Wirte, Hotels und Freizeitanlagen öffnen unter Auflagen

Ab 15. Mai dürfen Wirtshäuser, Restaurants, Pubs und Kaffeehäuser wieder öffnen, Hotels und Schwimmbäder sperren noch vor Pfingsten am 29. Mai auf. Familienfeiern wie Hochzeiten wird es weiterhin nicht geben.

Wirte, Hotels und Freizeitanlagen öffnen unter Auflagen

Kellner werden künftig nur mit Mund-Nasen-Schutz servieren.

Wien. Ab 15. Mai dürfen die Gastronomiebetriebe wieder aufsperren - allerdings unter Auflagen. Hotel- und Beherbergungsbetriebe dürfen ab dem 29. Mai wieder öffnen.

Die Gastrobetriebe dürfen zwischen 6.00 und 23 Uhr aufsperren. Mit diversen Vorgaben wie Tischreservierung, keine freie Sitzplatzwahl, Abholung der Gäste beim Eingang und einem Maximum von vier Erwachsenen zuzüglich ihrer Kinder an einem Tisch sowie Maskenpflicht für Gäste beim Zugang oder Bewegen abseits des Tisches. Der Ausschank von Getränken an der Theke ist weiterhin nicht erlaubt.

Um Warteschlangen zu vermeiden, sollen in der Regel vor dem Besuch eines Lokals Tische reserviert werden.

Familienfeiern wie Hochzeiten oder Geburtstage bleiben untersagt, wie Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) erklärt hat. Wann die Verbote fallen sollen, wurde nicht bekanntgegeben. Eine Verordnung soll demnächst folgen, in der die Zusammenkunft bei Hochzeiten und Begräbnissen geregelt werden soll.

Nach dem am Dienstag fixierten Wiedereröffnungstermin für die österreichische Gastronomie am 15. Mai sowie dem für 29. Mai festgelegten Wiedereinstieg der Hotellerie hat es erleichterte Kommentare aus der Wirtschaft gegeben. Seit 16. März sind u.a. diese Branchen wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie geschlossen bzw. können nur Liefer- und Abhol-Service bieten.

"Mit dem heute fixierten Öffnungstermin für die heimischen Gastronomiebetriebe am 15. Mai hat die Regierung einen wichtigen Schritt für die Branche, aber auch für alle Österreicherinnen und Österreicher in Richtung Normalität gesetzt", erklärte Mario Pulker, Obmann des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Das Wiederhochfahren der Betriebe bezeichnet Pulker als "ersten, sehr wichtigen Schritt, der nach intensiven und letztlich erfolgreichen Gesprächen zwischen Interessensvertretung und Regierung nun fixiert werden konnte". Gemeinsam mit den Sozialpartnern und den Ministerien seien konkrete Vorgaben und Regeln für Gäste, Unternehmen und ihre Mitarbeiter erarbeitet worden. Diese würden am (morgigen) Mittwoch auf einer gemeinsamen Website von WKÖ und Tourismusministerium zu sehen sein.

Die Hotellerie und Berbergungsbetriebe dürfen ab 29. Mai wieder ihren Betrieb aufnehmen. Seit dem 13. März haben sämtliche Beherbungsbetriebe in Österreich geschlossen, mit Ausnahme jener Betriebe, die Personen aufgrund ihrer beruflichen Gründen untergebracht hatten. Ab 29. Mai dürfen somit Beherbergungsbetriebe wieder für private Nächtigungen öffnen. Sehenswürdigkeiten und touristische Betriebe. Outdoor-Tierparks wie Schönbrunn dürfen bereits ab 15. Mai wieder aufsperren. Für Indoorbereiche gilt zusätzlich die Pflicht einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und die Beschränkung auf mindestens zehn Quadratmeter Platz pro Besucher.

Schwimmbäder und Freizeitanlagen können ebenfalls ab 29. Mai wieder öffnen. Doch auch hier gibt es entsprechende Auflagen. So sollen Schwimmbäder Eintrittskarten nur auf Vorbestellung verkaufen.

"Der heute von der Bundesregierung angekündigte Wiederöffnungstermin für die Hotellerie bringt den Betrieben nun endlich Klarheit, Planungssicherheit und die nötige Vorlaufzeit vor dem Hochfahren", kommentierte Susanne Kraus-Winkler, Obfrau des Fachverbandes Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) die Maßnahmen. Die Beherbergungsbranche sei eine der von der Coronakrise am härtesten getroffenen Branchen, da es bereits seit Februar - mit der zunehmenden Ausbreitung des Virus in China und Europa - für die Hotellerie massive Auswirkungen gibt.

Auch die österreichische Hoteliers-Vereinigung (ÖHV) ist erfreut, fordert aber unabhängig davon eine wirtschaftliche Absicherung der Betriebe. "Das Wichtigste für die Arbeitgeber im Tourismus war und ist eine klare Perspektive. Die haben wir mit dem konkreten Datum für die Wiedereröffnung der Hotels auch für Urlaubsgäste", begrüßt ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer den Plan der Regierung. "Die ersten Wochen und Monate werden wir jedenfalls als Investition in unsere Gäste und Mitarbeiter betrachten müssen. Aber auch darauf freuen wir uns schon sehr."

Wirtschaftlich gesehen könne man aber nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. "Wir müssen gemeinsam mit der Politik einen Umgang finden mit den riesigen Löchern in den Bilanzen. Es geht um viele Arbeitsplätze", so Reitterer. Auch Klarheit zum weiteren Fahrplan zur Absicherung der Betriebe durch rasche Liquiditätszufuhr und steuerliche Maßnahmen sei erwünscht.

Kritik kam von der Gewerkschaft vida. "Das Hochfahren der Gastronomie ist natürlich begrüßenswert, allerdings fehlen uns konkrete Maßnahmen, die Masse an arbeitslosen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wieder in Beschäftigung zu bringen", sagte Berend Tusch, Vorsitzender des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, der sich vor allem über das Vorgehen der Regierung wundert. Verhaltensempfehlungen seien in Abstimmung mit den Sozialpartnern vor über einer Woche übermittelt und zu einem großen Teil eingearbeitet worden, aber: "Es hat aber keine Reaktion seitens der Regierung gegeben. Für mich ist das unverständlich."

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