Yahoo setzt Gebotsfrist bis zum 11. April für Kerngeschäft

Yahoo setzt Gebotsfrist bis zum 11. April für Kerngeschäft

Die Nebel um Yahoo und seine Zukunft lichten sich - langsamer aber sicher kommt der Verkaufsprozess in Bewegung.

Der Internetpionier Yahoo macht beim Verkauf des Unternehmens bzw. bei bestimmten Sparten nun Nägel mit Köpfen: Laut Medienberichten wurde nun eine Gebotsfrist für den Verkauf des Internetgeschäfts fixiert. Bis zu 40 Unternehmen wollen angeblich mitbieten.

Sunnyvale. Der kriselnde US-Internetpionier Yahoo hat Kaufinteressenten für sein Internetgeschäft einem Bericht zufolge eine Frist bis zum 11. April für die Abgabe von Geboten gesetzt. Interessenten sollten bis dahin vorlegen, welche Unternehmensteile sie zu welchen Bedingungen übernehmen wollten und wie das Geschäft finanziert werden solle, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag.

Entsprechende Schreiben habe das Unternehmen in den vergangenen Tagen verschickt. Yahoo hatte im Dezember unter dem Druck der Aktionäre entschieden, sein schwächelndes Kerngeschäft mit Suchmaschine und Online-Werbegeschäft in ein neues Unternehmen auszulagern.

Es gebe Interessenten für das gesamte Kerngeschäft von Yahoo oder Teile davon - aber auch für Anteile an der lukrativen Beteiligung am chinesischen Internethändler Alibaba und an Yahoo Japan, berichtete das "Wall Street Journal" weiter.

Dem Bericht zufolge hatte Yahoo in den vergangenen Wochen mit rund 40 Unternehmen eine Vertraulichkeitserklärung unterzeichnet. Der Internetkonzern wolle nun den Kreis der potenziellen Käufer verringern. Zu den Interessenten könnte der Telekommunikationsanbieter Verizon zählen, zu dem bereits die Internetgruppe AOL gehört. In Berichten wurden aber auch Medienkonzerne und Investmentgesellschaften als Interessenten genannt.

Die Abspaltung des Yahoo-Kerns mit Suchmaschine und Online-Werbegeschäft ist ein Rückschlag für Konzernchefin Marissa Mayer, die eigentlich die milliardenschwere Alibaba-Beteiligung abstoßen und den Erlös an die Aktionäre ausschütten wollte. Sie steht seit geraumer Zeit in der Kritik. Der Investmentfonds Starboard Value hatte in der vergangenen Woche angekündigt, den Austausch des kompletten Verwaltungsrats erreichen wollen. Diesem gehört auch Mayer an.

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