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Tote und Verletzte bei russischem Beschuss auf Charkiw

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Kriegsschäden in Belgorod
©APA/APA/AFP (Archivbild vom 12. Mai/nicht aktuell)/STRINGER
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Bei russischen Raketenangriffen sind in einem Erholungsgebiet nahe der ostukrainischen Stadt Charkiw mindestens sechs Menschen getötet und weitere 27 verletzt worden. Charkiws Bürgermeister Ihor Terechow sprach am Sonntag von "Terror gegen friedliche Bewohner, gegen unser Recht auf Leben, gegen alles Menschliche und Gerechte". Unter den Toten sei auch eine schwangere Frau, hieß es. Die Region Charkiw, die an Russland grenzt, wird seit Wochen massiv beschossen.

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Oleh Synjehubow schrieb auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. "Die Besatzer haben das Gebiet angegriffen, in dem sich die Bewohner erholten." Russische Truppen hatten am 10. Mai eine Bodenoffensive in der Region Charkiw gestartet. Seither konnten sie entlang der Nordostgrenze etwa fünf bis zehn Kilometer weit vorstoßen. Nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stellt die derzeitige russische Offensive vermutlich nur die erste von mehreren geplanten Angriffswellen in der Region dar.

Moskau und Kiew warfen einander am Sonntag generell gegenseitige Angriffe vor. Russland hat demnach in der Nacht über der russisch besetzten Schwarzmeerhalbinsel Krim neun Raketen vom US-Typ ATACMS abgefangen. Zudem sei dort eine feindliche Drohne abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau in der Früh auf Telegram mit. Kiew meldete unterdessen seinerseits, Russland habe die Ukraine in der Nacht auf Sonntag erneut mit massiven Drohnenattacken überzogen.

Die Luftabwehr in Sewastopol habe einen Raketenangriff abgewehrt, teilte der von Moskau eingesetzte Krim-Gouverneur Michail Raswoschajew auf seinem Telegram-Kanal mit. Nach Angaben des Rettungsdienstes von Sewastopol seien aber keine Schäden an der zivilen Infrastruktur gemeldet worden, so Raswoschajew. Aus Moskau hieß es außerdem, drei weitere Drohnen seien über dem grenznahen russischen Gebiet Belgorod abgefangen und zerstört worden und weitere 57 über der in der südrussischen Schwarzmeer-Region Krasnodar.

Örtlichen Behörden zufolge wurde eine Ölraffinerie bei Krasnodar getroffen. Sechs Drohnen seien in dem Werksgelände in der Stadt Slawjansk eingeschlagen. Laut der Nachrichtenagentur Interfax stellte die Raffinerie daraufhin den Betrieb zunächst ein. Es sei aber kein Feuer ausgebrochen, meldete die staatliche Agentur TASS. Zudem habe die Luftabwehr neun von der Ukraine abgefeuerte Raketen vom US-Typ ATACMS über der annektierten Halbinsel Krim zerstört.

Seit die russischen Invasionstruppen Anfang des Monats eine neue Bodenoffensive in der nordostukrainischen Region Charkiw gestartet haben, hat die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf russisches Gebiet verstärkt. Sie sollen der Regierung in Kiew zufolge die Logistik und den Nachschub des russischen Militärs treffen. Russland will nach eigenen Angaben zum Schutz vor solchen Luftangriffen in der Region Charkiw eine Pufferzone schaffen. Am Samstag war die russische Armee dort laut eigenen Angaben weiter vorgerückt und hatte die Ortschaft Staryzia eingenommen.

Die Regierung in Kiew äußerte sich zunächst nicht dazu. Zuvor hatte das ukrainische Militär die erfolgreiche Abwehr eines größeren russischen Luftangriffs gemeldet und erklärt, alle 37 von Russland in der Nacht gestarteten Angriffsdrohnen abgeschossen zu haben. Diese hätten die Regionen Kiew, Odessa, Mykolajiw, Sumy, Winnyzja, Schytomy, Tscherkassy und Cherson attackiert, teilt die ukrainische Luftwaffe mit. Alle Drohnen vom iranischen Typ Schahed seien von der Luftabwehr abgeschossen worden. Das Militär sprach dabei von einer "Luftabwehrschlacht". Berichten zufolge waren an zahlreichen Orten Explosionen zu hören.

In weiten Teilen des Landes hatte es zuvor Luftalarm gegeben. Über Schäden oder Opfer war zunächst nichts bekannt. Die Behörden in der Krim-Metropole Sewastopol teilten mit, dass es Meldungen von Bürgern über den Fund von Raketentrümmern gebe. Sie warnten wegen Verletzungsgefahr davor, die Teile anzufassen.

Die ukrainische Marine zerstörte nach eigenen Angaben ein Minensuchboot der russischen Schwarzmeerflotte. Dabei handle es sich um ein Schiff vom Typ Kowrowez, hieß es auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Es sei in der Nacht auf Sonntag zerstört worden. Die Angaben beider Seiten ließen sich zunächst nicht unabhängig prüfen.

Seit mehr als zwei Jahren führt Russland einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine. Infolgedessen gerät auch russisches Grenzgebiet immer wieder unter Beschuss sowie die ukrainische Krim, die Moskau bereits im Jahr 2014 völkerrechtswidrig annektiert hatte.

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