PrestaShop - Online-Shop für den großen Händlerauftritt

Der französische Online-Shophersteller PrestaShop fokussiert mit seiner Shopsoftware in erster Linie auf Unternehmen unterschiedlicher Größe. Die Tochter des zum US-Postdienstanbieter MailBox etc. stellt die Shop-Software gratis zur Verfügung.

Thema: Business-Tools: Die besten Onlineshop-Lösungen
PrestaShop - Online-Shop für den großen Händlerauftritt

ARTIKEL-INHALT


Wer ist Presta Shop?

PrestaShop wurde einst als Open-Source-Project ab dem Jahr 2004 von fünf Studenten an der französischen Privatuniversität École pour l’informatique et les nouvelles technologies (EPITECH) entwickelt. Die Entwickler beschlossen, das damals zweisprachige Konzept (Anm. Französisch, Englisch) über die Forschung bei EPITECH als kommerzielle Shop-Lösung weiter zu entwickeln. In Kooperation mit kleineren Händlern entstand die Online-Shoplösung.

Im Jahr 2007 wurde von Igor Schlumberger und Bruno Lévêque (CEO), zwei der fünf Ideengebern, das Unternehmen PrestaShop mit Sitz in Paris gegründet. Von Mai 2010 bis April 2012 ist das Unternehmen von 17 auf über 100 Mitarbeiter gewachsen. Neben Paris wurde in Miami im US-Bundesstatt Florida ein zweites Headquarter errichtet.

Was nicht ohne Folgende blieb. Eine bedeutende Finanzspritze folgte bald darauf. Im Jahr 2015 investierten drei Venture Capital Unternehmen 9,3 Millionen Euro, womit das weltweite Wachstum angestoßen werden sollte. Heute ist die Shoplösung des Unternehmens in über 60 Sprachen verfügbar. Seit 2015 ist die Shop-Lösung als E-Commerce-Cloud-Lösung verfügbar.

Im Jahr 2021 folgte der nächste große Schnitt: PrestaShop wurde vom US-Unternehmen Mbe übernommen, das einst im Jahr 1980 den Postdienstanbieter MailBoxes etc in San Diego (Kalif./USA) gegründet hatte. Mbe Worldwide ist in 52 Ländern der Welt vertreten und erzielte im Jahr 2021 mir rund 12.5000 Mitarbeitern einen Umsatz in Höhe von 1,07 Mrd. Euro (1,2 Mrd. Dollar).


Für wen ist Presta Shop?

Besonders für große und mittlere Unternehmen ist PrestaShop geeignet, wenngleich sich das Unternehmen einst auch auf kleinere und Mittlere Unternehmen (KMU) fokussiert hatte.

Für die professionelle Einrichtung und Installation und die notwendigen Extensions entstehen sind die Kosten nicht gerade gering. Ein entsprechendes Kapital muss dem Nutzer schon zur Verfügung.

Zudem ist es hilfreich, wenn auf Ressourcen und Experten zurückgegriffen werden kann, die mit den Programmiersprachen CSS, PHP, mySQL und HTML umgehen können. Es gibt allerdings auch viele kleinere Unternehmen, die PrestaShop trotz der hohen Kosten einsetzen.

PrestaShop gilt als flexible Onlineshop-Lösung, die für jeden Bedarf angepasst werden kann. Trotz kostenloser Nutzung der Shoplösung, müssen im Betrieb und bei der Entwicklung Kosten eingeplant werden, die nicht gering sein können. Das Gratismascherl der Open Source-Software soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Erstellung der des Online-Shops mit dem Komplexität auch ein entsprechender finanzieller Aufwand verbunden ist,der beträchtlich sein kann.


Design

Das Design bei PrestaShop wirkt zwar auf den ersten Blick etwas langweilig, hat aber den Vorteil, dass es ordentlich und übersichtlich wirkt. Das Design kann zusätzlich durch eine Vielzahl an Templates angepasst werden. Ein paar Templates sind kostenfrei.

Allerdings müssen professionelle Styles gekauft werden. Die Kosten für die Templates sind sehr unterschiedlich. Die Preise beginnen bei 30 Euro und können schnell bis zu 300 Euro ansteigen. Mehrkosten entstehen auch, wenn professionelle Agenturen mit der Entwicklung von eigenen Templates beauftragt werden.

Die Kosten steigen durch diese Ausgaben erheblich. Es ist angeraten, diese Kosten im Vorfeld zu erfragen, damit die Einrichtung von PrestaShop nicht das Budget sprengt.

Sowohl der Webmaster als auch der User profitieren von den Themes von PrestaShop. Die Themes sind intuitiv und einfach gestaltet. Die Bedienung versteht sich aus sich selbst. Der französische Anbieter von Online-Shops kann in diesem Bereich gegenüber seinen Konkurrenten einige Pluspunkte sammeln.

