Energieeffizienz: So können Unternehmen Kosten senken

Unternehmen sind dazu angehalten, ihre Energieeffizienz zu erhöhen. Wie der Status quo des Energieverbrauchs erhoben wird, wie viel Kostenersparnis Photovoltaik-Anlagen bringen, wie viel Beschattung, tageslichtabhängige Steuerung von Licht und Wärmerückgewinnung und welche Umweltförderung es wo gibt.

Thema: Nachhaltigkeit
Energieeffizienz: So können Unternehmen Kosten senken

Die Emissionsziele, die in der Pariser Klimakonferenz 2015 beschlossen wurden, bedeuten auch für Unternehmen große Veränderungen. Industriestaaten wie Österreich soll bis 2030 den Endenergieverbrauch um 30 Prozent senken, der Anteil der erneuerbaren Energie soll im Gegenzug auf 60 Prozent ausgebaut werden. Während Großbetriebe deshalb verpflichtet sind, Energiesparmaßnahmen umzusetzen, beschreiten auch KMU zunehmend den Weg des nachhaltigen Wirtschaftens.

Stellen Betriebe mit ihrem vielfach hohen Energiebedarf doch einen zentralen Hebel dar, um die CO2-Ziele zu erreichen. Wie die Ziele umgesetzt werden, bleibt den Unternehmen überlassen. Welche Möglichkeiten gibt es für Unternehmen, ihre Energieeffizienz zu erhöhen? Welche Förderungen es gibt, um den Betrieb energetisch zu modernisieren?



Energieeffizienzgesetz: Wie es Unternehmen betrifft

Der Staat will die Energienutzung durch Unternehmen und Haushalte in Österreich kosteneffizienter machen und hat dazu Richtlinien erlassen, die imBundes-Energieeffizienzgesetzfestgelegt wurden. Dadurch soll der Umstieg auf eine energieeffizientere Wirtschaft vorangetrieben werden, Innovationen beschleunigt werden und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie durch einen sinkenden Energieverbrauch verbessert werden.

Laut Vorschriften sind Unternehmen, die mehr als 249 Mitarbeiter beschäftigen und einen höheren Umsatz als 50 Millionen Euro im Jahr erwirtschaften, verpflichtet, ein Energie- oder Umweltmanagementsystems oder ein Energieaudit nach ISO 5001 einzuführen und die Daten an die Monitoringstelle zu melden. Spätestens nach vier Jahren ab Erstellungsdatum des ersten Audits gerechnet, ist ein weiteres Audit durchzuführen.

Das Gesetz enthält keine gesetzlichen Verpflichtungen für KMU als Energieverbraucher. Werden jedoch Einsparmaßnahmen durchgeführt, besteht die Möglichkeit, die daraus resultierenden Einspareinheiten an ein zur Einsparung verpflichtetes Unternehmen oder an Dritte zu verkaufen.


Was ist ein Energieaudit?

Große Unternehmen müssen ein Energieaudit durchführen, sofern sie nicht ein Energiemanagementsystem einrichten. Ein solches Audit ein systematisches Verfahren, wodurch umfassende Informationen über den Energieverbrauch eines Gebäudes oder einer Gebäudegruppe, eines Betriebsablaufs in der Industrie und/oder einer Industrieanlage oder öffentlicher Dienstleistungen erlangt werden, um auf Basis dessen Energie zu sparen. Die Ergebnisse sind in einem Bericht an den Monitoringstelle zu melden.


Anleitung zur Einhaltung der Energiespar-Norm ISO 50001

Unterstützung beim Aufbau eines systematischen Energiemanagements nach der ISO 50001 findet sich auf energymanagement.at von klimaaktiv. Dort findet sich ein E-Learningsystem mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Je nach Branche gibt es unterschiedlichste Kategorien, um den Energieverbrauch nach Umsatz, nach Mitarbeiteranzahl und beispielsweise nach Produktionsschwerpunkten zu vergleichen. Für zahlreiche Branchen wurden bereits eigene Benchmarks für den optimalen Energieverbrauch erarbeitet, von Bürobetrieben über Molkereien bis hin zu Tischlereien, dem Handel, die Gastronomie und Hotels oder Kfz-Werkstätten.

