherung für Selbstständige ab 2020 bringt

Unternehmer, Freiberufler, Neue Selbstständige und Landwirte erhalten ab Jänner 2020 einen neuen Sozialversicherungsträger, die SVS. Was die Vereinheitlichung bringt, was sich ändert. 14 Fragen und Antworten fassen das Thema kompakt zusammen.

Ab Jänner 2020 bekommen 1,2 Millionen Selbstständige und ihre Angehörigen einen neuen Versicherungsträger. Aus der Sozialversicherung für die gewerbliche Wirtschaft, die SVA, und der Sozialversicherung für die Bauern, der SVB, wird die SVS, die Sozialversicherungsanstalt für Selbstständige. Auch die sogenannten Neuen Selbstständigen werden so einer neuen Sozialversicherung zugeordnet. Ziel ist es die Leistungen zu harmonisieren, Synergien zu heben und effizienter zu arbeiten. Auf die Versicherten kommen dadurch zahlreiche Veränderungen, teilweise Verbesserungen zu und so manches bleibt unverändert.

Die wichtigsten Fragen zur neuen SVA

1. Was versichert die SVA
Die neue Sozialversicherungsanstalt ist ab 1. Jänner 2020 Ansprechpartner für alle Selbstständigen und ist für deren Kranken-, Pensions- und Unfallversicherung zuständig.

2. Welche Service-Stellen werden eingerichtet?
Es wird in allen Bundesländern mindestens eine Service-Stelle geben. In allen Bezirken wird es SVS-Beratungstage geben, die meist werden in Land- und Wirtschaftskammern abgehalten.

3. Wie heißt die neue Homepage der neuen Sozialversicherung der Selbstständigen, wann geht diese online?
Das neue Onlineportal ist unter svs.at bereits erreichbar, erste Informationen sind bereits abrufbar.
Ab 1. Jänner 2020 wird die Internetseite svs.at in vollem Unfang freigeschaltet.

4. Wird sich an der Höhe der Beiträge und an den Zahlungsmodalitäten etwas ändern?
Ja, zum Positiven. Ab 2020 werden die Beiträge für die Krankenversicherung um 0,85 Prozent auf 6,8 Prozent gesenkt. Die Beitragssätze für die Pensions- und Unfallversicherung bleiben unverändert. Abgerechnet wird wie bisher quartalsweise.

5. Wird sich etwas bei den Selbstbehalten für Behandlungen ändern?
Nein.

6. Welche Leistungen für Erhaltung der Gesundheit und Präventivmaßnahmen hinzukommen
Der Fokus auf Prävention soll verstärkt werden. Angebote, die bisher nur für SVA oder SVB-Kunden galten, stehen nun beiden Versicherten-Gruppen zur Verfügung. So gibt es ab 2020 nicht nur für SVA- sondern auch für SVB-Kunden den sogenannten „Gesundheitshunderter“. Entsprechende Programme gibt es für die Bereiche Ernährung, Bewegung, Mentales und Raucherentwöhnung.
Camps, die Aktivitäten, Nichtrauchen, Vorsorge und gesunde Ernährung fördern und bisher nur SVA-Kunden zur Verfügung standen, gibt es dann ebenfalls nicht nur für bisherige SVA-Kunden, sondern auch für aktuelle SVA-Kunden.
Gesundheitsaktionen für Kinder und Jugendliche wie Logopädie, Übergewicht, Atemwegserkrankungen gibt es ab 2020 auch für SVA-Kunden, ebenso Gesundheitswochen und Vorträge für Senioren.

7. Diese Neuerungen sind für die Unfallversicherung geplant
Die SVS wird zum Unfallversicherungsträger und ersetzt die AUVA. Die Beiträge werden daher direkt von der SVS eingehoben.

8. Sind Änderungen bei der Leistung bei Unfällen zu erwarten?
Nein, die SVS wird die selben Leistungen bieten wie bisher die AUVA, allerdings mit dem Ziel künftig noch stärker auf die Bedürfnisse der Selbstständigen einzugehen. Ein erster Schritt ist ein Online-Check für Betriebe. Informationen darüber sind ab Jänner 2020 auf der Webseite der neuen Sozialversicherung zu finden.

