Novartis Austria – führendes Pharma- und Biotechnologieunternehmen

Der Pharmakonzern Novartis ist mit seiner Österreich-Gesellschaft das größte hierzulande ansässige Unternehmen der Pharma-Branche und mit dem Forschungszentrum Kundl größter Arbeitgeber in Tirol. Im trend TOP500 Ranking liegt Novartis auf Rang 37.

Thema: Österreichs größte Unternehmen
Novartis-Standort Kundl / Technology Campus Tirol

Novartis-Standort Kundl / Technology Campus Tirol

ARTIKEL-INHALT


FACTS: Novartis Austria GmbH

trend TOP 500 Ranking: 37

  • Gegründet: Gegründet 2006
  • Unternehmenssitz: Firmensitz: Jakov-Lind-Straße 5, 1020 Wien
  • Mitarbeiter: 5.430
  • Tätigkeiten: Tätigkeiten: Pharma & Biotechnologie, medizinische Forschung, Entwicklung und Produktion
  • Umsatz (2021): 2,301 Mrd. €
  • Eigentümer: Novartis AG, Schweiz (Anteil: 100%)
  • Management: Franz Mittermayer (Vors), Stefan Szyszkowitz (Vors)
  • Aufsichtsrat: Bettina Glatz-Kremsner (ARVors), Norbert Griesmayr (1. ARVorsStv), Willi Stiowicek (2. ARVorsStv)
  • Börse-Kennzahl: CH0012005267
  • Website: www.novartis.at

Firmengeschichte der Novartis

Der Schweizer Pharma-Konzern Novartis ist mit 51,6 Mrd. USD Umsatz im Jahr 2021 eines der größten Pharma- und Biotechnologieunternehmen der Welt. Das Unternehmen ist im Jahr 1996 aus der Fusion der beiden Basler Pharma- und Chemieunternehmen Ciba-Geigy und Sandoz hervorgegangen.

Das Unternehmen Geigy begann im 18. Jahrhundert mit dem Vertrieb von Chemikalien und Farbstoffen. Die Firma Ciba startete 1859 mit der Produktion von Farbstoffen und fusionierte 1970 schließlich mit Geigy. Das Chemieunternehmen Sandoz, 1886 gegründet, verschmolz 1996 mit Ciba-Geigy in die Novartis Medizin. Der Name Novartis stammt vom lateinischen “Novae artis” (neue Künste/Fertigkeiten).

Weltweit sind bei Novartis heute 110.000 Personen aus über 155 Ländern beschäftigt. Die Produkte des Unternehmens erreichen mehr als 750 Millionen Menschen im globalen Markt. Das Unternehmen versucht stets, den Zugang zu den neuesten Therapien zu erweitern und gibt zudem an, eines der weltweit am meisten in Forschung und Entwicklung investierenden Unternehmen zu sein.

Umsatzentwicklung Novartis Austria 2019 - 2021
Jahr Umsatz (in Mio. €) +/- ggü. Vorjahr in %
2019 2.391,00 k.A.
2020 2.449,00 2,43
2021 2.301,00 -6,04

Mitarbeiterentwicklung Novartis Austria 2019 - 2021
Jahr Mitarbeiter +/- ggü. Vorjahr in %
2019 5.203 k.A.
2020 5.436 4,48
2021 5.123 -5,76


Österreich: Biochemie-Standort mit langer Geschichte

Am Standort des Firmensitzes der österreichischen Sandoz GmbH in Kundl im Tiroler Unterinntal begann die Biochemie GmbH 1946 mit sechs Mitarbeitern die Produktion von Penicillin. 1952 konnte das erste säureresistente Penicillin auch in Tablettenform verabreicht werden und nicht mehr, wie zuvor, als Spritze. Dieses Unternehmen wurde 1964 in die Novartis Gruppe eingegliedert und 2003 wurde die Biochemie GmbH zur Sandoz GmbH umbenannt.

In den 1970ern gingen Immunsuppressive Wirkstoffe in Produktion, welche die damals noch junge Transplantationschirurgie revolutionierten. Die Produktion von Generika rückte zur gleichen Zeit in den Fokus des Unternehmens.

Die Biosimilar-Produktion begann 1995, diese sind ähnlich wie Generika Nachahmerpräparate, werden jedoch nicht durch chemische Synthese-Verfahren, sondern durch Zellkulturen hergestellt. Die Division Sandoz ist heute die Generika und Biosimilars Sparte der Novartis Gruppe. Sie ist in dem Bereich weltweit führend und bietet über 1000 Produkte in verschiedenen therapeutischen Anwendungsbereichen.

2020 wurde beschlossen, in den nächsten Jahren mehr als 150 Millionen Euro in die Modernisierung von Produktionsanlagen für Schlüsselantibiotika zu investieren. Ein Schritt Richtung Versorgungssicherheit mit Antibiotika, denn das Tiroler Novartis-Werk ist die letzte vollintegrierte Antibiotika-Produktionsstätte. 2021 hat Novartis im Zuge der COVID-19 Pandemie beschlossen, die Impfstoffproduktion durch mRNA und den vorformulierten Wirkstoff zu unterstützen.

In Wien beginnt die Firmengeschichte im Jahr 1970 mit der Gründung des Sandoz-Forschungsinstituts 1970 in Wien. Nach der Fusion mit Ciba-Geigy 1996 wurde das Institut in Novartis-Forschungsinstitut umbenannt. 2003 wurde dieses Teil des Novartis Institutes for Biomedical Research (NIBR). 2008 wurde das Institut im Zuge einer Reorganisation geschlossen. Heute hat die Novartis Austria GmbH ihren Sitz in Wien-Leopoldstadt.

