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VW-Tochter Traton senkt Jahresziele deutlich

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Operative Ergebnismarge nun 6 bis 7 Prozent, davor 7,5 bis 8,5 Prozent
 © APA/APA/AFP/JONATHAN NACKSTRAND
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Die VW-Nutzfahrzeugholding Traton Group bekommt das schwache Umfeld für Nutzfahrzeuge in den USA zu spüren. Auch deshalb gibt es spürbare Abstriche beim Jahresausblick. So dürfte die um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnismarge 2025 bei 6,0 bis 7,0 Prozent landen, teilte der Konzern am späten Donnerstagabend mit. Bisher war das Unternehmen von 7,5 bis 8,5 Prozent ausgegangen. Die Aktie fiel am Freitag deutlich zurück.

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Der Umsatz des Unternehmens sank im ersten Halbjahr 2025 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum nach vorläufigen Zahlen um 6 Prozent auf 21,9 Mrd. Euro. Das bereinigte operative Ergebnis fiel von 2,1 auf 1,4 Mrd. Euro. Die operative Rendite sackte von 9,1 auf 6,3 Prozent ab.

Traton-Aktien sackten am Freitag nach Handelsbeginn um rund 9 Prozent auf 30 Euro ab. Damit stand seit Jahresbeginn noch ein Kursplus von rund 7 Prozent zu Buche. Analyst Michael Aspinall vom US-Investmenthaus Jefferies schrieb, die Schwäche bei der Ertragsperle Scania sei eine größere Sorge als die schlechteren Aussichten für den US-Markt. Die Prognosesenkung bedeute im Mittelpunkt der Spanne ein Fünftel weniger operatives Ergebnis als bisher.

Bei Umsatz und Absatz geht Traton-Chef Christian Levin nun nur noch im besten Fall von einem Abschneiden auf Vorjahresniveau aus - im schlechtesten Fall dürfte es jeweils 10 Prozent abwärtsgehen. Hier hatte die Erwartung zuvor bei minus 5 bis plus 5 Prozent gelegen.

Dem Anbieter mit den Marken MAN, Scania, der US-Marke International (ehemals Navistar) und der südamerikanischen VW Truck & Bus machen die US-Einfuhrzölle gegen viele Länder aktuell das Leben schwer. Spediteure in den USA können derzeit kaum abschätzen, wie viele Güter sie künftig noch aus den Häfen des Landes transportieren können - neue Lkw bestellen sie angesichts der Unsicherheit kaum noch.

Neben den Unsicherheiten im Zusammenhang mit der US-Zollpolitik nannte Traton auch die weiterhin schwache Wirtschaftslage in Europa sowie wachsende Herausforderungen in Brasilien, die allesamt zu einer stärker als erwarteten Kaufzurückhaltung der Kunden führten.

Zwar legte der Auftragseingang im ersten Halbjahr zusammengenommen um 11 Prozent auf 139.600 Fahrzeuge zu. Gegenüber dem ersten Quartal gingen die Bestellungen in den vergangenen drei Monaten aber in den wichtigsten Marken MAN, Scania und International bereits wieder deutlich zurück.

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