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Darum in Energieeffizienz investieren

Energieeffizienz gilt als Innovationstreiber und Wegbereiter einer klimaneutralen Zukunft. "Viele Unternehmen kommen nach einer gewissen Zeit an einen Punkt, an dem Quick-wins erzielt sind und weitere Maßnahmen unwirtschaftlich erscheinen", so die Studienautoren des Software- und Cloudspezialisten Quentic. Dann lohnt es sich, die Wertschöpfungskette zu optimieren.

Vorteile optimierter Energiesysteme:

  • Geringerer Energieverbrauch
  • Reduzierte Betriebskosten
  • Niedrigere CO2-Emissionen

Vor dem Sparen: Energiekosten erheben

Bei den Branchen, die am meisten Energie benötigen, handelt sich um die Branchen Baustoffe, Chemie, Glas, Nichteisen-Metalle, Papier und Stahl. Die Produkte dieser Branchen stehen am Anfang vieler Wertschöpfungsketten. In energieintensiven Wirtschaftszweigen wie der Grundstoffindustrie, wozu die Eisen- und Stahlerzeugung, Papierherstellung und die Zementproduktion zählt, liegt der Energiekostenanteil an der Bruttowertschöpfung nach Angaben von Statista.de bei mehr als 20 Prozent.

In Unternehmen entfällt der Großteil des Energieverbrauchs auf elektrischen Strom. Die Verwendung veralteter, konventioneller Leuchtmittel ist einer der Gründe dafür.

In Industriebetrieben zählen zudem Pumpen zu den großen Stromverbrauchern. Diese werden beispielsweise in der stahlverarbeitenden oder in papierverarbeitende Industrie zur Kühlung von Wasser benötigt. Solche Pumpen müssen in der Lage sein, in kurzer Zeit große Mengen an Wasser zu pumpen. Rund 25 Prozent der erzeugten elektrischen Energie werden im Schnitt für den Betrieb von Pumpensystemen benötigt.


Lösungsansätze für mehr Energieeffizienz

Tipps zur einfachen Senkung des Energieverbrauchs in Betrieben

  • Lastspitzen vermeiden.

  • Eine Verbesserung des Energieverbrauchs kann sich auch durch Instandhaltungsmaßnahmen von Anlagen ergeben, statt eine Leistungsminderung durch das Alter der Anlagen in Kauf zu nehmen.

  • Es gibt eigene Software-Module, die energiebezogene Leistungen wie Stromverbrauch von Anlagen überwachen. Die Energiekennzahlen werden von der Software aufgezeichnet und vom zuständigen Energieteam laufend analysiert und bewertet und es werden entsprechende Maßnahmen gesetzt.

  • Energie sparen lässt sich auch durch vorausschauende Energieeinkauf. Unternehmen können sich so vor kurzfristigen Schwankungen am Energiemarkt schützen und durch stabile und vergleichsweise günstige Strom- und Brennstoffpreise die Planungssicherheit erhöhen.

  • Den Anteil von Leerlauf in der Produktion reduzieren. Anlagen und andere Verbraucher außerhalb der Betriebszeiten abschalten.

  • Neben den speziellen Stromtarifen für Gewerbe- und Industrie rücken sogenannte Power-Purchase-Agreements für den Bezug von erneuerbarem Strom in den Fokus. Solche Stromlieferverträge werden direkt zwischen Erzeuger und Verbraucher abgeschlossen und sollen langfristig günstigen Strom garantieren.

Investitionen, die hohe Energiespareffekte erzielen

"Unternehmen sparen bis zu zwei Drittel des Stromverbrauchs, wenn sie konventionelle Leuchten durch LED-Leuchtsysteme tauschen", erklärt Siegfried Steiner, Geschäftsführer des Elektroinstallationsbetriebes Iontech. So ist die Lichtausbeute bei LED-Leuchten wesentlich höher als bei konventioneller Beleuchtung, das, obwohl eine wesentlich geringere Leistung für eine höhere Lichtausbeute möglich ist und damit deutlich niedrigen Stromkosten nötig ist.

Die Lichtausbeute von LED-Lampen ist wesentlich höher als bei konventioneller Beleuchtung.



Der Umstieg von konventionellen Leuchtmitteln auf LED-Leuchten spart bis zu zwei Drittel der Stromkosten

Siegfried Steiner, Geschäftsführer Iontech


So reichen in einer Industriehalle beispielsweise mitunter statt bisher 400 Watt pro Leuchte, mit LED sind nur noch 130 Watt nötig. Auch die Lebensdauer ist bei LED-Leuchtmittel wesentlich höher. Je nach Hersteller werden bis zu 50.000 Betriebsstunden angegeben.