Geschäftsbereiche der Novartis Austria GmbH

Die österreichische Novartis Gruppe gliedert sich in die Geschäftsbereiche innovative Medikamente (Pharmaceuticals, Oncology) und Generika (Sandoz).

Fast 6 Millionen Patient*innen werden in Österreich von der Novartis Gruppe erreicht. Bei den innovativen Medikamenten werden die Bereiche Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Ophthalmologie, Atemwege, Neurowissenschaft, Immunologie und Dermatologie sowie Onkologie abgedeckt.

Die Generika von Sandoz umfassen über 1000 Produkte in den Bereichen der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebserkrankungen, Infektionskrankheiten, Erkrankungen des Zentralnervensystems, Magen-Darm-Krankheiten, Atemwegserkrankungen sowie Blutkrankheiten und Erkrankungen der blutbildenden Organe. Weiter gehören auch Spezialprodukte wie altersgerechte Arzneiformen, Inhalatoren oder transdermale Pflaster zur Produktpalette.

Standorte in Österreich

In Österreich hat das Unternehmen mit Zentrale in Basel drei wichtige Standorte. Vom Firmensitz der Novartis Austria GmbH in Wien aus werden die Geschäftsbereiche Pharma & Onkologie sowie die Generika-Division Sandoz gesteuert. Neben Marketing und Vertrieb ist in Wien auch die medizinische Abteilung, Pharmakovigilanz und Zulassung angesiedelt. Country President von Novartis Österreich ist Michael Kocher.

Michael Kocher, Country President von Novartis Österreich

Michael Kocher, Country President von Novartis Österreich

In Kundl (Tirol) befindet sich ein zentraler Entwicklungs- und Produktionsstandort der Novartis-Gruppe und Sitz der Sandoz GmbH mit Fokus auf Forschung, Entwicklung und Produktion biotechnologisch hergestellter Arzneimittel. Unter anderem wird dort der Wirkstoff für den COVID-19 Impfstoffkandidaten von CureVac produziert.

Schaftenau, der zweite Tiroler Novartis Standort (Teil der Sandoz GmbH), ist das Kompetenzzentrum für modernste Zellkultur-Technologie und spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion innovativer Biologika und Biosimilars. Aber auch Schilddrüsenhormone (Thyronine), Wachstumshormone und Wachstumshemmer werden hier hergestellt.

Bedeutung der Novartis Austria GmbH

In Österreich ist die Novartis Gruppe das Pharmaunternehmen mit dem größten Marktanteil (9,4%) und zudem mit dem Forschungs- und Entwicklungszentrum Kundl/Schaftenau, das zu den größten seiner Art innerhalb des Unternehmens zählt, der größte Arbeitgeber in Tirol. Fast 5.000 der gut 5.400 österreichischen Novartis-Mitarbeiter sind in Tirol beschäftigt. Gleichzeitig sind laut einer im Jahr 2019 erstellten Wertschöpfungsstudie direkt, indirekt und induziert insgesamt mehr als doppelt so viele heimische Arbeitsplätze mit der Geschäftstätigkeit des Konzerns verbunden.

Allein in Österreich investiert Novartis jährlich mehr als 4 Millionen Euro in klinische Studien, sowie 100 Millionen Euro in den Ausbau von Produktionsanlagen. Im Zeitraum von 2015 bis 2022 hat Novartis Österreich 1,5 Milliarden Euro investiert. Novartis führt österreichweit die meisten klinischen Studien durch, 2021 nahmen etwa 563 Personen an den Studien teil.

Die rund 5.400 Mitarbeiter*innen kommen aus 67 verschiedenen Ländern und das Unternehmen gibt außerdem an, dass 50% ihrer Mitarbeiter*innen sowie 50% der Führungskräfte im Geschäftsbereich Innovative Medicines weiblich sind. 37% der leitenden Positionen sind an Frauen vergeben. Novartis ist seit vier Jahren in Folge „Top Employer Österreich“ und auch „Top Employer Europe 2022“.

Im Mai 2022 ging in Schaftenau in Tirol die weltweit modernste Produktionsanlage für Biopharmazeutika „BioFuture“ in Betrieb. Parallel dazu wurde Cell Culture 2 (CC2) gestartet und dadurch die Fertigungskapazitäten deutlich erweitert. Insgesamt wurden dafür 300 Mio. Euro investiert, es entstehen rund 180 neue Arbeitsplätze in den beiden neuen Anlagen. Schaftenau ist für den Ausbau gewählt worden, da dort die komplette Wertschöpfungskette – vom Wirkstoff zum fertigen Arzneimittel – abgedeckt werden kann. Nirgends investiert das Unternehmen momentan so viel wie in Schaftenau, so die Konzernleitung. „BioFuture“ stellt mit 160 Mio. Euro die größte Einzelinvestition innerhalb der gesamten Novartis Gruppe dar.

Ein weiterer Produktionsstandort in Unterach am Attersee wurde im Oktober 2020 an das Unternehmen Fareva übergeben. Fareva ist ein führender Auftragsdienstleister im industriellen Bereich und bietet unter anderem Forschungs-, Herstellungs- und Verpackungslösungen für die Pharmaindustrie.

Novartis Austria im Internet

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