Prinzhorn kauft Rothschild-Jagd und Ländereien in Niederösterreich

Prinzhorn kauft Rothschild-Jagd und Ländereien in Niederösterreich

Zur Forstwirtschaft Langau gehören auch luxuriöse Hütten mit Mietern wie Ex-Sozialminister Rudolf Hundstorfer sowie ein großes Naturschutzgebiet.

Die Rothschilds verkauften riesige Ländereien in Niederösterreich an die Familie von Thomas Prinzhorn. Dem Deal war ein heftiger Bieterstreit vorangegangen.

Eines der größten und besten Jagdgebiete Österreichs, die 5.400 Hektar große Forstwirtschaft Langau bei Gaming in Niederösterreich, hat den Besitzer gewechselt. Prominent sind sowohl Verkäufer als auch Käufer. Abgegeben wurden die Ländereien von den in den USA lebenden Geschwistern Geoffrey R. Hoguet und Nancy Clarice Tilghman, deren Mutter Gwendoline Hoguet eine geborene Rothschild ist.

Den Zuschlag für den Großgrundbesitz um stolze 90 Millionen Euro erhielt die Holding des Papierindustriellen Thomas Prinzhorn respektive die Forstverwaltung Neuhaus, als deren Geschäftsführer Sohn Cord Prinzhorn fungiert, der CEO des familieneigenen Papier-und Verpackungskonzerns.

Bieterwettbewerb

Dem Geschäft ging ein hartes Rittern voraus. Denn an dem attraktiven Waldgebiet war auch der Zillertaler Unternehmer Heinz Schultz höchst interessiert, dessen Schultz Gruppe einer der größten Seilbahnbetreiber und Wintertourismusanbieter Österreichs ist. Er unterlag knapp. Schlussendlich dürfte der Kaufpreis den Ausschlag gegeben haben, da sowohl die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner als auch ihr Vize Stephan Pernkopf das Engagement der Zillertaler nach Kräften unterstützten.

Die Schultz-Gruppe hatte den Deal samt Exklusivvertrag beinahe schon unter Dach und Fach, Unternehmer Heinz Schultz hatte sich verpflichtet, nachhaltig zu agieren und eine Aufsplittung der Forstreviere zu verhindern. Dass dies unter Führung der Prinzhorn-Gruppe anders aussehen könnte, wird in Kreisen der Anrainer und Bewohner rund um Gaming befürchtet. Eine Unterstellung, die Cord Prinzhorn dem trend gegenüber zu entkräften versucht:"Wir sind ein Familienunternehmen und haben eine langfristige Sicht auf unsere Entwicklung. Ein Forstunternehmen wie dieses ist über die Naturfaser Holz eng mit unserer Wertschöpfungskette verbunden und passt kulturell gut zu unserer Gruppe."

Prominente Mieter

Das riesige Areal ist nicht nur wegen seiner 30.000 Festmeter Holz, die pro Jahr geschlagen werden, für den Prinzhorn'schen Konzern interessant. Das Kaufpaket umfasst auch die Jagdreviere Neuhaus (2.029 Hektar), Holzhüttenboden (2.147 Hektar) sowie das Alpl (1.274 Hektar) mit 500 Stück Rot-,Reh-,Gams-und Auerwild. Dazu kommt der "Hintere Oiswald", eines der größten Naturwaldreservate Österreichs und Teil eines Netzwerkes zum Schutz und zur Förderung der Artenvielfalt.

Inmitten dieser Idylle befinden sich auch schmucke Liegenschaften in Lunz am See sowie 30 Luxusimmobilien inklusive Jagdschloss. Zu den prominenten Mietern der exquisiten Jagdhütten zählen unter anderem Banker Erich Hampel und der frühere Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Außerdem umfasst der Besitz zwei Wasserkraftwerke und das Stromnetz für die Gemeinden Neuhaus beziehungsweise Holzhüttenboden plus große Trinkwasserquellen.


Den vollständigen Artikel finden Sie in der trend-PREMIUM Ausgabe 4/2018.

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