Iontech-Geschäftsführer Siegfried Steiner

Iontech-Geschäftsführer Siegfried Steiner: "Ein Tausch auf LED-Leuchten amortisiert sich je nach Anlage zwischen drei und fünf Jahren."

Das bedeutet im Schnitt eine Lebensdauer von zwölf Jahren. Die Wartungskosten sinken damit drastisch. So müssen konventionelle Leuchten im Schnitt einmal pro Jahr getauscht werden. Für den Tausch auf LED-Leuchtmittel gibt es zudem üppige Förderungen. "Aufgrund der langen Lebensdauer, der hohen Förderungen und des geringen Stromverbrauches der stromsparenden Leuchtmittel rechnet sich die Investition in drei bis fünf Jahren", so Energiemanager Steiner. Den Antrag auf Förderungen können Betriebe auf Umweltförderung.at stellen.

Anwesenheitsmelder und Helligkeitssenoren: Bis zu 15 Prozent Kosten sparen

Sinnvoll ist auch eine tageslichtabhängige Steuerung des Lichts. "Sobald die eingestellte Beleuchtungsstärke erreicht ist, kann der Helligkeitssenor die Beleuchtungsintensität automatisch absenken, was wiederum Einsparungen bewirkt. Ein Anwesenheitsmeldesenor schaltet die Beleuchtung automatisch ab, sobald der Arbeitsplatz verlassen wird. "Beide Komponenten können die Energiekosten bis zu 15 Prozent reduzieren", erläutert Steiner.

Beschattung statt Klimaanlage

Zudem gibt es spezielle Glasscheiben, die das Licht absorbieren und so die direkte Sonnenstrahlung verhindern. Eine weitere Möglichkeit etwa für Hotelanlagen ist, auf den Klimaanlagen weitgehend zu verzichten und stattdessen verstärkt auf Beschattung setzen. "Die Elektronik kann so gesteuert werden, dass sobald die Hotelzimmertüre zugeht, die Jalousien herunterfahren. Der Wirkungsgrad hängt natürlich auch von der Außenisolierung ab.


Wärmerückgewinnung: Wo Sparpotential schlummert

Bis zu 70 Prozent der eingesetzten Wärme in Unternehmen gehen durch Abluft oder Abwasser verloren. Diese Wärme kann jedoch durch Wärmerückgewinnung genutzt werden. Viele Industriebetriebe nutzen diese Möglichkeit jedoch noch nicht, selbst produzierende Unternehmen wie Stahlbetriebe, die Stahl glühend verwenden und eine Umgebungstemperatur von 80 Grad aufweisen. Sie könnten mit dieser Wärme ganze Gebäude heizen.



Überall dort wo Wärme entsteht, ist auch Wärmerückgewinnung möglich

Siegfried Steiner, Geschäftsführer Iontech


Ein weiteres Beispiel für Wärmebildung in Unternehmen: In großen Büros oder in Schulen stehen Server. Jeder Server produziert hohe Temperaturen, teils ebenfalls bis zu 80 Grad. "Die Wärme könnte man nutzen, um im Winter zu heizen." In Großküchen entsteht permanent Abwärme, die zum Heizen verwendet werden kann. "Zusätzlich kann die Energie für die Pumpe mit Photovoltaik-Anlagen und mit Strom-Speichersystemen ersetzt werden und ist so nach Bedarf abrufbar", erklärt Steiner vom Energiespezialisten Iontech.

Wärmepumpen können in vielen Unternehmen helfen die Abwärme rückzugewinnen und so die Energiekosten zu drücken.

Wie Lüftungsanlagen, die Wärme aus der Abluft gewinnen

Lüftungsanlagen können weit mehr sein als nur Innenräume mit frischer Luft versorgen. Ausgefeilte Systeme gewinnen Wärme aus der Abluft zurück und sparen so Heizkosten. In manchen Fällen können sie die Heizung sogar ganz ersetzen. Energetisch am sinnvollsten sind Abluft-Anlagen mit Wärmerückgewinnung, sogenannte Abluftwärmepumpen.



