Betrug beim Onlineshopping und per Mail: 6 Tipps, um sich zu wappnen

Die Kriminalität im Internet und im Onlinehandel nimmt weiter zu. Die gängigsten Tricks der Betrüger und wie Sie sich dagegen schützen können.

Thema: Rechtstipps
Betrug beim Onlineshopping und per Mail: 6 Tipps, um sich zu wappnen

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So stark wächst die Cyberkriminalität

Der Cybercrime-Report des Innenministeriums zeigt eine bedenkliche Entwicklung: Die Internetkriminalität steigt schnell und stetig. Pro Jahr in zweistelliger Höhe. 2020 lag der Zuwachs gegenüber 2019 bei 26,3 Prozent, 2021 wurden 36,9 Prozent mehr Cyberverbrechen verübt. Cyber-Kriminalität hat viele Facetten, aber eine besonders beliebte Spielwiese für die Betrüger ist der Online-Handel - zumal der Handel mit Waren im Netz sich weiter steigender Beliebtheit erfreut.


1. So überprüfen Sie, wie seriös ein Onlineshop ist

Wenn Onlineangebote besonders günstig erscheinen, ist es ratsam, die Seriosität des Händlers genau zu prüfen.
Etwa durch einen Blick auf die Seite der Internet-Ombudsstelle unter www.ombudsstelle.at. „Dort sind Online-Shops gelistet, die als unseriös qualifiziert wurden“, erklärt Johannes Loinger, Vorstandsvorsitzender der D.A.S. Rechtsschutzversicherung. Auch Bewertungen und Berichte anderer Kunden sind wichtige Orientierungshilfen, bevor ein Kaufvertrag geschlossen wird.


2. Impressum kontrollieren

„Es ist Vorsicht geboten, wenn das Impressum unvollständig ist oder die Angaben Rechtschreib- und Grammatikfehler enthalten“, warnt Loinger. So sind Unternehmen verpflichtet, auf jeder kommerziellen Website den Namen der Firma, die Anschrift, die E-Mail-Adresse, eine Telefonnummer oder Telefaxnummer anzugeben.


2. Betrüger akzeptieren oft nur Vorauszahlung

Betrügerische Online-Shops bieten häufig nur die Vorauszahlung als Zahlungsart an. Geliefert wird die Ware aber in vielen Fällen dann nicht. „Seien Sie daher bei Shops vorsichtig, wo nur Vorauskasse angeboten wird“, empfiehlt der D.A.S. Jurist. Besonders sicher ist der Kauf auf Rechnung, da das Geld erst dann überwiesen wird, wenn die Ware eingelangt ist.


3. Vorsicht, wenn diese Bedingungen im ABGB fehlen

Ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen kann ebenfalls helfen, Schaden abzuwenden. Fehlen Informationen zu den Lieferbedingungen oder Rücksendekosten oder ist der Text in schlechtem Deutsch formuliert, dann sollte man vorsichtig sein.


4. Vermeintliche Inkassobüros und Anwälte üben Druck aus

Nicht selten erhalten Internetnutzer Zahlungsaufforderungen von vermeintlichen Inkassobüros oder Rechtsanwälten. Meist wird mit rechtlichen Schritten gedroht, wenn nicht bezahlt wird. Lassen Sie sich nicht einschüchtern! Denn wurde nichts bestellt und kein Vertrag geschlossen, ist auch nicht zu bezahlen. „Bei uns melden sich regelmäßig Kunden, die E-Mails mit einer Zahlungsaufforderung von vermeintlich echten Banken und Kreditkarteninstituten erhalten", so der Experte der D.A.S. Rechtsschutz AG.

Es werden immer häufiger gefälschte Anwaltsschreiben per E-Mail versendet. Den Betroffenen wird zum Beispiel vorgeworfen, gegen das Urheberrecht verstoßen zu haben. Lassen Sie sich davon nicht einschüchtern! Denn wurde nichts bestellt und kein Vertrag geschlossen, ist auch nichts zu bezahlen. Wenn die Abmahnung per Mail und nicht per Post versendet wird und eine Überweisung ins Ausland verlangt wird, ist Vorsicht geboten. Tipp: Fragen Sie bei der Anwaltskammer nach, ob der angegebene Anwalt gelistet ist.


5. Dateien im E-Mail-Anhang nicht öffnen

Es klingt zwar schon wie ein alter Hut, aber passiert immer wieder: Es wird ein Anhang eines E-Mails angeklickt - und schon ist es geschehen. Man hat sich unversehens am Computer einen Virus eingefangen. Daher gilt: Dateianhänge von Unbekannten und mysteriös klingenden Absendern nicht öffnen, diese könnten eine Schadsoftware enthalten. Antworten Sie auch nicht auf ein solches Mail. "Sonst bestätigen Sie den Betrügern nur, dass Ihre Adresse aktiv ist“, warnt Loinger.


6. Keine Passwörter und sensible Daten bekannt geben

Kriminelle versuchen mitunter auch an Nutzerdaten zu kommen, im Fachjargon Phishing genannt. Diese sind etwa für das Online-Banking notwendig. Oft sind die Mails als Nachrichten von Bankinstituten und Kreditkartenunternehmen getarnt. „Geben Sie auf keinen Fall vertrauliche Daten wie Passwörter, Benutzernamen oder TANs per E-Mail, online oder telefonisch bekannt“, warnt Loinger. Verwenden Sie starke Passwörter und ändern Sie diese regelmäßig.


Auf diesen Webseiten können Sie prüfen, ob Sie gehackt wurden

Auf Webseiten wie zum Beispiel haveibeenpwned.com kann recherchiert werden, ob Ihre eigene E-Mail-Adresse oder Telefonnummer gehackt wurden, allerdings ist die Informationen auf der Webseite in Englisch. Um eine Anlaufstelle für deutschsprachige Nutzer zu schaffen, hat Experte.de mehr als 400 Daten-Leaks auf Deutsch übersetzt. Zudem wurde ein Tool programmiert, mit dem die Nutzer einfach überprüfen kann, ob ihre E-Mail-Adresse von einem Datenleck betroffen ist. Das Tool dazu finden Sie unter www.experte.de/email-check.

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