
Der erfolgreiche Schriftsteller Josef Haslinger hat klare Vorstellungen, worauf man sich bei der Gestaltung der Verhältnisse konzentrieren sollte.
Mit Ihren Büchern liefern Sie prägnante gesellschaftspolitische wie sozialkritische Analysen. Wie gut sprechen Sie Wirtschaft? Wissen Sie am Monatsende, wohin Ihr Geld geflossen ist? Sind Sie ein harter Verhandler in eigener Sache?
In Zeiten, in denen ich mehr verdiene, gebe ich auch mehr aus, achte aber darauf, dass eine Reserve für Unerwartetes bleibt. Gagen zu verhandeln fällt mir schwer. Erst recht, wenn ich die Veranstalter schon kenne. Da verhandle ich meistens gar nicht, sondern nehme, was mir angeboten wird.
Was ärgert Sie am aktuellen Wirtschaftssystem?
Dass es die Reichen noch reicher macht. Und dass es für weite Teile der Gesellschaft nicht mehr möglich ist, durch Arbeit Wohlstand zu erlangen.
Was halten Sie von Marlene Engelhorns Initiative, die sich im Sinn sozialer Gerechtigkeit für eine Reform der Steuerpolitik in Österreich einsetzt?
Ich teile ihr politisches Anliegen. Es ist jedenfalls eine raffiniertere und sinnvollere Form des alten Spiels von aus der Familienbahn geratenen Millionärskindern, die sich in einem spektakulären Akt ihres unverschuldeten Reichtums entledigen wollen. Früher haben sie Geldscheine von den Hochhäusern geworfen.
Wer mitreden will, muss wissen, was wichtig ist.
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