Die betriebliche Nutzung der Abwärme rechnet sich nach drei bis fünf Jahren

klimaaktiv-Expertise


Positives Beispiel für Energierückgewinnung: Greiner Packing gelang es durch die Optimierung der Wärmerückgewinnung aus der Druckluftanlage eine Einsparung in Höhe von 777.400 kWh pro Jahr kWh erzielt.

Pinch-Analyse hilft Energieströme zu analysieren

Klassische Ansätze Energie zu optimieren, konzentrieren sich oft darauf, die einzelne Apparate oder Anlagen zu verbessern. Vielmehr soll der gesamte Prozess optimiert werden. So zeigen nach Erfahrungen des Umweltministeriums, dass die optimale Verknüpfung von Energieströmen im Gesamtsystem die Effizienz stärker steigen lässt als kostspielige Verbesserung einzelner Komponenten. Als wichtiges Werkzeug, um regelmäßig Energieströme zu analysieren, gilt die Pinch-Analyse. Sie hilft die jährlichen Energiekosten zu reduzieren.

Durch eine Pinch-Analyse kann der Energiebedarf von industriellen Prozessen typischerweise zwischen zehn und 40 Prozent gedrosselt werden. Diese Analyse erleichtert es laut Experten von klimaaktiv Unternehmen ein Wärmetauschnetzwerk zu entwickeln und zu bewerten, basierend auf realen Betriebsdaten von Prozesss- und Abwärmeströmen aus der Energieversorgung. Das Pinch Tool wird in klimaaktiv-Schulung „Abwärmenutzung in Betrieben“ erläutert.

Regelmäßige Wartung und intelligente Steuerung von Kühlgeräten können helfen den Energieverbrauch um bis zu 15 Prozent zu drosseln.

Mit modernen Kältesystemen Energie sparen

Maschinen, die Kälte erzeugen, sind ein wichtiger Bestandteil in Produktionsbetrieben, dem Einzelhandel und in der Logistik. Der Energiebedarf von Kältesystemen wird in Österreich laut klimaaktiv mit rund einem Viertel des gesamten Stromverbrauchs im Dienstleistungssektor und Sachgüterproduktion beziffert. Mit einfachen Maßnahmen sei bereits bis zu 15 Prozent des Verbrauchs reduzierbar.

Schon die optimale Einstellung der Kühlgeräte und die regelmäßige Wartung der Kälteanlage sparen Energie und Kosten. Zu den weiteren einfachen Tipps zählen, weniger Waren in das Kühlgerät zu geben und eine intelligente Steuerung der Kühlung. Wer Investitionen in neue Technik nicht scheut, kann bis zu 40 Prozent der Kosten für die Kühlung sparen.

Bei der Neuanschaffungen von Anlagen bereits auf Energieverbrauch achten

Bei der Beschaffung von Maschinen und Anlagen sollten vorab Spezifikationen wie maximaler Energieverbrauch festgelegt und Auftragnehmern kommuniziert werden. Bei der Auswahl der Anlagen sollten auch Kosten für die laufenden Energiekosten eruiert, eingerechnet werden und vertraglich festgelegt werden. Dies betrifft beispielsweise Energielieferverträge bezüglich der mindestens anzuliefernden Leistung und Regelungen zur störungsfreien Lieferung der Energie.

Produktionsprozesse durch erneuerbare Energie günstiger machen

Produktionsprozesse können durch Photovoltaik-Anlagen, den Einsatz von Biogas und Biomasse energieschonender gestaltet werden. Am meisten gibt es derzeit für den Ausbau von PV-Anlagen und Stromspeicher. 2022 stehen dafür insgesamt 240 Millionen Euro zur Verfügung – damit ist das Budget so hoch wie nie zuvor.

Bis zu 30 Prozent weniger Stromkosten als in typischen Jahren ohne Stromkostenexplosion sollten mit Photovoltaikanlagen an Kostenersparnis drinnen sein.

Photovoltaikanlagen in Unternehmen und Gewerbe bieten mehrere Vorteile: Strom wird dort erzeugt, wo er verbraucht wird. Die Stromkosten reduzieren sich laut PV-Spezialisten Dachgold durch diese Form der erneuerbaren Energie im Schnitt zwischen 20 und 30 Prozent. Wenn das Dach für die Paneele groß genug ist, sogar mehr und man leistet einen Beitrag nachhaltig zu wirtschaften.

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