Wie viel Alkohol Autofahrer trinken dürfen

Wie viel Punsch oder Glühwein kann man trinken, ohne die 0,5-Promille-Grenze zu überschreiten? Wovon hängt es ab, wie viel Alkohol man trinken kann, ohne eine Strafe zu riskieren, wenn man ein Fahrzeug lenkt. Welche Einflüsse auf die Wirkung des Alkohols häufig falsch einschätzt. Welche Strafen bei diesem Vormerkdelikt alkoholisierten Lenkern drohen.

Auch beim Wolfgangseer Advent sollte man als Autofahrer ein paar Faustregeln fürs Punschtrinken beachten.

Auch beim Wolfgangseer Advent sollte man als Autofahrer ein paar Faustregeln fürs Punschtrinken beachten.

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Für wen die 0,5 und für wen die 0,1 Promille-Grenze gilt

Die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze liegt bei weniger als 0,5 Promille Alkoholgehalt im Blut. Für Probeführerschein-Besitzer, bei Übungsfahrten (L), Ausbildungsfahrten (L17) sowie Lkw- und Busfahrer, Fahrschullehrer und bei Schülertransporten gilt die 0,1-Promille-Grenze.

Vier Faktoren, von denen abhängt, wie stark Alkohol wirkt

Wie viel Alkohol man verträgt, hängt von vier Faktoren ab:

  • Geschlecht,
  • Alter,
  • was man trinkt und
  • wie viel.

"Ein Mann mit durchschnittlicher Statur wird wahrscheinlich mit einem Glas Punsch noch nicht die 0,5-Promille-Grenze überschreiten, eine zierliche Frau vielleicht schon", soDora Beer, Arbö-Expertin für die Nachschulung von Autofahrern.

Promille im Blut: Welche Einflüsse häufig falsch eingeschätzt werden

  • Wie viel man vorher gegessen hat, wirkt sich auf die Promille-Höhe nicht aus.
  • Selbst wenn man den Eindruck hat, dass kaum Alkohol im Getränk ist, kann das täuschen.

Beer: "Zucker und Aromen machen Alkohol weniger spürbar.“ Auch die Selbstwahrnehmung kann täuschen. Nicht umsonst nehmen Alkoholunfälle während der Punschzeit im November und Dezember regelmäßig zu."

Wann der Alkohol besonders schnell ins Blut schießt

  • Rasches Trinken führt zu einer starken Alkoholkonzentration.
  • warme oder heiße Getränke,
  • kohlensäurehaltige Getränke oder
  • ein leerer Magen bewirken, dass Alkohol besonders schnell vom Körper aufgenommen wird.

Schnaps: Der Promille-Beschleuniger

Wer zum Glühwein vielleicht noch ein Stamperl Schnaps trinkt, sollte die Wirkung also nicht unterschätzen. In solchen Fällen steigt, durch die konzentrierte Menge an Alkohol, die Promille-Kurve meist senkrecht nach oben. Wer vor der Autofahrt noch rasch Wasser oder einen Kaffee trinkt, um die Promille zu senken, tut das vergeblich.

Kann die Promille-Grenze mit einem Glas Punsch oder Glühwein überschritten werden?

Die gängige Faustregel, dass man ein Glas Alkohol schon drinnen ist, um trotzdem noch unter die 0,5-Promille-Grenze fällt, gilt für Punsch und Glühwein nicht unbedingt. Arbö-Expertin Beer: "Da sich nicht abschätzen lässt, wie hoch der Alkoholgehalt solcher Getränke ist, kann schon ein Glas davon dazu führen, dass die tolerierte 0,49-Promille-Grenze überschritten wird.“

Wie viel Alkohol wird pro Stunde abgebaut?

Pro Stunde werden nur etwa 0,1 Promille abgebaut - egal, was man während des Alkoholkonsums oder danach an alkoholfreien Getränken trinkt, was man isst oder wie viel man sich bewegt.

Männer: Es darf etwas mehr sein

Männer vertragen aufgrund ihrer Physiognomie etwas mehr Alkohol als Frauen, ohne dabei gleich über die erlaubte Promille-Grenze zu kommen - sie haben dafür mit einem anderen Problem zu kämpfen. Eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung, bei der Daten von rund 380.000 Personen aus acht Ländern ausgewertet wurden, ergab, dass Männer, die durchschnittlich mehr als zwei Gläser Alkohol am Tag tranken, mehr Gewicht zulegen als Frauen.

