WKO-Vizepräsidentin Schultz: "Lockdown wie versprochen beenden"

Martha Schultz, Vizepräsidentin der Bundeswirtschaftskammer, appelliert an die Politik, den Lockdown für alle wie versprochen mit 12. Dezember zu beenden. Die Wirtschaft brauche Planbarkeit und müsse sich darauf verlassen können.

WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz

WKÖ-Vizepräsidentin Martha Schultz

Am 19. November hat die österreichische Bundesregierung einen weiteren - bereits vierten - Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie über das gesamte Bundesgebiet verhängt. Und diesen, wie es der damals aktuelle Bundeskanzler Alexander Schallenberg formulierte, mit dem "politischen Versprechen" verknüpft, den am 22. November beginnenden Lockdown mit 12. Dezember auch wieder zu beenden.

Martha Schultz, Wirtschaftskammer-Vizepräsidentin, Unternehmerin und Bundesvorsitzende von "Frau in der Wirtschaft" richtet nun den Appell an die neue Bundesregierung, sich an das gegebene Versprechen auch zu halten. „Die Politik hat zu Beginn des Lockdowns von einem Zusperren für 20 Tage gesprochen und auch seither mehrmals den 12. Dezember als Ende des Lockdowns genannt. Dieses Datum muss halten, denn die Betriebe brauchen einen Fahrplan, auf den sie sich verlassen können“, sagt sie.

"Die gesamte Wirtschaft öffnen"

Die Wirtschaft sei bereit gewesen, einen kurzen, harten Lockdown mitzutragen um die Pandemie einzudämmen, doch über den Stichtag 12. Dezember hinaus sei das nicht umsetzbar. „Wir helfen, wo wir können, um die Corona-Situation in den Griff zu bekommen. Aber ein ewiges Hinhalten wollen und können wir uns nicht mehr leisten“, erklärt Schultz.

Wichtig sei auch, dass die angekündigten Öffnungen die gesamte Wirtschaft betreffen. Neben dem Handel, für den das Weihnachtsgeschäft essenziell sei, muss auch der Tourismus aufsperren dürfen. Die aus dem Tiroler Zillertal stammende Schultz, die selbst unter anderem Bergbahnen im Hochzillertal, Fügen und in Kals am Großglockner betreibt - Vorzeige-Skigebiete, für die bereits die Saison 2020/21 nahezu komplett ausgefallen ist - wäre alles andere „ein verheerendes Signal" an die in- und ausländischen Gäste. "Das würde nicht nur den Beginn der Wintersaison kaputt machen, sondern den Verlauf der gesamten Wintersaison stark beeinträchtigen“, warnt Schultz, zumal die Skilifte und die Hotellerie in anderen Destinationen geöffnet seien. Schon jetzt würden deshalb einige Gäste ihren Skiurlaub statt in Österreich in der Schweiz oder in Südtirol buchen.

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