Wirtschaftsausblick: Globaler Abschwung trifft Österreich

Wirtschaftsausblick: Globaler Abschwung trifft Österreich

Österreich schwimmt mit der internationalen Konjunktur mit, und deren Tendenz ist für die nächsten fünf Jahre leicht rückläufig.

Die neue 5-Jahres-Prognose des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo steht im Zeichen des Konjunkturabschwungs. Die Zahl der offenen Stellen wird zurückgehen und daher ab 2021 die Arbeitslosigkeit wieder steigen.

Der Konjunkturabschwung trifft Österreich: Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) erwartet für die kommenden fünf Jahre bis Ende 2023 wieder ein etwas schwächeres Wirtschaftswachstum. Das Wachstum wird sich im Schnitt auf 1,6 Prozent pro Jahr abbremsen, bis 2018 waren es im Schnitt 1,8 Prozent.

Es ist die Folge einer globalen Wirtschaftsabkühlung. Ihren Peak hat die Expansion der Weltwirtschaft 2018 erreicht, die österreichische Wirtschaft wird sich von der nun folgenden Abkühlung nicht ganz abkoppeln können. Dennoch ist die Prognose für Österreich besser als für den Euroraum insgesamt. Das ist eine Folge der Steuerreformen und familienpolitischer Maßnahmen wie dem Familienbonus, die private Haushalte entlasten und den Konsum ankurbeln, was den wirtschaftlichen Abschwung abmildert.

Beschäftigungsausblick

Konjunkturbedingt wird es zum Ende des fünfjährigen Prognosezeitraums auch wieder zu einem leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich kommen, weil die Zahl der angebotenen Stellen zurückgehen wird. Bis inklusive 2021 rechnet das Wifo mit einer Arbeitslosenquote von 7,3 Prozent. Danach wird sie voraussichtlich auf 7,5 Prozent ansteigen.

Budget-Entwicklung

Für den gesamtstaatlichen Finanzierungssaldo geht das Wifo von einer stetigen Verbesserung aus, also von einem schrittweise anwachsenden Überschuss, wie dies auch die Regierung plant. 2019 soll dieser Überschuss 0,4 Prozent des BIP ausmachen, 2023 dann 1,1 Prozent. Diese stetige Verbesserung ergibt sich daraus, dass das durchschnittlich erwartete Ausgabenwachstum von 2,5 Prozent pro Jahr schwächer ausfällt als das prognostizierte Einnahmenwachstum von 3,0 Prozent jährlich im Zeitraum 2019/23. Noch nicht wirklich eingerechnet sind freilich die Steuer- und Abgabenreform der Regierung, die im Detail zur Prognoseerstellung noch nicht hinreichend konkretisiert war.

Insgesamt ergibt sich in der Wifo-Projektion ein mäßiger Rückgang der Staatseinnahmenquote von 48,5 Prozent des BIP im Jahr 2018 auf 47,5 Prozent im Jahr 2023. Die Ausgabenquote soll von 42,1 Prozent 2018 bis auf 41,6 Prozent 2023 leicht zurückgehen - und läge damit ohne Steuerreform um 1,6 Prozentpunkte über dem finanzpolitischen Zielwert von 40 Prozent des BIP.

Globale Risiken

Für die Mittelfrist-Entwicklung der öffentlichen Haushalte Österreichs sieht das Wifo mehrere Risiken: Einerseits dürfte ein Brexit den Nettobeitrag unseres Landes zum EU-Budget erhöhen - andererseits seien die von der Regierung geplanten Maßnahmen der Einkommens- und Unternehmensbesteuerung in dieser Prognose nicht berücksichtigt. Das betrifft die geplante Reform der Lohn- und Einkommensteuer-Tarife, aber auch eine Senkung des Körperschaftsteuersatzes (KÖSt).

Die Inflation wird laut Wifo über die nächsten fünf Jahre stabil bei 1,8 Prozent bleiben und somit unter dem von der EZB angepeilten Ziel von 2,0 verharren.

Eine Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und der EU könnte sich zudem mittelfristig auf beide Ökonomien negativ auswirken.

Sollten außerdem die Abwärtsrisiken für die Weltwirtschaft eintreten, zu denen auch höhere Energiepreise oder Inflationsanstieg zählen könnten, würde dies die in der Prognose unterstellten internationalen Bedingungen für Österreichs Exportwirtschaft verschlechtern. Das Wirtschaftswachstum, der Beschäftigungs- und Einkommenszuwachs in Österreich würden in der Folge über die prognostizierten Werte hinaus geschwächt.

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