9. Wird es eine neue E-Card geben?
Die bisherige e-Card behält zwar noch ihre Gültigkeit, aber es werden neue verschickt. Als Versicherter braucht man dafür nichts tun, die neuen Karten werden unaufgefordert zugeschickt. Doch das kann dauern. Spätestens aber Ende 2023, wenn e-Cards mit Fotos Pflicht sind, sollte es aber so weit sein.

10. Erhalten Pensionisten einen neuen Ausweis?
Ja, ab Jänner werden neue Pensionistenausweise verschickt.

11. Was soll das neue digitale Service bringen?
Das Online-Service wird ausgebaut. So soll es künftig eine Online-Kundenzone geben, eine SVS-App und einen Chatbot, der rund um die Uhr Fragen beantwortet. Die App steht allen Versicherten ab Jänner als kostenloser Download für iOS und Android-Systeme bereit.

12. Wann werden Leistungen und Beiträge harmonisiert
Einheitliche Bestimmungen für Beiträge und Leistungen sind das Ziel. Wann diese konkretisiert und umgesetzt werden, bestimmt jedoch der Gesetzgeber und nicht die SVS.

13. Welche Kuranstalten, Rehabilitations- und Gesundheitszentren stehen zur Auswahl?
Es gibt neun Gesundheitseinrichtungen:
Klinikum Malcherhof Baden Rehabilitation des Bewegungs- und Stützapparates, speziell bei Rheuma und nach orthopädischen Eingriffen.
Klinikum am Kurpark Baden Rehabilitation und Heilungsmethoden bei Problemen des Bewegungsapparates und bei Rheuma.
Klinikum Bad Hall Rehabilitation kardiologischer und neurologischer Erkrankungen.
Klinikum Bad Gastein Rehabilitation nach operativen Eingriffen, Therapie bei entzündliche und degenerative Erkrankungen am Bewegungs- und Stützapparat.
Klinikum Bad Gleichenberg Zur Bekämpfung von Lungen-, Stoffwechsel- und onkologische Erkrankungen.
HerzReha Bad Ischl Maßnahmen zur Bekämpfung von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen.
NRZ Rosenhügel Neurologische und neuropsychologische Rehabilitation.
Klinikum Schallerbacherhof Rehabilitation nach orthopädischen Operationen und unfallchirurgischen Versorgungen
Gesundheitszentrum für Selbständige Gesundheitsvorsorge und ambulante Rehabilitation

14. Was die gesetzliche und freiwillige Pensionsvorsorge für Selbstständige kostet und wie sie ausbezahlt wird?
Gewerbetreibende, Gewerbegesellschafter und Neue Selbstständige, die in der gewerblichen Krankenversicherung pflichtversicherte, müssen 1,53 Prozent der vorläufigen Beitragsgrundlage als Selbstständigenvorsorge zahlen. Freiberufler und Landwirte können eine solche Vorsorge auf freiwilliger Basis wählen. Die Auszahlung einer solchen Vorsorge erfolgt bei Pensionsantritt, bei Tod durch den Partner oder Kindern, zwei Jahre nach Ende der selbstständigen Tätigkeit oder Ruhen der Gewerbeberechtigung. Bei einem Wechsel in eine unselbstständige Tätigkeit können die Ansprüche übertragen werden. „Die Beiträge gelten steuerlich in voller Höhe als Betriebsausgabe“, erläutert Heinz Harb, Geschäftsführer der Steuerberaters LBG. Die Veranlagung selbst ist steuerfrei. Die Auszahlung als Einmalbetrag ist mit sechs Prozent steuerbegünstigt. Die Auszahlung als Rente steuerfrei.


Die Sozialversicherungsbeiträge können wie bisher steuerlich optimiert werden. „Dafür ist Gewinnermittlungsart, Rechtsform wichtig oder ob es bestehende Dienst- oder Werkverträge innerhalb der Familie gibt“, so LBG-Steuerexperte Harb. Allerdings kann eine solche Optimierung auch dazu führen, dass die Pension geringer ausfällt.

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