Minderjährig in die erste eigene Wohnung ziehen – darauf kommt es an

Probleme zu Hause oder eine Ausbildung in einer anderen Stadt: Manchmal kommt es vor, dass minderjährige Teenager in die erste eigene Wohnung ziehen möchten. Doch die Eltern haben dabei meist noch ein Wörtchen mitzureden.

Minderjährig in die erste eigene Wohnung ziehen – darauf kommt es an

Prinzipiell gilt jede Person, die unter 18 Jahre alt ist, als minderjährig. Da Minderjährige vor dem Gesetz nur beschränkt geschäftsfähig sind, haben die Eltern beziehungsweise die Erziehungsberechtigten das Recht, den Wohnort des Teenagers zu bestimmen. Schließlich sind sie dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, dass der Jugendliche genug zu essen, zu trinken, passende Kleidung, Schulsachen und alles andere hat, was er zum Leben braucht.

Ist ein Auszug vor der Volljährigkeit möglich?

Jugendliche, die mindestens 14 Jahre alt sind, dürfen von zu Hause ausziehen, wenn ihre Eltern damit einverstanden sind. Verdient der Jugendliche allerdings nicht genug Geld, um die Miete bezahlen und sich selbst versorgen zu können, müssen die Erziehungsberechtigten für Unterhaltszahlungen in ausreichender Höhe aufkommen.

Die Lage sieht anders aus, wenn der Teenager selbst für seine Mietzahlungen und sein leibliches Wohl aufkommen kann, also „selbsterhaltungsfähig“ ist: Dann darf er auch ohne Zustimmung der Eltern in eine eigene Wohnung ziehen.

Ansonsten können Minderjährige nur in Ausnahmefällen von zu Hause ausziehen, beispielsweise wenn sie zu Hause Gewalt erfahren oder wenn sie in wenigen Wochen sowieso 18 Jahre alt werden. Im Zweifel entscheidet dies das Pflegschaftsgericht.

Die Wohnungssuche richtig angehen

Möchten Jugendliche aus dem Elternhaus ausziehen, sollten sie sich Gedanken darüber machen, wie sie wohnen möchten: Allein in einer Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnung? Oder doch lieber mit anderen jungen Leuten in einer Wohngemeinschaft? Letzteres ist meist etwas günstiger, weil die WG-Bewohner nicht nur die Miete, sondern auch die Kosten für Essen und Trinken aufteilen können.

Ist diese Frage geklärt, geht es an die Wohnungssuche. Auf Online-Portalen wie immowelt.at können sich Suchende einen guten Überblick über das derzeitige Wohnungsangebot verschaffen. Dort gibt es Angaben zur Anzahl der Zimmer, zur Ausstattung der Wohnungen und aussagekräftige Immobilienfotos. Jugendliche, die zu Ausbildungszwecken aus dem Elternhaus ausziehen, sollten sich auch über Jugendwohnheime informieren, wie beispielsweise über Kolpingwohnheime, die Wohnheime der Österreichischen JugendarbeiterInnenbewegung und das Kuratorium Wiener Jugendwohnhäuser.

Haben Jugendliche ein passendes Wohnungsangebot gefunden, sollten sie den Anbieter per Telefon oder E-Mail kontaktieren und freundlich um einen Besichtigungstermin bitten. Bei der Wohnungsbesichtigung haben Interessenten die Chance, vom Anbieter alles über die Wohnung und die Wohngegend zu erfahren. Zudem können sie sich mit eigenen Augen über den Zustand der Bleibe vergewissern.

Minderjährige Wohnungsinteressenten bringen idealerweise ihre Eltern beziehungsweise ihre Erziehungsberechtigten zum Besichtigungstermin mit. Denn so kann der Anbieter auf Nummer Sicher gehen, dass diese wirklich mit dem Auszug des Teenagers einverstanden sind. Das ist umso wichtiger, wenn der Jugendliche finanziell nicht auf eigenen Beinen steht.

Minderjährig einen Mietvertrag unterschreiben

Haben Minderjährige eine passende Wohnung gefunden, geht es ans Unterzeichnen des Mietvertrags. Jugendliche, die selbsterhaltungsfähig sind, können Mietverträge selbstständig ohne Mitwirken eines Erziehungsberechtigten rechtsgültig abschließen.

Unterzeichnet ein Teenager, der selbst nicht über ausreichend Einkommen verfügt, einen Mietvertrag, gilt der Vertrag als „schwebend unwirksam“. Er ist erst dann rechtsgültig abgeschlossen, wenn die Eltern beziehungsweise die gesetzlichen Vertreter des Jugendlichen zustimmen. Verweigern sie ihre Zustimmung, gilt der Mietvertrag als nicht abgeschlossen.

Der Umzug in die erste eigene Wohnung

Läuft bei der Wohnungssuche alles glatt, steht schon bald die Übersiedlung an. Ob junge Mieter ein Umzugsunternehmen beauftragen oder den Umzug aus eigener Kraft stemmen, ist eine Frage des Aufwands und des Budgets.

Am neuen Wohnort wartet dann noch eine Menge Papierkram: Innerhalb von drei Tagen müssen Übersiedler sich bei der Meldebehörde am neuen Wohnort anmelden. Zudem sollten junge Mieter ihre neue Adresse sämtlichen Vertragspartnern wie Versicherungen und Banken mitteilen. Gegebenenfalls müssen minderjährige Mieter Versicherungen, wie beispielsweise eine Haftpflicht- oder Hausratversicherung, neu abschließen, da sie durch den eigenen Wohnsitz nicht mehr im Vertrag der Eltern mitversichert sind.

Eine Organisation umzubauen erfordert eine eingehende Analyse und Entschlossenheit.

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