kitzVenture: Neuer Zoff um die Kitzbüheler Alpen

kitzVenture: Neuer Zoff um die Kitzbüheler Alpen

Die Kitzbüheler Alpen: Kann man den Namen eines Gebirges markenrechtlich schützen?

Das Unternehmen kitzVenture hat rund zahlreiche Tiroler Begriffe aus dem Kitzbüheler Sprachgebrauch als Marken angemeldet - unter anderem "Kitzbüheler Alpen". In Tirol fragt man sich: "Dürfen die das?"

kitzventure – der Namen lässt bei vielen immer noch die Alarmglocken läuten. 2016 hat das Unternehmen mit Fixzinsversprechen von 9,75 Prozent für Start-up-Investments Aufsehen erregt (siehe Artikel: kitzVenture: Hoch-Risiko-Investments in Start-ups). Die Finanzmarktaufsicht schritt ein, verurteilte kitzVenture wegen irreführender Werbung. Doch nun erlebt kitzVenture ein Revival – und wieder sorgt die Businessidee für Aufregung und Ärger.

Das Unternehmen mit deutschem Background und Sitz in Kitzbühel hat innerhalb der letzten Monate in Österreich und in Deutschland über 100 Begriffe als Marken angemeldet, darunter viele, die der Tiroler Mundart oder lokalen Bezeichnungen entspringen: zum Beispiel „Kitz“, „Tiroler Berge“, „Kitzbüheler Alpen“, „Gamsstadt“, „Tiroler Madl“, „Tiroler Bua“, „Lausbua“, „Naturbua“ oder „6370“, die Kitzbüheler Postleitzahl.

Streitbar. kitzVenture- Geschäftsführer Patrick Landrock.

Die Marken wurden jeweils für Waren und Dienstleistungen im Bereich Bekleidung/Accessoires angemeldet, was kitzVenture in Konflikt mit zahlreichen Tourismusbetrieben, Souvenieranbietern, lokalen Produzenten und heimischen Onlineshops bringt. Das gilt etwa für die oberösterreichische idrux OG, die in ihrem Webshop (gscheat.at) rund 350 von den Markeneintragungen betroffene Produkte anbietet.

Politik und Kammer entrüstet

Empört reagieren auch der Tiroler Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser und Landeshauptmann Günther Platter. Walser sieht in der massenhaften Anmeldung dieser Marken ein zweifelhaftes Geschäftsmodell und vermutet Missbrauch. Platter betont: „Tiroler Berge gehören den Tirolerinnen und Tirolern.“ Er hat, um den „versuchten Massenausverkauf der Heimat“ zu unterbinden, das Patentamt, die Bundespolitik sowie Markenexperten des Landes Tirol und der Tirol Werbung eingeschaltet. Darauf reagierte wiederum kitzVenture mit einer Rücktrittsforderung in Richtung Platter.

kitzVenture-Geschäftsführer Patrick Landrock schießt scharf zurück. Er betont, dass es sich bei der Vorgehensweise des Unternehmens um eine rechtlich absolut zulässige Vorgangsweise handle. „Die Verantwortlichen bzw. Institutionen müssen sich schon fragen lassen, weshalb sie es bisher nicht geschafft haben, sich selber um derartige Markenanmeldungen zu kümmern“, sagt Landrock. Die von Platter und Walser bezeichneten Markenexperten seien wohl ahnungslos, mutmaßt er und sagt: „Wir sind in Zukunft dem Land Tirol gerne behilflich.“

Landeshauptmann Platter hingegen betont: "Nach unserer Einschätzung wird der Schutz dieser Begriffe rechtlich nicht möglich sein, und sollte es doch so sein, werden wir entsprechende bundesgesetzliche Änderungen einfordern." Weiterer Streit ist programmiert.

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