Wohnungsmarkt: Goldgräberstimmung ist vorbei

Wohnungsmarkt: Goldgräberstimmung ist vorbei

Gut für Wohnungssuchende: Die Preise für Eigentumswohnungen schießen nicht mehr in den Himmel.

Der Immobilienspezialist RE/Max zieht Bilanz: Noch nie wurden in Österreich so viele Wohnungen verkauft wie im Jahr 2016. In der Bundeshauptstadt Wien, dem wichtigsten Wohnungsmarkt des Landes ist die Preisrallye fürs erste vorbei. Die Quadratmeterpreise blieben nun schon das zweite Jahr in Folge stabil.

Das Jahr 2016 war ein gutes Jahr für österreichische Immobilienhändler, Makler und Verkäufer: Insgesamt 47.846 Wohnungen wurden, wie der Immobilienspezialist RE/Max in seinem neuen ImmoSpiegel erklärt, auf den Grundbuchsgerichten verbüchert. Rund zwei Drittel davon (32.738) waren gebrauchte Wohnungen, der Rest (15.108) entfiel auf neu gebaute Einheiten.

Unter dem Strich entspricht das einem Plus von 4.102 verkauften Wohnungen oder (+9,4%) gegenüber dem bisherigen Rekordjahr 2015. Auch der Wert der gehandelten Wohnungen ist wieder deutlich gestiegen, und zwar gegenüber dem Vorjahr um 1,16 Milliarden Euro (+13,6%) auf 9,66 Milliarden Euro.

Dennoch sehen die Immobilienspezialisten einen kleinen Dämpfer in ihrem Geschäft: Die Zuwächse haben sich verflacht, die Steigerungen waren nicht mehr so deutlich wie in den vergangenen Jahren. Vor allem in der Bundeshauptstadt Wien, auf die rund ein Drittel des gesamten Wohnungsmarkts des Landes entfällt. Ein Viertel der Wiener Wohnungen kostete weniger als 120.000 Euro und damit um über ein Prozent (-1,2%) weniger als im Jahr zuvor. Was auch insofern bemerkenswert ist, als die Preis- und Wertsteigerungen in diesem Preissegment seit 2008 am höchsten waren. "Die Goldgräberstimmung ist wohl vorbei und die Preisrallye unterbrochen", urteilt RE/Max.

Die Auswertung der Kaufverträge aus dem Jahr 2016 zeigt auch, dass ein Viertel aller gehandelten Wohnungen in Österreich mindestens 250.000 Euro und ein weiteres Viertel weniger als 107.000 Euro kostete. Typischerweise kostete 2016 eine Wohnung in Österreich 182.823 Euro und damit um 4,4 Prozent mehr als 2015.

5-Jahres-Vergleiche signalisieren Entspannung

Die typischen Preise für Eigentumswohnungen sind im Fünf-Jahres-Vergleich bundesweit um fast ein Drittel (+31,8%) gestiegen, wobei die Steigerungen bei den günstigeren Wohnungen am deutlichsten waren. Die Kaufpreise für günstigere Wohnungen im unteren Preisviertel haben von 2011 auf 2016 um 43,8 Prozent zugelegt, die für Wohnungen in der preislichen Mitte um 37,5 Prozent und die für das obere Viertel um 27,5 Prozent. Nach Bundesländern gerechnet gab es die höchsten Steigerungen in Wien (+37,7%), gefolgt von der Steiermark (+33,8%) und Salzburg (+33,2%).

Immobilienbesitzer können sich jedoch nicht überall über steigende Wertentwicklung freuen. So haben dem RE/Max ImmoSpiegel zufolge Wohnungen in der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten im letzten Jahr um 22 prozent an Wert verloren.

Im letzten Jahr hat sich das allerdings geändert: 2016 haben Wiener Wohnungen durchschnittlich nur um 1,7 Prozent an Wert zugelegt. Die größten Wertzuwächse gab es im Westen; in Tirol (+8,9%) und Vorarlberg (+9,8%). Und eine Trendwende gibt es auch bei der Größe der verkauften Wohnungen. Während in den letzten Jahren stets noch kleinere Wohnungen gehandelt wurden ist die durchschnittliche Wohnfläche nun erstmals wieder etwas gewachsen. In Österreich gehandelte Wohnungen hatten eine Durchschnittsgröße von 67,9 Quadratmetern.

Durchschnittspreise der Wohnungen in den Landeshauptstädten im Vergleich:
Ort Wohnungspreis 2016 (€) Vergleich zu 2015 Vergleich zu 2011
Bregenz inkl. Bezirk 247.144 +13,3% +32,9%
Innsbruck 235,619 +6,4% +36,3%
Salzburg 232.819 +4,7% +49,4%
Wien 207.988 +1,7% +37,7%%
Linz 177.657 +1,1%% +20,1%
Graz 156.034 +6,9% +34,3%
Klagenfurt 151.015 -1,5%% +38,3%
Eisenstadt/Umgebung 96.315 +10,5% +48,2%
St. Pölten 73.702 -22,5% +4,7%
Quelle: RE/Max

Interessant ist auch, dass sich für neue Eigentumswohnungen erheblich höhere Preise erzielen lassen als für Gebrauchtwohnungen. Im Schnitt wurden neue Wohnungen um 238.554 Euro gehandelt, um 81.634 Euro (+52%) über dem Gebrauchtwohnungspreis. Bessere Ausstattung, niedrigere Heizkosten, mehr Komfort, auch modernere, praktischere Grundrisse und einige Quadratmeter mehr machen sich bezahlt, oder schlagen sich zumindest im Preis nieder.

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