Coworking Spaces: Hubs für Innovation und kreative Ideen

Coworking Spaces, Start-up Hubs und Innovation Hubs bieten kreative Räume und und fruchtbare Böden für neue Ideen von Start-ups und Einzelunternehmern. Die besten Kreativ-Spots Österreichs.

Thema: Startups
Coworking Spaces: Neue Räume für die neue Art zu arbeiten

Coworking Spaces: Neue Räume für die neue Art zu arbeiten

ARTIKEL-INHALT


Coworking statt Homeoffice

Der Wandel in der Berufs- und Arbeitswelt schlägt sich auch am Markt für Büroimmobilien nieder. Viele Einzelunternehmer (EPUs) wollen nicht dauerhaft in der eigenen Wohnung arbeiten – zumeist weniger wegen des Platzmangels, sondern vielmehr, weil der soziale Austausch fehlt und auch weil ihre Terminkalender viel Flexibilität verlangt: Das Büro muss dort sein, wo es gerade erforderlich ist. Und vor allem einen stabilen und schnellen Internetzugang, ausreichend Steckdosen und einen möglichst ruhigen Platz zum konzentrierten Arbeiten bieten.

Bei Start-ups ist – zumindest in der Gründungsphase – die Situation ähnlich. Einerseits ist vielfach noch nicht absehbar, wie schnell es mit dem Wachstum vorangeht, wie viele Mitarbeiter es in den folgenden Monaten geben wird und wie viel Platz für diese benötigt wird. Andererseits ist beim Start oft die Kasse knapp, und statt ein ganzes Büro zu mieten ist es für die innovativen Jungunternehmer oft die bessere Option, flexibel die jeweils benötigte Anzahl von Arbeitsplätzen zu mieten. Coworking Spaces bieten in beiden Fällen die besten Voraussetzungen, um effizient und kostenschonend arbeiten zu können.


Was sind Coworking und Coworking Spaces?

Was versteht man nun unter Coworking Spaces? Dabei handelt es sich um fertig eingerichtete Büros oder Arbeitsplätze, in die man sich ohne selbst einen Mietvertrag abschließen zu müssen auf Zeit einmieten kann. Wikipedia erklärt das etwa so:

„Coworking-Space“ ist ein Anglizismus für Geschäftskonzepte, die Arbeitsplätze und Infrastruktur (Netzwerk, Drucker, Scanner, Fax, Telefon, Beamer, Besprechungsräume) zeitlich befristet zur Verfügung stellen. Der Unterschied zur Bürogemeinschaft ist die Mischung verschiedener Berufe und die geringere Verbindlichkeit.

Gleichzeitig sind Coworking Spaces in der Regel aber auch Orte, an denen das Coworking, die Interaktion lebt und der geistige und soziale Austausch auch über Unternehmensgrenzen hinweg fruchtbar für das Vorankommen ist. Besonders in den Creative Industries, wo Inspiration von außen eine wichtige Quelle ist und im Feld der Informations- und Kommunikationstechnologien, wo es oft schwierige Probleme zu knacken gibt und das Netzwerken ein Schlüssel zum Erfolg ist. Dazu erklärt Wikipedia wieder:

"Coworking (auch Co-Working, englisch für „zusammenarbeitenCoworking (auch Co-Working, englisch für „zusammenarbeiten“ bzw. koarbeiten oder kollaborativ arbeiten) wird als eine Entwicklung im Bereich „neuer Arbeitsformen“ gesehen. Freiberufler, kleinere Start-ups oder digitale Nomaden arbeiten dabei in meist größeren, verhältnismäßig offenen Räumen und können auf diese Weise voneinander profitieren. Sie arbeiten entweder voneinander unabhängig in unterschiedlichen Firmen und Projekten oder entwickeln mit anderen Coworkern gemeinsam Projekte. Dabei wird in der Theorie von einem Community-Aspekt (englisch für Gemeinschaft) ausgegangen.

An der Humboldt-Universität zu Berlin wurde ein Forschungsprojekt zur Nutzung von Coworking Spaces durchgeführt. Im Artikel "Neue Arbeitsräume für neue Arbeitsformen: Coworking Spaces" fasst Projektleiterin Nina Pohler die Erkenntnisse daraus zusammen. Die Interviews daraus zeigen, dass Coworking-Nutzer auch eigene Defizitbereiche durch die Spezialisierung anderer kompensieren können und das auch wollen.

Der Global Coworking Survey von deskmag zufolge sind Coworking Spaces übrigens keine Orte, an denen sich man hauptsächlich jugendliche Studienabbrecher oder frisch graduierte Menschen trifft. Der Altersdurchschnitt der Coworker liegt demnach bei 36 Jahren. Davon haben etwa 80 Prozent einen Universitätsabschluss, die Geschlechterverteilung ist ziemlich ausgeglichen. Die größte Gruppe repräsentieren die Freelancer (42 %). Aufgeschlüsselt nach Branchen sind der IT-Sektor sowie PR & Marketing am häufigsten vertreten.


