trend-Umfrage: Wie stehen die Österreicher aktuell zur EU?

Die trend-Umfrage zur Zufriedenheit der Österreicher mit der EU, den Kompetenzen Brüssels und zur kritischen Frage einer gemeinsamen europäischen Armee.

trend-Umfrage: Wie stehen die Österreicher aktuell zur EU?

Die EU-Sanktionen gegen Russland auf den Prüfstand zu stellen, ist inzwischen auch eine bei den Landeshauptleuten populäre Forderung. Die erwünschte europäische Geschlossenheit droht, von lauter werdenden Zwischenrufen immer höherrangiger Politiker unterminiert zu werden.

Ist das der allgemeinen EU-Stimmung geschuldet bzw. färbt es ab? Dazu hat der trend gemeinsam mit dem Linzer market-Institut eine Umfrage gestartet und dabei drei Schlüsselfragen zur EU gestellt: In welchen Bereichen soll die EU auf Kosten der Nationalstaaten mehr Kompetenzen bekommen? Soll Österreich beim Aufbau einer europäischen Armee mitwirken? Und: Soll Österreich in der EU bleiben?

Das Ergebnis zeigt: Die Zustimmungswerte zur Europäischen Union sind dramatisch niedrig, nur noch 47 Prozent sind explizit für einen Verbleib bei der Union. Vor der Pandemie waren es fast 75 Prozent, in einer Umfrage im Februar 2021 noch 66 Prozent. Dagegen sind 31 Prozent explizit für einen Austritt, fast so viele wie in der Finanzkrise 2008.

Auffällig ist für market-Experten Stefan Anzinger, dass insbesondere die Jüngeren größere Sympathien für die EU zeigen. Nur 26 Prozent der unter 30-Jährigen plädieren für einen Exit.

Auch in der Frage, ob Österreich - etwa durch Entsendung eigener Soldaten - beim Aufbau einer europäischen Armee mitwirken soll, sind die unter 30-Jährigen weniger zögerlich: In der Gesamtheit befürworten 32 Prozent ein solches Vorhaben "auf jeden Fall" bzw. "eher doch" - bei den Jüngeren hingegen 42 Prozent, also um zehn Prozentpunkte mehr.

Mehr Kompetenzen in zentralen Politikbereichen an Brüssel übertragen - das gilt als ein Mittel, um die EU schlagkräftiger und handlungsfähiger zu machen, nicht nur in Krisenzeiten. Aber wollen das die Österreicher eigentlich? 50 Prozent der Befragten geben an, dass die Staaten möglichst eigenverantwortlich entscheiden und deshalb keine weiteren Kompetenzen an die "EU-Zentrale" abgeben sollen.

Insbesondere in jenen Bereichen, in denen die Notwendigkeit koordinierter Handlungsweise zuletzt besonders evident geworden ist, gibt es jedoch tendenziell Zustimmung zu mehr Vergemeinschaftung: 32 Prozent wollen entschieden mehr gemeinsame europäische Energiepolitik, 28 Prozent mehr gemeinsame Außen- und Verteidigungspolitik.


Diese repräsentative trend-Umfrage wurde vom market-Institut durchgeführt. n = 1.000 Befragte.


Die Umfrageergebnisse finden Sie auch in der trend. PREMIUM Ausgabe vom 26. August 2022

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