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Ukraine meldet Teilabzug in Region Charkiw

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Charkiw rückt wieder in den Kriegsmittelpunkt
©APA/APA/AFP/ROMAN PILIPEY
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Angesichts der russischen Offensive bleibt die Lage im ostukrainischen Gebiet Charkiw äußerst angespannt. Von einzelnen Positionen mussten sich ukrainische Truppen eigenen Angaben zufolge zurückziehen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte vor diesem Hintergrund am Mittwoch alle Auslandsreisen ab, die für die kommenden Tage geplant waren. Unterdessen stellte US-Außenminister Antony Blinken dem angegriffenen Land während seines Besuchs in Kiew weitere Militärhilfen in Aussicht.

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Selenskyj sollte bei dem Besuch in Madrid gemeinsam mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez ein bilaterales Sicherheitsabkommen unterzeichnen. Auch ein Treffen mit König Felipe VI. war geplant.

Die ukrainische Armee teilte mit, in einigen Gebieten um die Orte Lukjanzi und Wowtschansk hätten sich Einheiten als Reaktion auf feindlichen Beschuss und Angriffe von Bodentruppen "auf günstigere Positionen begeben". Moskau meldete am Dienstag die Einnahme eines weiteren Dorfes in der Region. Die nur etwa 30 Kilometer von der Grenze zu Russland gelegene Stadt Charkiw wurde in den vergangenen Monaten verstärkt beschossen.

Bei der neuen Offensive der russischen Invasionstruppen geraten die ukrainische Verteidiger in der grenznahen Kleinstadt Wowtschansk nach eigenen Angaben zunehmend unter Druck. "Die Lage ist äußerst schwierig", erklärt der örtliche Polizeichef Olexij Charkiwskyj auf Facebook. Russische Truppen hätten Stellungen in den Straßen der weitgehend zerstörten Stadt bezogen. Die Kämpfe seien heftig.

Der ukrainische Generalstab erklärte, die Lage in der Region sei "nach wie vor schwierig". Jedoch werde es die Armee "den russischen Besatzern nicht erlauben, Fuß zu fassen". Kiew hat Verstärkung in das Gebiet entsandt, um einen Durchbruch Russlands zu verhindern.

Russland, das seit mehr als zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine führt, hatte in der vergangenen Woche in der Grenzregion mit einer neuen Offensive auf Charkiw begonnen. Infolgedessen besetzten russische Truppen auch mehrere ukrainische Dörfer. Für die Ukraine, die sich angesichts stockender westlicher Hilfen derzeit in einer besonders schweren Lage befindet, geht es nun darum, eine Ausweitung der Front zu verhindern.

Die russische Luftwaffe hat nach Angaben des Gouverneurs der Region einen "massiven Luftangriff" der Ukraine auf die Stadt Sewastopol auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim abgewehrt. Trümmer einer Rakete seien in einem Wohngebiet niedergegangen, teilte der von Russland eingesetzte Gouverneur der Krim-Hafenstadt, Michail Raswoschajew, über seinen Telegram-Kanal mit. Nach ersten Informationen sei niemand verletzt worden. Die russische Luftabwehr habe zehn Raketen vom US-Typ ATACMS in der Nacht über der Schwarzmeer-Halbinsel Krim zerstört, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Russland hat nach eigenen Angaben auch mehrere ukrainische Drohnen abgefangen, die vor allem auf ein Treibstofflager in der südlichen Stadt Rostow abzielten. "Während der Nacht wurden mehrere Versuche des Kiewer Regimes verhindert, Terroranschläge (...) gegen Ziele auf russischem Territorium zu verüben", erklärte das Verteidigungsministerium am Mittwoch. Die russische Luftabwehr habe in mehreren Grenzregionen insgesamt 17 Drohnen und über der annektierten Halbinsel Krim zehn ATACMS-Raketen abgefangen und zerstört.

In der Region Rostow verursachten zwei Drohnen Explosionen, wie der örtliche Gouverneur Wassili Golubew im Onlinedienst Telegram mitteilte. Es sei jedoch niemand verletzt worden. In Rostow befindet sich das Hauptquartier der russischen Streitkräfte für den Einsatz in der Ukraine. Neun Angriffsdrohnen seien über der russischen Grenzregion Belgorod abgefangen worden. Zudem seien fünf Angriffsdrohnen über der russischen Region Kursk und drei über der Region Brjansk zerstört worden. Beide Regionen grenzen ebenfalls an die Ukraine.

Als Reaktion auf den täglichen Beschuss aus Moskau hat die Ukraine ihre Angriffe auf russisches Staatsgebiet verstärkt und nimmt dabei regelmäßig Energieanlagen und Treibstofflager ins Visier. Kiew rechtfertigt die Angriffe damit, dass die Einrichtungen zur Versorgung der russischen Armee genutzt werden.

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