Promillerechner: So lässt sich der Alkoholgehalt im Blut berechnen

Es ist schwer abzuschätzen, wie viel Alkohol man im Blut hat, vor allem wenn es um die Frage geht, ob man noch ein Fahrzeug bedienen kann oder darf. Der Alkoholrechner berechnet anhand der Angaben über getrunkene Menge, dessen zeitliche Verteilung und körperliche Merkmale ungefähre Berechnung der Promille im Blut.

Alkohol am Steuer: Mit diesen Strafen müssen Lenker rechnen

Diese Strafen drohen bis 0,8 Promille ohne Unfall

Wer von der Polizei bei einer Verkehrskontrolle betrunken erwischt wird, muss neben einer saftigen Verwaltungsstrafe bis 0,79 Promille auch mit einer Vormerkung und ab 0,8 Promille mit der Entziehung der Lenkberechtigung rechnen. Daneben wird die Teilnahme an einem Verkehrscoaching aufgetragen.

Rechtlichen Folgen, wenn man 0,8 Promille einen Unfall baut

Drastisch sind die Folgen, wenn mit 0,8 Promille im Blut ein Unfall verursacht wird. Denn die Haftpflichtversicherung kann, wenn der Lenker mehr als 0,8 Promille "getankt" hat, bis zu 11.000 Euro auf dem Regressweg vom alkoholisierten Unfall-Verursacher zurückverlangen. Die Rechtsschutz- und die Kaskoversicherung sind in einem solchen Fall überhaupt leistungsfrei, müssen also den entstandenen Schaden nicht übernehmen.

0,5 - 0,79 Promille: Zwischen 300 und 3.700 Euro Strafe

Ab einem Alkoholgehalt von 0,5 Promille sind zwischen 300 Euro und 3.700 Euro Verwaltungsstrafe fällig. Wird man das erste Mal alkoholisiert beim Autofahren erwischt, behält man zwar den Führerschein, allerdings gibt es dafür eine Vormerkung im Führerscheinregister.

Das bedeutet das Vormerksystems bei wiederholtem Alkoholkonsum am Steuer

Eine zusätzliche Verschärfung bei Alkohol am Steuer bringt das Vormerksystem für Wiederholungstäter: Wird man neuerlich alkoholisiert hinterm Steuer erwischt, verordnet die Behörde eine Nachschulung durch Psychologen. Die Schulung kostet zusätzlich mindestens 200 Euro. Beim dritten Verstoß gegen diese Bestimmungen oder gegen ein anderes der 13 Vormerkdelikte binnen zwei Jahren gibt es kein Pardon mehr - der Schein ist für mindestens drei Monate weg.

0,8 - 1,19 Promille: Zwischen 800 und 3.700 Euro Geldbuße

Wer mehr als 0,8 Promille "intus" hat, zahlt für die Alko-Fahrt mindestens 800 Euro. Die Höchststrafe liegt auch hier bei 3.700 Euro. Bei der ersten alkoholisierten Fahrt (ohne Unfall) bei der man erwischt wird, ist der Führerschein für ein Monat weg - im Wiederholungsfall mindestens für drei Monate. Außerdem muss ein Verkehrscoaching absolviert werden (100 Euro).

1,2 - 1,59 Promille: Zwischen 1.200 und 4.400 Euro Strafe

Ab 1,2 Promille Alkoholgehalt im Blut kostet das Vergehen zwischen 1.200 und 4.400 Euro und der Führerschein ist für mindestens 4 Monate weg. Außerdem wird man zur Nachschulung geschickt, was zusätzliche Kosten bedeutet.

Ab 1,6 Promille: Zwischen 1.600 und 5.900 Euro werden fällig

Ist man mit 1,6 Promille und darüber unterwegs, drohen Strafen von 1.600 Euro bis 5.900 Euro und ein Führerscheinentzug von mindestens sechs Monaten. Daneben blüht dem Alkolenker eine Nachschulung, wodurch Kosten in der Höhe von etwa 500 Euro entstehen. Es wird ein Termin beim Amtsarzt vorgeschrieben und eine verkehrspsychologische Untersuchung, die nochmals zusätzlich 363 Euro kostet. Die gleichen Konsequenzen drohen übrigens auch, wenn der Alkomat-Test verweigert wird.

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