Auswahl: der geeignete Coworking Space

In Österreich stehen rund 100 Corworking Spaces verschiedenster Größen zur Verfügung (siehe Tabelle). Auch die Angebote und Leistungen sind zum Teil recht unterschiedlich, weshalb sich ein Vergleich lohnt. So gibt es etwa nicht immer die Möglichkeit, Arbeitsplätze für einzelne Tage oder Stunden anzumieten. Wer einen solchen Kurzzeit-Arbeitsplatz benötigt ist mitunter eher besser beraten, auf ein ruhiges Café auszuweichen.

Eine Mischung aus Café und Coworking Space bietet aber etwa auch das Cocoquadrat mit Standorten in Wien und Graz an. Es ist mehr ein Coworking-Café, eine Mischung aus öffentlichem Café und Arbeitsplätzen zum Mieten, auch für Gelegenheits-Worker, die nur manchmal eine Alternative zum Homeoffice brauchen. So bietet das Cocoquadrat beispielsweise 10-Stunden-Pakete mit minutengenauer Abrechnung und flexibler Nutzung um 39 Euro (3,90 € pro Stunde) an. Dafür bekommt man einen Einzelarbeitsplatz, Strom und schnelles Internet. Als Garderobe stehen absperrbare Kästchen und im Obergeschoß etwa am Standort Wien ein Besprechungsraum für bis zu 15 Personen zur Verfügung.

Als Standardangebot gilt bei Coworking Spaces jedoch die Buchungsmöglichkeit pro Monat. Im Schnitt muss man für einen Fixplatz zwischen etwa 200 und 300 Euro pro Monat einplanen. Eventuell kommen noch Zusatzkosten für optionale Services und erweiterte Nutzungsmöglichkeiten hinzu.

Ein guter Coworking Space bietet aber mehr als nur einzelne Arbeitsplätze. Es gibt dort üblicherweise auch einen Empfang und die erweiterte Office-Infrastruktur mit Geräten, Teeküchen, Snacks und Getränken sowie die Möglichkeit, technisch voll ausgestattete Besprechungsräume, Seminarzimmer oder Präsentationsflächen in verschiedenen Größen zu buchen. Oft werden für Dauermieter auch eine eigene Firmenadresse und ein Postservice angeboten. Mitunter gibt es auch Parkmöglichkeiten, einen Fitnessraum, Mentoring-Dienstleistungen von Steuer- oder Rechtsberatern sowie besondere technische Ausstattungen.

Grundsätzlich können sich die Shared Offices hinsichtlich ihrer Zusatzleistungen sehr unterscheiden. Außerdem haben sich manche Anbieter auf bestimmte Zielgruppen und Branchen spezialisiert. So möchte etwa The Collaboratory speziell Expats ansprechen. Und besonders die Jungeltern unter diesen, wird doch dort auch eine Kinderbetreuung angeboten.

Maker Austria versteht sich hingegen als Coworking Space für Handwerker und stellt Geräte wie 3D-Drucker, Plotter, Fräser oder Lasercutter zur Verfügung. Gewisse andere Spaces möchten wiederum bevorzugt Künstlern Ateliers anbieten.


Übersicht: Coworking Spaces in Österreich

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht sowie Kontaktadressen von Coworking Spaces in Österreich. Stand: Mai 2022. Trotz gründlicher Recherche können wir keine Garantie für Vollständigkeit geben. Sie können die Tabelle nach Stichworten durchsuchen und nach Belieben sortieren.

Coworking Space PLZ Ort Adresse Kontakt
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Innovation Hubs: Kreative Keimzellen

Vom kreativen Ideenpool zu profitieren - das ist auch eine Grundidee der Start-up Innovation Hubs. Sie bieten eine entspannte Atmosphäre, in der die Kreativität bestmöglich gefördert und nicht durch bürokratische Strukturen behindert wird. Das bedeutet gleichzeitig, dass sich die Unternehmen nicht an althergebrachte Strukturen klammern dürfen, sondern sich den neuen, agilen Arbeitsprozessen öffnen. Was aber auch im innovativen Start-up Umfeld nicht immer gelingt.