Das Standard-Template PrestaShop entspricht den Kriterien und Anforderungen eines Responsive-Designs. Durch das Responsive-Design funktioniert der Onlineshop auch mit mobilen Geräten ohne Probleme.

Vorsicht ist bei den kostenpflichtigen Templates geboten. In den allermeisten Fällen sind diese zwar ebenfalls mobilfreundlich, jedoch sollte man davon nicht ausgehen. Responsive Design ist auf keinen Fall bei allen Themen Standard.


Einrichtung und Anmeldung

Wenn die Self-Hosting Variante von PrestaShop genutzt wird, ist keine Anmeldung erforderlich. Ohne weiteren Aufwand kann die Software von der Homepage heruntergeladen werden. Sobald die Software installiert ist, muss lediglich ein Onlineshop eingerichtet werden und die Produkte und die Kategorien angemeldet werden.

Bei der Cloud-Version von PrestaShop ist allerdings durchaus eine Anmeldung erforderlich. Die Anmeldung erfordert jedoch nur geringen Aufwand, ist schnell erledigt und unkompliziert. Vor allem persönliche Daten und Zahlungsinformationen müssen angegeben werden. Im Anschluss kann der PrestaShop sofort genutzt werden.

In der Cloud-Version von PrestaShop ist die Einrichtung sehr einfach. Nach der Installation erfolgt die Einrichtung, die intuitiv und deutlich einfacher ist als bei konkurrierenden Anbietern. Es sollte jedoch unterschätzt werden, dass die Einrichtung und die Konfiguration zwar einfach sind, allerdings auch sehr zeitaufwendig. Um Produkte und Kategorien mit Fotos und Beschreibung anzulegen, sollte genügend Zeit eingeplant werden.


Checkout und Bezahlung

Beim E-Commerce ist der Checkout einer der heikelsten Themen. Wenn die Kunden eines Onlineshops zum Checkout gelangen, haben sie für eine oder mehrere Produkte eine Kaufentscheidung getroffen. Alleine die Zahlung des Kunden trennt den Betreiber des Onlineshops von seinem Umsatz.

In dieser Phase des Einkaufs ist es wichtig, dass es zu keinen langen Wartezeiten kommt und keine Probleme oder Fehler entstehen. Sollte es in dieser heiklen Phase dennoch zu Problemen oder Schwierigkeiten kommen, ist es wichtig, dass diese deutlich artikuliert werden und schnell, einfach und unkompliziert für den Kunden zu lösen sind. Andernfalls springen die Kunden im letzten Moment ab.

Bei PrestaShop erfüllt der Checkout-Vorgang diese Ansprüche und vermeidet dadurch Kaufabbrüche. Der Checkout ist übersichtlich und einfach gestaltet. Es fehlt aber die Möglichkeit, die Bestellung auf einer Seite nochmal zu prüfen und dabei zeitlich zu bezahlen.

Der Checkout ist zudem über mehrere Seiten verteilt. Für diesen Umstand bestehen allerdings viele Extension und Plug-ins, mit denen ein One-Page Checkout oder ein One-Click-Payment hinzugefügt werden kann. Durch die vielen Plug-ins und Extensions lassen sich diese Probleme bei PrestaShop leicht lösen.

PrestaShop unterstützt bei der Zahlung alle gängigen Zahlungsmethoden. PayPal und Kreditkarte sind bei diesem Onlineshop-Anbieter vorinstalliert. Für die meisten anderen Zahlungsanbieter können Extensionen genutzt werden, mit denen die entsprechende Funktionalität erreicht werden kann. Der Administrator des Onlineshops kann zudem auch manuelle Zahlungsformen anlegen. Das ist vorteilhaft für die Zahlungen auf Rechnung bzw. per Vorkasse bzw. Banküberweisung und per Nachnahme.


Schnittstellen

Die Webshops von PrestaShops sind sehr schlanke Basisversionen. Alles, was für den Betrieb eines Onlineshops benötigt wird, muss in Form von Extensions und Plug-ins nachträglich hinzugefügt werden. Mitunter sind das nicht gerade wenige Module.

Dieser Umstand kann die Kosten bei der Nutzung von PrestaShop schnell in die Höhe treiben. Bei der Betrachtung eines konkurrierenden Anbieters wie Magento (Anm.: gehört seit Juni 2018 zu Adobe) wird allerdings schnell klar, dass es eine kostenloses E-Commerce-Software, die professionellen Ansprüchen genügt, nicht gibt.

Das Angebot an Plug-ins ist bei PrestaShop außerordentlich hoch. So bestehen zu allen CRM- und ERP-Systemen wie z. B. SalesForce Schnittstellen. Viele Optionen sind auch für die Buchhaltung und für die Abrechnung vorhanden.

