IV-Präsident Georg Knill: "Die Lasten müssen viele Schultern tragen"

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Georg Knill, Präsident der Industriellenvereinigung (IV)©trend/Sebastian Reich
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Der Präsident der Industriellenvereinigung, GEORG KNILL, über Solidarität bei den Lohnverhandlungen, fehlende Maßnahmen in Energie- und Steuerpolitik – und warum wir auch mal bescheidener sein sollten.

Der Ausgang der Lohnverhandlungen hat entscheidenden Einfluss auf die Industrie. Halten Sie trotz der Kampfmaßnahmen der Arbeitnehmer noch eine akzeptable Lösung für möglich?

Georg Knill

Die Tonalität ist diesmal so aggressiv wie schon lange nicht. Es geht für beide Seiten um viel. Unsere Maßgabe ist der Erhalt der heimischen Wirtschaft und des Industriestandortes Österreich. Es ist zu kurzfristig gedacht, sich nur über hohe Lohnabschlüsse zu freuen. Ich hoffe schon, dass trotz der Eskalationsstufe, die jetzt gezündet wurde, letztlich ein Kompromiss möglich ist.

Wie werden die Arbeitgeber auf Streiks reagieren? Ewig sind die ja nicht durchzustehen. Wie groß ist die Bereitschaft, diesmal trotzdem hart zu bleiben?

Georg Knill

Die Arbeitgeber haben bereits ihr Angebot nachgebessert und zwei unterschiedliche Optionen auf den Tisch gelegt – es müssen sich aber angesichts der wirtschaftlichen Lage beide bewegen. Natürlich versuchen wir, unseren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen ein bestmögliches Ergebnis zukommen zu lassen, aber wir dürfen dabei auch nicht die aktuelle wirtschaftliche Lage außer Acht lassen. Wir stecken in einer Rezession!

Wie viel Personalkostensteigerung lässt das Produktivitätswachstum zu?

Georg Knill

Die bekannte Benya-Formel für Lohnabschlüsse lautet: Inflation und halbe Produktivität. Letztere ist heuer mit ca. drei Prozent negativ. Ich höre aber nichts, dass nun auch die Hälfte dieses Rückschritts berücksichtigt würde. Die Formel wird von den Gewerkschaften sehr einseitig interpretiert.

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