Awi Lifshitz, CEO weXelerate

Awi Lifshitz, CEO weXelerate

Awi Lifshitz ist CEO von weXelerate, dem größten Innovation Hub in Österreich. Seiner Erfahrung nach fehlt es in vielen Fällen noch an der richtigen Einstellung, um sich von Anfang an auf dieses neue Umfeld und die anderen Prozess einzulassen: „Oft entpuppt sich das vom Unternehmen definierte Resultat selbst als einer der größten Herausforderungen. Dies geschieht vor allem durch eine zu starke Fixierung auf das angestrebte Ergebnis, das wiederum die notwendige Agilität des Innovationsprozesses einschränken könnte. Mit einer explorativen Unternehmenskultur, einer gelebten Fehlerkultur und regelmäßigen Feedbackloops lässt sich diese Fixierung verhindern und ermöglicht vielleicht sogar ein Übertreffen der gesetzten Ziele.“

Innovationsmanagement müsse daher ganzheitlich in der Unternehmenskultur integriert werden. Lifshitz: „Es braucht gezielte Impulse, um ein innovatives Mindset im Unternehmen zu verankern. Einen Aufbau der Innovationsfähigkeiten der Führungskräfte und Innovationsmanager, eine Orchestrierung eines Ökosystems für effektive Kollaborationsprojekte und vor allem eine gemeinsame Vision, welche dem Unternehmen und den Menschen einen Sinn verschafft.“ Ein Innovation Hub und die dort herrschende kreative Atmosphäre kann genau diese Impulse verstärken.

Nicht umsonst betreiben einige große Konzerne aus dem deutschsprachigen Raum wie Volkswagen (ideationhub.de), die Swisscom, BMW oder Axel Springer eigene Innovation Hubs an verschiedenen Start-up-Hotspots. Unter anderem auch im Silicon Valley, dem Innovationszentrum der USA. Die Kontakte zur dortigen Start-up Szene, die Nähe zur Universität Stanford und die Distanz zur Firmenzentrale in Europa beflügeln die Innovationskraft und die Effizienz dieser Hubs.


Start-up Camps: Mentoren an der Hand

Startup-Camps haben den primären Zweck Unternehmensgründungen zu fördern. Dafür werden in der Regel zeitlich und regional begrenzte Projekte ins Leben gerufen, an denen sich etablierte Unternehmen als Partner beteiligen. Start-ups, die an einem Startup-Camp teilnehmen wollen müssen sich im Regelfall dafür bewerben.

Manche Camps nehmen auch Bewerbungen ohne zeitliche Fristen entgegen. Dazu gehört etwa A1 mit dem A1 Start Up Campus, für den sich Start-ups ohne Ausschreibung online bewerben können (www.a1startup.net/apply-now/). Dabei gilt die Devise "Corporate meets Start-up": Unterstützung erhalten die teilnehmenden Start-ups unter anderem von erfahrenen Mentoren aus der Wirtschaft, um ihre eigenen Idee entwickeln und schließlich vor Investoren präsentieren zu können.

Mario Mayerthaler, Chef des A1 Start Up Campus, formuliert das Ziel des Campus so: "Wir unterstützen Start-ups bei der Entwicklung neuer Business-Modelle und helfen ihnen zu wachsen."

Bernhard Lehner, Co-Founder startup300

Bernhard Lehner, Co-Founder startup300

Start-ups sollten übrigens bei der Wahl von Mentoren und besonders auch Investoren durchaus selbstbewusster und wählerischer sein, empfiehlt Bernhard Lehner, Co-Founder von startup300, dem Linzer Ökosystem mit Startup Campus in der alten Tabakfabrik, die für sich ein Innovations-Hub in der Stahlstadt Linz ist.

Lehner: „Oft werden Unternehmensanteile an die falschen Investoren gegeben. Das sehe ich vor allem bei unerfahrenen Gründern immer wieder. Mein Rat ist, sich die Referenzen der Investoren genau anzusehen und zum Beispiel mit Gründern aus dem Portfolio zu sprechen. Das Gleiche gilt im Prinzip auch für die Auswahl der Mitgründer. Die Hauptursache, warum Startups in der frühen Phase scheitern, ist, weil sich die Gründer untereinander oder mit den Investoren in die Haare kriegen.“

Take Aways
  • Coworking Spaces können sehr unterschiedlich sein. Wägen Sie ab, welches Angebot innerhalb des gesuchten Umkreises am besten zu Ihren Bedürfnissen passt.
  • Im Regelfall wird ein 24/7-Zugang bei Buchung eines monatlichen Fix Desk angeboten. Die wenigen Coworking Spaces, bei denen man auch stundenweise buchen kann, haben meist bestimmte Öffnungszeiten.
  • Planen Sie je nach Coworking Space monatlich zwischen etwa 200 und 300 Euro für das Grundpaket ein. Je nach Lage und Ausstattung gibt es mitunter auch günstigere oder teurere Angebote. Eventuell kommen dann noch Kosten für optionale Zusatzleistungen hinzu.
  • Innovation Hubs sind für Unternehmen geeignet, welche neue kreative Inputs durch andere Rahmenbedingungen generieren wollen. Dabei geht es um das Erreichen langfristiger Ziele und nicht um schnelle Gewinne.
  • Start-up Camps bieten Gründern in der Regel zeitlich befristet die Möglichkeit, mit Unterstützung aus der etablierten Wirtschaft Idee zu entwickeln.

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