Zinserhöhungen in den USA: Der Fahrplan der Fed

Die US-Notenbank Fed hat nach der Zinswende größte Vorsicht bei der weiteren Straffung ihrer Geldpolitik signalisiert. Der Verfall des Ölpreises und die Flaute in China lassen zusehends Sorge aufkommen, dass die Wirtschaft eine weitere Erhöhung derzeit nicht gut verkraften würde.

Zinserhöhungen in den USA: Der Fahrplan der Fed

Experten rätseln nun, wann die Fed die nächsten Schritte wagen wird. Ein Überblick über den aktuellen Fahrplan der Fed:

GESPANNTES WARTEN AUF DEN 16. MÄRZ

Die US-Notenbank trifft sich nur wenige Tage nach der Europäischen Zentralbank (EZB), die eine weitere Lockerung der Geldpolitik ins Auge gefasst hat. Fed-Chefin Janet Yellen wird nach dem Zinsentscheid vor die Presse treten. Dass sie für März eine Erhöhung plant, gilt als eher unwahrscheinlich. "Vom Tisch ist das jedoch nicht", sagt Ökonom Harm Bandholz von der Großbank UniCredit. Orientierungshilfe bieten neue Prognosen der Währungshüter für das Zinsniveau zum Ende des Jahres. Im Dezember veranschlagten sie dafür 1,37 Prozent. Das wären normalerweise etwa vier Schritte nach oben - von der jetzigen Spanne von 0,25 bis 0,5 Prozent. Bei vielen Experten gilt dies aber noch lange nicht als ausgemacht.

APRIL - YELLEN & CO ÄUSSERN SICH NUR SCHRIFTLICH

Es steht keine Pressekonferenz an, Fachleute müssen sich mit einer schriftlichen Erklärung begnügen. Falls Yellen im März Bereitschaft zu einer baldigen Anhebung signalisieren sollte, könnte es bereits am 27. April soweit sein, meint Ökonom Brian Jacobsen von der US-Bank Wells Fargo.

JUNI BIS SEPTEMBER - ZEIT FÜR EINE ZINSERHÖHUNG?

Viele Händler rechnen damit, dass die Fed bis Juli warten wird. Nach der Sitzung im Juni hätte die Fed-Chefin vor der Presse Gelegenheit, die Finanzwelt darauf vorzubereiten. Ein weiterer Schritt könnte dann im September folgen. Der Chefökonom der Targobank, Otmar Lang, erwartet jedoch, dass die Fed erst im Herbst die Zügel straffen wird - falls sich der Ölpreis fängt.

NOVEMBER - PRÄSIDENTENWAHL WIRFT SCHATTEN VORAUS

Die Fed entscheidet am 2. November und damit kurz vor der US-Präsidentenwahl über den weiteren geldpolitischen Kurs. Im Wahlkampf ist die wohl mächtigste Zentralbank der Welt unter Beschuss geraten. Eine Zinsveränderung so kurz vor dem Wahltag gilt daher als heikel und eher unwahrscheinlich.

DEZEMBER - WO STEHT DIE FED EIN JAHR NACH DER ZINSWENDE?

Rund ein Jahr nach der Zinswende - der ersten Anhebung seit rund zehn Jahren - hat die Fed erneut Gelegenheit für eine Erhöhung. Fraglich bleibt, ob das prognostizierte Zinsniveau von 1,37 Prozent erreicht wird.

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