Für die Abrechnung bei PrestaShop kann z. B. Lexmark, ein führendes Programm in Deutschland für die Buchhaltung, genutzt werden. Auch die Zahlungsformen können durch Schnittstellen erweitert werden. Dadurch können Dienste wie Amazon, Skill und PaySafeCard genutzt werden.

Um all diese Dienste nutzen zu können, muss man erhöhte Mehrkosten aufwenden. Jedoch erhält man als Shopbetreiber dafür ein sehr hohes Maß an Flexibilität. Die Flexibilität, die PrestaShop seinen Nutzern dadurch bietet, ist kaum bei einem anderen Anbieter zu finden.


Skalierbarkeit

Die Skalierbarkeit von PrestaShop ist eines der Hauptvorteile des Webshop-Anbieters. Die Lösung passt sich dem Wachstum und der Größe des E-Commerce-Unternehmens an und bietet dabei die Funktionalitäten, die das Unternehmen braucht. Es besteht ein Katalog mit 5.000 Modulen und Themen.


Support

Bei der Open Source PrestaShop handelt es sich um eine kostenfreie E-Commerce-Software, die dennoch über verschiedenen Schienen einen Support bieten. Es gibt ein Hilfe-Forum,. Dort findet der Nutzer entsprechende Anleitungen, Tutorials und FAQs, die kostenlos verfügbar sind, um die Erstellung Ihres Online-Shops so einfach wie möglich zu gestalten. Zudem gibt es ein Support- und Communityforum, in denen die Nutzer Hilfe anfragen können.

In diesen Foren finden sich viele erfahrene Nutzer und sogar einige Mitarbeiter. In der Regel wird in diesen Foren Hilfe schnell und unkompliziert geleistet.

Zudem können PrestaShop-Nutzer an verschiedenen Trainings teilnehmen, in denen die Experten das Know-How über den Shop und die Platform lehren.

Bei weiterführenden Fragen, etwa mit technischem Support, wird der Nutzer auf von einem Online-Supportteam unterstützt.


Kosten

Bevor ein Cloud-Hosting-Vertrag abgeschlossen oder die Self-Hosting-Version heruntergeladen wird, kann PrestaShop als Live-Demo getestet werden.

PrestaShop selbst hat den großen Vorteil, dass es sich bei der Software um ein kostenloses Programm handelt. Es fallen keine Kosten für Lizenzen oder für die Einrichtung an. Außerdem werden von PrestaShop keine Gebühren oder Kosten für Transaktionen oder Gebühren für Ihren Umsatz berechnet. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Nutzung von PrestaShop kostengünstig ist.

Nutzer von PrestaShop müssen mit zusätzlichen Kosten und Gebühren rechnen. Diese sind nicht mit dem Onlineshop selbst verbunden, weil dieser tatsächlich kostenlos ist. Die Kosten sind allerdings für den Betrieb der Seite notwendig.

Es muss z. B. mit Kosten für das Webhosting oder den Server berechnet werden. Zudem muss beachtet werden, dass viele Zahlungsanbieter Kommissionen und Gebühren für ihre Leistungen erheben. Bei der Einrichtung von PrestaShop durch eine Agentur, entstehen zusätzliche Kosten. Weitere Kosten entstehen bei der Entwicklung eines eigenen Designs.


Fazit

Bei PrestaShop handelt es sich um eine Software für Onlineshops, die vor allem mittlere und größere Unternehmen nutzen können. Das reichhaltige Angebot an Extensions und Plug-ins sorgt dafür, dass ein professioneller Webshop auch bei schnellem Wachstum mit den richtigen Funktionen ausgestattet werden kann. Das Shopsystem ist sowohl für den Webmaster als auch für die Nutzer einfach zu bedienen. Die Benutzeroberfläche ist intuitiv und versteht sich von selbst.

Kunden von PrestaShop können zwischen zahlreichen Modulen, Themen und Erweiterungen wählen. Die Auswahl von PrestaShop kann dabei allerdings nicht mit größeren Webshop-Anbietern wie Magento mithalten. Der Vorteil von PrestaShop besteht darin, dass der Onlineshop durch die zahlreichen Schnittstellen den individuellen Bedürfnissen entsprechend gestaltet werden kann und dabei unterm Strich günstiger ist als die großen Anbieter wie Magento.

Ein weiterer Vorteil von PrestaShop ist, dass die Online-Shop-Software mit nur wenigen Anpassungen auch rechtssicher in Deutschland angewandt werden kann. Die Entwickler haben ihren Sitz in Frankreich und sind damit eng mit den Gegebenheiten in der EU vertraut.

Weblinks zu PrestaShop

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