
Als einer der "Finance Busters" erklärt er die Grundbegriffe der Finanzwelt. Im Interview für die trend.-Serie "Sprechen Sie Wirtschaft?" erzählt GERALD FLEISCHHACKER, warum er privat lieber zum Heurigen geht, als an der Börse zu spekulieren.
Als "Finance Buster" erklären Sie im Auftrag der Wirtschaftskammer mit Finanzexperten in einer Bühnenshow die Grundbegriffe aus dem Finanzwesen. Unter den Studien, die Sie begonnen haben, war auch BWL. Wie finanzfit sind Sie denn selber?
Das BWL-Studium war, wie all meine anderen Studien wie etwa Japanisch, wo meine Kenntnisse auch bei "Akakiko" enden, nur sehr kurz. Aber ich weiß natürlich, wie viel Geld ich am Konto habe und wo mein Geld hingeht. In der Truppe der "Finance Busters" bin ich allerdings der "Dodl", der die Fragen stellt, etwa: Wozu braucht man Inflation und was tut man dagegen?
Was ärgert Sie denn persönlich am aktuellen Wirtschaftssystem?
Ich finde das permanente Streben nach immer mehr etwas übertrieben.
Laut Umfrage besitzen 25 Prozent der Österreicher Aktien und Anleihen. Was machen Sie mit Ihrem Geld? Wo liegen Ihre Anlagepräferenzen?
Ich habe zwei Bausparer für die Kinder. Da bekomme ich bei jedem neuen Abschluss einen Doppler vom Bausparmakler. Den lass ich liegen. Vielleicht wird er einmal gut, was weiß man. Sonst haben wir ein paar Fonds und legen relativ konservativ an. Ich bin ganz schlecht mit Geld, insofern, dass ich mich nicht drum kümmern mag. Ich habe eine GmbH und habe auch da einen Geschäftsführer für die Finanzen. Ich kann auch nicht traden oder an der Börse spekulieren und die Märkte beobachten. Mir ist das einfach zu anstrengend. Da sitze ich lieber beim Heurigen als vor dem Computer. Dennoch überlege ich gerade, ob ich eine Birkenstock-Aktie kaufe, weil meine Frau die so gerne hat, diese grauslichen Schlapfen, die so hip geworden sind. Wobei auch Schlapfen mit weißen Socken wieder in sind, wie ich von meinem 15-Jährigen weiß. Unerträglich.
Was hat Sie denn als Sohn eines Fußballers familiär in Sachen Geld geprägt?
Mein Vater hat sich, während sich seine Kollegen einen Sportwagen gekauft haben, eine Wohnung in Graz gekauft und hat immer auf Sicherheit wert gelegt. Wenn wir etwas gebraucht haben, hat der Papa immer was auf der Seite gehabt. Er findet auch heute noch komisch, was ich beruflich mache, und meint, es wäre sicherer gewesen, ich wäre bei den Grazer Stadtwerken geblieben, wo ich einmal Ferialjob gemacht habe.
Was wollen Sie Ihren beiden Kindern weitergeben?
Einen vernünftigen Umgang mit Geld. Sie bekommen Taschengeld und müssen lernen, damit auszukommen.
Wer mitreden will, muss wissen, was wichtig ist.
Jetzt Abo wählen und weiterlesen
